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Segeberg Azubis sind hier Teil der Familie
Lokales Segeberg Azubis sind hier Teil der Familie
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19:04 29.09.2019
Von Sylvana Lublow
Hans Heinrich und Maike Wulf sind stolz auf Pascal Pretzer (Mitte), der auf ihren Hof gerade seine Ausbildung zum Werker in der Landwirtschaft absolviert hat.  Quelle: Sylvana Lublow
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In kaum einem anderen Berufszweig entwickeln Ausbilder und Lehrlinge eine so enge Bindung wie in der Landwirtschaft. Denn auf den Bauernhöfen gilt heute noch ganz oft, was vor hunderten Jahren völlig normal war: Der Lehrling wohnt und isst mit der Bauernfamilie unter einem Dach.

Die Lasagne hat es Pascal besonders angetan

Da ist es kein Wunder, dass Pascal Petzer mit „das leckere Essen“ auf die Frage antwortet, was ihm denn bei seiner Ausbilderfamilie am Besten gefallen hat. Vor allem die selbstgemachte Lasagne von Maike Wulf hat es dem 19-Jährigen angetan. Natürlich ist das nicht alles, was Pascal an seiner Arbeit auf dem Hof Wulf mag: „Es ist vielseitig, man arbeitet draußen an der frischen Luft, entweder mit Tieren oder Maschinen, aber am liebsten arbeite ich mit Tieren.“

Zu ehemaligen Azubis noch guten Kontakt

Pascal Pretzer hat in diesem Sommer seine Ausbildung zum Werker in der Landwirtschaft erfolgreich abgeschlossen. Seine drei Ausbildungsjahre hat er bei Familie Wulf verbracht, was nicht immer üblich ist. „Normalerweise wechseln Azubis jedes Jahr den Hof“, erklärt Maike Wulf. Die promovierte Agrarwissenschaftlerin führt den Hof zusammen mit ihrem Mann Hans Heinrich, einem Landwirtschaftsmeister. Sie betreiben Ackerbau und Milchkühe. Seit 2008 bilden sie aus. Und dafür wurden die Wulfs jetzt belohnt: Die Landwirtschaftskammer und der Bauernverband zeichneten den Hof als „Ausbildungsbetrieb des Jahres 2019“ aus. Für das Landwirtspaar eine tolle Anerkennung. „Jeder Azubi hat gute Chancen, einen Job zu finden, es werden überall Mitarbeiter gebraucht“, sagt Maike Wulf. Ihre Azubis sind bisher alle in Lohn und Brot gekommen. „Wir sind stolz darauf und haben zu vielen auch noch guten Kontakt.“ Die Wulfs profitierten ebenfalls davon, ihre Lehrlinge familiär aufzunehmen, sagt die Agrarwissenschaftlerin. 

Azubis von Förderschüler bis Abiturient

Pascal Pretzer aus Bornhöved war ein Schüler mit Förderbedarf. Für Familie Wulf kein Problem: „Jeder findet in der Landwirtschaft seinen Platz, von Schülern mit Förderbedarf bis zu Abiturienten“, sagt Maike Wulf. Pascal Pretzer arbeitet jetzt für einige Wochen noch auf seinem Ausbildungshof, ab Oktober hat er bereits eine Stelle auf einem anderen Bauernhof. Bis dahin kann er die Vorzüge „seiner“ Bauernfamilie noch genießen. „Pascal hat bei uns im Haus ein eigenes Zimmer mit Bad und er nimmt natürlich auch alle Mahlzeiten mit uns zusammen ein“, sagt sein Ausbilder Hans Heinrich Wulf. Das sei in der Landwirtschaft noch ganz normal. Es sei denn, ein Azubi wohnt ohnehin ganz in der Nähe, dann schläft er Zuhause.

Morgens um 6 Uhr beginnt die Arbeit

Und diese Ausbildungstradition ist nicht ganz grundlos. Denn der Tag eines Bauern beginnt bereits morgens um 6 Uhr, noch vor dem Frühstück. „Dann müssen erst mal alle 75 Kühe gemolken und versorgt werden“, beschreibt Pascal seinen Arbeitstag. Um 8.30 Uhr gibt es Frühstück. Danach wird gemacht, was anfällt. Derzeit muss das Gras zum Trocknen gewendet werden, damit daraus Heu wird. Die Koppel werden überprüft, Gülle gefahren, Gerste gesät. „Die Arbeit variiert“, sagt Hans Heinrich Wulf. Um 12.30 Uhr gibt es Mittag, dann trifft sich die ganze Familie plus Azubi wieder am großen Tisch in der Bauernküche. Das Essen kocht Maike Wulf. Mit dabei sind auch die zwei Söhne (12 und 15 ) der Wulfs. Bis 14 Uhr ist pause, dann geht es weiter. Zuletzt werden wieder die Kühe gemolken und versorgt, gegen 18.30 Uhr ist Feierabend. „Eine Kaffeepause gibt es zwischendurch aber auch noch“, sagt Hans Heinrich Wulf. Hinzu kommt: Die Azubis haben nur jedes zweite Wochenende frei, schließlich wollen die Kühe jeden Tag gemolken werden.

Trecker fährt Pascal schon lange

„Es ist zwar anstrengend, aber man gewöhnt sich daran“, sagt Pascal. Während seiner Ausbildung hat er auch gelernt, Trecker zu fahren: „Das macht Spaß“, sagt er. Seinen Pkw-Führerschein will Pascal demnächst auch machen. „Den Treckerführerschein darf man mit 16 Jahren machen, ich durfte schon mit 14 Trecker fahren“, sagt Hans Heinrich Wulf: „Aber die Trecker sind heute auch doppelt so groß und schnell.“

Neben einem Schild am Haus, das sie als „Ausbildungsbetrieb 2019“ auszeichnet, haben die Wulfs auch einen Kurztripp nach Berlin gewonnen. „Den wollen wir auf jeden Fall bald machen, das wird uns mal gut tun“, sagt Hans Heinrich Wulf. Demnächst wird übrigens ein neuer Azubis ins Haus einziehen. 

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