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Segeberg Immer mehr Einzelhandel am Lidl-Kreisel
Lokales Segeberg Immer mehr Einzelhandel am Lidl-Kreisel
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15:21 28.04.2018
Von Einar Behn
Lidl und Edeka an der Hamburger Straße wollen ihre Verkaufsflächen erweitern. Das Gebiet wird immer mehr zum zweiten Einkaufsschwerpunkt von Bad Bramstedt. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Das neue Einkaufszentrum um den sogenannte Lidl-Kreisel hat eine lange Geschichte. In den 1990er Jahren siedelte sich Lidl an der Ecke Holsatenallee/Hamburger Straße an. Den Neckarsulmern wurde es bald zu klein. Sie bauten einen neuen Markt auf der gegenüberliegenden Seite der Hamburger Straße, mussten sogar den Verkehrskreisel mitbezahlen, der extra dafür angelegt wurde. Lidl hatte das Gelände der früheren Fischfabrik Kelle gekauft. Es war so groß, dass von vornherein auch noch andere Handelshäuser Platz hatten. 2015 folgte Edeka als Mieter des Discountunternehmens.

Im Dezember letzten Jahres zog dann der Non-Food-Discounter Action in den alten Lidl-Markt, ein Matratzengeschäft eröffnet in Kürze auf dem gleichen Gelände und seit wenigen Tagen gibt es sogar eine italienische Eisdiele am Kreisel.

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Verträglichkeitsgutachen von Lidl selbst beauftragt

Nun hat Lidl beantragt, die Verkaufsflächen des eigenen Marktes um 300 und des Edeka-Marktes um 400 Quadratmeter zu vergrößern. Lidl-Manager Niklas Ostendorf betonte im Planungsausschuss: „Wir wollen bei Lidl kein größeres Sortiment anbieten, sondern die Waren besser präsentieren können.“ Sein Unternehmen hatte ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben. Der mit der Stadtplanung beauftragte Architekt Rainer Isensee fasste das Ergebnis zusammen: „Die Erweiterung der Märkte ist dem Gutachten zufolge Innenstadt verträglich.“ Sie gefährdeten auch nicht die anderen Lebensmittelmärkte in der Stadt. Daran, dass der Antragsteller die Expertise selbst in Auftrag gegeben hatte, nahm im Ausschuss niemand Anstoß.

Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach sagte der SZ: „Das beauftragte Büro ist das gleiche, wie das, das auch für die Stadt tätig ist.“ Das übliche Verfahren sei zwar, dass die Stadt die Gutacher beauftragt und dem Bauherrn die Kosten in Rechnung gestellt werden, doch in diesem Fall sollte es „wohl schneller gehen.“

Stadtplaner Isensee meint: „An der Hamburger Straße ist mittlerweile ein kräftiger Einzelhandelsstandort gewachsen.“ Doch auch er sprach sich nicht gegen die Verkaufsflächenvergrößerung aus. Und Fischfeinkosthersteller Seestern will ebenfalls davon profitieren. Er will seinen Fabrikladen direkt neben den Edeka-Markt verlegen.

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