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Segeberg Kahlschlag im Biotop
Lokales Segeberg Kahlschlag im Biotop
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19:26 03.04.2019
Von Einar Behn
Die Stadt leistete ganze Arbeit: Kahlschlag im Feuchtbiotop an der Weddelbrooker Straße. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Der Kahlschlag liegt schon deutlich vor Jeskes Amtsantritt, im Herbst 2018. Die Bürgermeisterin hat sich  im städtischen Bauamt informiert. Danach habe es für das künstlich geschaffene Gewässer nie eine Genehmigung gegeben. Dort sei einfach ein Graben aufgestaut worden. Der Teich soll nun aber zu einem Naturraum umgestaltet und so angelegt werden, dass ein regulierter Durchfluss des Wassers möglich ist. Der Gewässerpflegeverband Bramau werde dann die Zuständigkeit für Teich und Graben übernehmen. „Die Bäume mussten gefällt werden, damit das Gewässer ausgebaggert werden konnte“, so die Bürgermeisterin. 

Der frühere Ortsnaturschutzbeauftragte Dr. Maximilian Schäffler ist anderer Ansicht. Der Tümpel, ein früherer Fischteich, ist bereits im Landschaftsplan der Stadt von 1992 als geschütztes Biotop eingetragen. Er sei Lebensraum diverser Amphibien, der nun zerstört worden sei. Ein solche rigoroser Vorgehen in einem geschützten Biotop sei nicht zulässig, meint der Biologe.

Rigoros Erlen und Weiden gefällt

Dass rigoros vorgegangen wurden, ist offensichtlich: Die meisten Bäume, überwiegend Erlen und Weiden, wurde bis auf die Wurzel angesägt. Die gesamten Büsche um den Teich herum sind ebenfalls beseitigt worden. Im Landschaftsplan von 1992 wird der Tümpel als ökologisch durchaus wertvoll beschrieben. Dort ist von großen Röhrichtbeständen die Rede, von Teich- und Seerosen sowie einem artenreichen Gehölz. 

Kreis geht der Angelegenheit nach

Auf Nachfrage beim Kreis Segeberg, ob der Fall dort in der Unteren Naturschutzbehörde aktenkundig sei, erklärte Pressesprecherin Sabrina Müller: „Hinweise zu einer möglichen illegalen Abholzung im Feuchtbiotop an der Weddelbrooker Straße sind heute bei der Unteren Naturschutzbehörde per E-Mail eingegangen.“ Die Mail hatte Hartmut Müller verschickt, der sich, wie Schäffler, um den Teich sorgt. Der Kreis werde nun „ermitteln, belastbare Ergebnisse liegen aber noch nicht vor.“ Dass es eine Genehmigung für den Eingriff in das Biotop gegeben hat, konnte die Kreissprecherin nicht bestätigen. Auch das werde geprüft.

Durch die Osterferien ist der Masern-Spuk an den Bad Segeberger Schulen zumindest vorläufig vorbei. Damit die hoch ansteckende Krankheit nach den freien Tagen nicht erneut ausbricht, empfiehlt das Gesundheitsamt „dringend, Impflücken in der Zwischenzeit durch eine Impfung schließen zu lassen“.

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