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Segeberg BVV: Keine Experimente im Maienbeeck
Lokales Segeberg BVV: Keine Experimente im Maienbeeck
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15:37 06.10.2019
Von Einar Behn
Das halbseitige Parken auf dem Bürgersteig soll während der Versuchsphase verboten werden. Quelle: Sylvana Lublow
Bad Bramstedt

Der Verkehrsversuch war auf Antrag der SPD von einer breiten politischen Mehrheit beschlossen. Nur die FDP lehnt ihn ab, um die Geschäfte im Maienbeeck nicht zu gefährden. Geplant ist nämlich das halbseitige Parken auf den Bürgersteigen auf beiden Straßenseiten aufzuheben. Stattdessen sollen die Autos wechselseitig auf der Fahrbahn stehen. Die Hälfte der Parkplätze am Straßenrand gehen dadurch verloren. Es gibt allerdings auch noch diverse rückwärtige Stellplätze, die den Geschäften gehören und zurzeit eher wenig genutzt werden. 

Eine funktionierende Einkaufsstraße

Nun hat sich mit einer Pressemitteilung der Bürger- und Verkehrsverein in die Diskussion eingemischt. „Der Maienbeeck ist eine der wenigen noch gut funktionierenden Einkaufsstraßen Bad Bramstedts. Die bisher sehr attraktiven Parkmöglichkeiten tragen erheblich zur Anziehungskraft bei“, so BVV-Sprecher Karsten Peters. Er verweist auf den besonderen Konkurrenzdruck durch den Online-Handel, unter dem die Geschäfte stehen. Allgemein gelte es als selbstverständlich, dass ein Einzelhandelsbetrieb mit dem Auto leicht und schnell zu erreichen ist und dann auch entsprechende Parkmöglichkeiten bietet. Bereits ein hinter dem Gebäude liegender Parkplatz werde als nachteilig angesehen. „Die Reduzierung der Parkplätze ist daher nach Auffassung des BVV vollkommen praxisfern“, so Peters.

Die Rahmenbedingungen für Handel und Gewerbe zu erschweren führe mittelfristig zur Verödung der Innenstadt und entsprechende Gewerbesteuerausfälle.

Augenmaß walten lassen

„Wir fordern die örtliche Politik auf, derartige Planungen mit Augenmaß vorzunehmen und hierbei auch einmal über den Tellerrand zu schauen“, so Peters.

Die SPD zeigt sich dagegen erfreut, dass nun auch CDU und Grüne für den Verkehrsversuch gestimmt haben. Bisher waren die beiden Parteien gegen eine Verminderung der Parkplätze. SPD-Vertreter im Verkehrsausschuss Ralph Baum erklärte „Die Innenstadt soll für alle da sein. Bad Bramstedt ist derzeit in erster Linie eine autogerechte Stadt. Daher gilt es, für Fußgänger und Radfahrer mehr Raum zu gewinnen und gleichzeitig die Erreichbarkeit mit dem Auto weiter zu gewährleisten. Dazu wird uns der beschlossenen Versuch mit wechselseitigem Parken auf der Straße neue Erkenntnisse liefern und zeigen, ob das Akzeptanz findet.“

Fußgänger klagen über zu wenig Platz

Die SPD habe schon bei Meinungsumfragen in 2013 und 2018 in der Stadt immer wieder die Rückmeldung bekommen, dass für Fußgänger und Radfahrer zu wenig Platz sei. Gerade der Maienbeeck werde an vielen Stellen als eng und kritisch empfunden, so Baum

Baum fordert die Geschäfte und Cafés auf, die von den Autos befreiten Bürgersteige für Auslagen und Außengastronomie zu nutzen. Für die halbjährige Versuchsdauer seien dafür keine Gebühren zu bezahlen. Die Inhaber könnten dadurch Erfahrungen sammeln, ob eine Bürgersteignutzung für sie auf Dauer von wert sei.

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