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Segeberg Jugendliche am Rand der Gesellschaft
Lokales Segeberg Jugendliche am Rand der Gesellschaft
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19:57 04.12.2018
Die Osterauinsel ist eine idyllische Parkanlage mitten in der Stadt. Allerdings wird hier auch mit Drogen gehandelt und in der vergangenen Wochen kam es sogar zu einer Sexualstraftat. Quelle: Anna Maria Persiehl
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Bad Bramstedt

 Die Ausschussmitglieder zeigten sich offen für eine Lösung, die Eva Hansen vom Kreisjugendamt den Kommunalpolitikern erläuterte. Ende November hatten sich der Leiter des Bürgerbüros, Jörg Kamensky, und Eva Hansen, die im Familienbüro in Bad Bramstedt für Sozialpädagogische Hilfen zuständig ist, unter anderem mit der Leiterin des Jugendzentrums, Christine Daue, und einem Vertreter der Polizei zusammengesetzt, um sich über die Situation in der Stadt ein Bild zu machen. Wie Hansen erläuterte, handelt es sich um „eine relativ große Gruppe Jugendlicher, die weder im Jugendzentrum erscheint noch dort angedockt ist.“ Hilfe verspricht sie von Streetwork, einer Sozialarbeit, die von Mobilität gekennzeichnet sei, „man geht auf die Jugendlichen zu.“

Jugendliche sind hochgradig gefährdet

„Diese Jugendlichen sind höchstgradig selbst- und fremdgefährdend“, schilderte Hansen die Lage auf den Straßen in Bad Bramstedt. Rund 20 Jugendliche halten sich an bestimmten Plätzen auf: auf der Osterauinsel, hinter dem ehemaligen Postgebäude im Landweg und vor einem Fastfood-Lokal. Wie sie erläuterte, sind es Jugendliche, die wenig elterliche Aufsicht genießen, „Jugendliche, die negative Erziehungspraktiken kennengelernt haben“, Trennungskinder, Obdachlose. Drogenkonsum und Drogenhandel, Schulabstinenz und Diebstahl werden auch in Bad Bramstedt beobachtet.

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32.000 Euro werden bereit gestellt

Hansen erläuterte, sie habe einen Restbetrag zur Verfügung, mit dem sie einen Streetworker von dem Anbieter WieGe GmbH erst einmal zwei Monate beschäftigen könne. Mit WieGe GmbH („Wiegmann und Gebauer, sozialräumliche Hilfen“) arbeitet das Kreisjugendamt auch anderweitig zusammen. Sollte die Stadt sich für das Projekt entscheiden, würde es sie bei einer Beschäftigung von 20 Wochenstunden für ein Jahr 31.250 Euro kosten.

Aus allen Fraktionen war zustimmendes Nicken für das angebotene Vorhaben festzustellen. 32.000 Euro wurden in den Haushalt 2019 aufgenommen, allerdings mit einem Sperrvermerk versehen. Zunächst wollen  die Fraktionen beraten.

Von Anna Maria Persiehl

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