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Segeberg Lautstarker Warnstreik für mehr Geld
Lokales Segeberg Lautstarker Warnstreik für mehr Geld
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13:48 29.07.2019
Von Einar Behn
Mit Trommeln und Trillerpfeifen ging es zum Rathaus. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

In der Tarifauseinandersetzung verlangt die Vereinigte Dienstleistungsgesellschaft (Verdi) 8 Prozent mehr Gehalt verteilt auf zwei Jahre für die nach dem Haustarif Beschäftigten. Wie Wolfram Göthert, Mitglied der Tarifkommission, erläuterte, werde damit noch keine Angleichung an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) erreicht. Aber es sei ein Schritt in die Richtung. Nach Verdi-Berechnungen liegen die Gehälter des Haustarifvertrages um durchschnittlich 12,3 Prozent unter dem TVöD. Betroffen sind davon Pflegekräfte, Physiotherapeuten, medizinische Fachangestellte und Verwaltungskräfte, insgesamt rund 320 Beschäftigte.

  Göthert lobte die "sehr konstruktiven Verhandlungen mit dem Arbeitgeber, wodurch es immerhin schon eine Annäherung gegeben hat. Doch das reicht uns nicht", so der Verhandlungsteilnehmer. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch Klinikum-Geschäftsführer Jens Ritter, hatte zuletzt 6,7 Prozent mit zweijähriger Laufzeit geboten.

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Die Arbeitgeberseite beruft sich darauf, dass das Klinikum durch den hohen Anteil an Rehabetten finanziell schlechter gestellt sei als Akutkliniken. Unter anderem bekommt es dadurch weniger staatliche Investitionskostenzuschüsse.

Die Streikenden zogen mit Trommeln und Trillerpfeifen vom Klinikum zum Rathaus, um dort eine Kundgebung abzuhalten. Dabei hatten sie Pappfiguren als Symbole für ihre arbeitenden Kollegen, die sich nicht am Warnstreik beteiligen konnten. Die Versorgung der Patienten musste sichergestellt bleiben.

Vor dem Rathaus griff auch Bürgermeisterin Verena Jeske zum Megaphon. Sie zeigte großes Verständnis für die Streikenden. "Je wichtiger der Dienst an der Gesellschaft, desto schlechter die Bezahlung". Der Fehler liege im Gesundheitssystem, so Jeske. Sie hoffe auf eine baldige Annäherung. Gleichwohl warb sie auch um Verständnis für die Arbeitgeberseite, zu der sie letztlich auch gehört. Die Stadt hält nämlich 10 Prozent an der gemeinnützigen Klinikgesellschaft, 20 Prozent das UKE Hamburg und 70 die Rentenversicherung Nord.

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