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Segeberg Babyschühchen für die Leukämie-Forschung
Lokales Segeberg Babyschühchen für die Leukämie-Forschung
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17:58 27.04.2019
Birgit Stüven (71) aus Bebensee strickt seit zehn Jahren Babyschuhe - den Erlös spendet sie für die Leukämieforschung an die José Carreras-Stiftung. Quelle: Nadine Materne
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Bebensee

Es ist schon viele Jahre her, aber bei der Erinnerung an die verstorbene Freundin treten Birgit Stüven Tränen in die Augen. Als dann vor zehn Jahren die Idee mit den Babyschuhen geboren wurde, musste sie nicht lange nachdenken, was sie mit dem Geld machen würde.

Mehr als 12000 Euro in zehn Jahren

Stüven spendet den Erlös für die Leukämie-Stiftung des berühmten Tenors José Carreras. „José Carreras hat selbst Leukämie gehabt“, erklärt sie. Seine Stiftung investiere viel in die Forschung, denn eins der Ziele sei, die Krankheit für jeden Erkrankten heilbar zu machen.

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Mehr als 12500 Euro haben Birgit Stüven und eine Freundin aus Uetersen inzwischen mit ihren Babystrickwaren an die Stiftung überwiesen.

Mit Babyschuhen fing es an vor zehn Jahren, Stüven arbeitete damals in der Telefonzentrale eines Hamburger Krankenhauses. „Wir hatten eine Entbindungsstation und immer wieder fragten Gäste, ob sie im Krankenhaus etwas kaufen könnten für die Neugeborenen.“

Diese Möglichkeit habe es nicht gegeben, da erinnerte sich Stüven an ein Strickmuster für Babyschuhe aus den 60er Jahren, das sie für ihre eigene Tochter verwendet hatte und fing an zu stricken. Auch auf Arbeit. „Ich habe oft in der Spätschicht gearbeitet.“ Und irgendwann sei meist nichts mehr los gewesen.

Erfinderisch im Verbtrieb

Der Vorschlag, die Schühchen im Krankenhaus zu verkaufen und den Erlös an die Leukämie-Stiftung zu spenden, habe die Geschäftsleitung damals abgelehnt. Stüven, gelernte Groß- und Einzelhandelskauffrau, ließ sich so leicht nicht unterkriegen.

„Das Stricken wurde mir nicht untersagt“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Und das Aufstellen einiger Modelle auf dem Tresen auch nicht. So nahm sie schließlich Bestellungen auf und wickelte das Geschäft privat ab. Außerdem klapperte sie Segeberger Handarbeitsgeschäfte ab, die die Schuhe für sie verkauften.

„Mein Plan ging auf. 2009 konnte ich 421 Euro an die Stiftung überweisen“, erinnert sich Stüven. In einem Ordner bewahrt sie alle Einzahlbelege auf.

2010 stieg eine Freundin und Kollegin, Petra Mollenhauer, ins „Strickgeschäft“ ein. Seither verkaufen die beiden gemeinsam Strickwaren für Kinder. Vor allem Babyschuhe, aber auch Mützen, Schals und andere Artikel.

Im Winter sind die Frauen auf einigen Märkten unterwegs, das ganze Jahr über stehen die Schühchen in Handarbeitsgeschäften.

Zwölf Stunden für ein Paar Babyschuhe

„Wenn ich durcharbeite, brauche ich zwölf Stunden für ein paar Schuhe“, sagt die 71-Jährige. 12 Euro nimmt sie für ein Paar. Lediglich die Wollkosten ziehen sie ab. „Für meine Arbeit möchte ich kein Geld. Meine Hände sind eh rastlos.“

Aus Wollresten fertigt sie Mini-Wollschuhe als Schlüsselanhänger und „Verpackung“ für einen Einkaufswagenchip. „Das ist ein Renner“, sagt Stüven. Die Chips bekommt sie ebenfalls gespendet.

Im Juli feiert Stüven zehnjähriges Jubiläum ihrer Spendenaktion, die von der Carreras-Stiftung bereits mit Einladungen zur jährlichen Spendengala gewürdigt wurde.

Mehr als 12500 Euro haben Stüven und Mollenhauer in der Zeit eingenommen und gespendet. In ihrem Rekordjahr von 2014 waren es exakt 1782 Euro.

2018 dagegen war etwas mau. Um die 1000 Euro zu erreichen, legte Stüven sogar Geld dazu. „Weniger als 1000 Euro wollte ich nicht überweisen.“ Im laufenden Jahr habe sie bisher etwa 400 Euro eingenommen. Es dürfe gern noch mehr werden.

Von Nadine Materne

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