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Segeberg Aufsichtsrat ist zurückgetreten
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13:30 06.03.2020
Von Nicole Scholmann
Der Aufsichtsrat des Bauvereins Kaltenkirchen ist zurückgetreten. Quelle: Nicole Scholmann
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Kaltenkirchen

Demnach haben die Mitglieder des Aufsichtsrates mit sofortiger Wirkung die ihnen jeweils erteilten Aufsichtsratsmandate niedergelegt und damit - so heißt es - nach sorgfältiger Überlegung die Konsequenzen aus den Verwerfungen der vergangenen Wochen gezogen. "Ganz offensichtlich ist es uns nicht gelungen, die Entscheidungen, die wir getroffen haben – und die auch uns nicht leicht gefallen sind –, so zu erklären, dass sie auch ohne Kenntnis der näheren Einzelheiten verstanden werden", teilte der Aufsichtsrat mit.

Meinungsmache und Diffamierungen

Da sie die Entscheidungen "trotz ihrer nachvollziehbaren Unpopularität genauso wieder treffen würden", bleibe den Mitgliedern am Ende nur der Rücktritt. Das Gremium spricht von Meinungsmache und Diffamierungen. Ende Februar hatte der Bauverein Kaltenkirchen zu einer Info-Veranstaltung geladen - und über 400 Mitglieder waren erschienen und äußerten sich zum Teil recht deutlich.

Aufsichtsrat wehrt sich gegen "Filz"-Gerüchte

Es sei ein "infame Vorwurf, im Aufsichtsrat werde geklüngelt, ja ihn umgebe ,Filz'". Die Aufsichtsratsmitglieder wehren sich dagegen. Würde diese Beschuldigung zutreffen, "müssten diejenigen, die ihn jetzt erheben, sich die Frage gefallen lassen, warum sie die vermeintlichen allesamt bereits seit Jahren bekannten Verfehlungen nicht viel früher thematisiert und bei den zuständigen Stellen angezeigt haben".

"Ehrenamt mit viel Herzblut ausgeübt"

Der Aufsichtsrat sei nicht gewillt, sich und seine Familien "weiteren öffentlichen Herabwürdigungen und Anfeindungen auszusetzen". Deshalb beenden die Mitglieder nach eigenen Angaben auch aus Verantwortung für den Bauverein mit sofortiger Wirkung die ehrenamtliche Tätigkeit, "die wir nach bestem Wissen und Gewissen, mit Herzblut und stets gern ausgeübt haben".

Kritik am Aufsichtsrat

Im traditionsreichen Wohnungsunternehmen Bauverein war es in den letzten Wochen zu heftigen Turbulenzen gekommen, nachdem der Aufsichtsrat Vorstandsmitglied Martina Bennert freigestellt hatte. Sie hatte sich geweigert, dem Wunsch des Aufsichtsrates zu folgen und für 3,5 Millionen Euro das Grundstück der Henstedt-Ulzburger Gärtnerei Bade zu kaufen. Dort sollten Wohnungen und Geschäfte entstehen. Bennert hielt den Preis für zu hoch, das Geschäft für das Unternehmen für zu risikoreich und stützte sich dabei auf ein Gutachten. Nach der Freistellung von Bennert geriet der Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden Johann Fuhlendorf immer mehr in den Fokus der Kritik.

Bennert habe Bedenken nicht geäußert

Vorstand Bennert habe - so der zurückgetretene Aufsichtsrat - ihre Aufgaben im Bauverein bis zum Beginn der Auseinandersetzungen treu und gewissenhaft erledigt. "Dies stand und steht für uns außer Frage und war für uns der Grund dafür, sie in den Vorstand zu berufen." Dass Bennert dennoch vorläufig ihres Amtes enthoben worden sei, habe nicht daran gelegen, dass sie im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben Bade eine andere Auffassung vertreten habe. "Vielmehr wäre es sogar ihre Pflicht gewesen, den Aufsichtsrat frühzeitig auf etwaige Bedenken hinzuweisen. Eben dies hat sie jedoch nicht getan."

Kurzgutachten nicht erläutert

Bennert habe im Gegenteil das Projekt zunächst selbst unterstützt und bis zum Beginn der Auseinandersetzungen keinerlei Fakten vorgelegt, die die Annahme eines unkalkulierbaren Risikogeschäfts gerechtfertigt hätten, teilte der Aufsichtsrat mit. "Dass das Bauvorhaben Bade ein solches gewesen sein soll, haben wir dementsprechend erst einem uns ohne Vorankündigung übermittelten anwaltlichen ,Kurzgutachten' entnommen, dessen Inhalt uns zu keinem Zeitpunkt erläutert geschweige denn zur Stellungnahme überlassen, sondern sogleich an die Presse durchgestochen wurde", heißt es in der gemeinsamen Erklärung alle Zurückgetretenen.

Ungeachtet der strafrechtlichen Relevanz des Verrats von Geschäftsgeheimnissen habe der Aufsichtsrat darin einen schweren Vertrauensbruch gesehen.

Rücktrittsrecht wäre gegeben

Anders als in der Öffentlichkeit behauptet worden sei, sei zu keinem Zeitpunkt der Verkehrswert des Grundstücks durch einen unabhängigen Sachverständigen ermittelt worden. "Vielmehr stützt sich die Einschätzung der durch den Vorstand beauftragten Anwälte, der Erwerb sei ein Risikogeschäft, allein darauf, dass die Frage der Bebaubarkeit noch nicht abschließend geklärt ist." Die Aufsichtsratsmitglieder bemängeln, dass den Anwälten vonseiten ihrer Auftraggeber der Umstand verschwiegen worden sei, dass dem Risiko einer unzureichenden Bebaubarkeit durch Vereinbarung eines Rücktrittsrechts oder einer aufschiebenden Bedingung Rechnung getragen werden sollte.

Familie Bade will nicht an den Bauverein verkaufen

Das Geschäft habe sich inzwischen in Luft aufgelöst. "Nachdem die Familie Bade aus der Presse erfahren musste, dass sie angeblich einen weit überhöhten Kaufpreis fordere, war sie verständlicherweise nicht mehr dazu bereit, dem von ihr aufgrund persönlichen Vertrauens zu den handelnden Personen bevorzugten Bauverein den Zuschlag zu geben", heißt es in der Rücktritts-Mitteilung. Die Chance auf ein gutes Geschäft, das nun andere machen werden, sei damit vertan.

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