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Segeberg Gildefest geht auch auf Hochdeutsch
Lokales Segeberg Gildefest geht auch auf Hochdeutsch
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11:42 13.06.2019
Von Uwe Straehler-Pohl
Die Bürgermeisterin tanzte mit Ehemann Thilo Jeske und anderen Honoratioren der Gilde am Roland. Quelle: Uwe Straehler Pohl
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Bad Bramstedt

 „Obwohl ich in der Landwirtschaft groß geworden bin, haben wir das Plattdeutsche nie gepflegt“, stellte die aus Mecklenburg stammende Bürgermeisterin ohne Umschweife klar. 

Zunächst allerdings wurde das jahrhundertealte Ritual gepflegt: Am Dienstag nach Pfingsten bei Sonnenuntergang dreimal um den Roland laufen und dann einen Walzer tanzen. Der laue Sommerabend machte das zum Vergnügen.

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Viele Bäuche im Wahlkampf gesehen

Mit dem Gildebefehl hatte die Bürgermeisterin den Auftrag bekommen, zu schildern, was sie als Zugezogene in Bad Bramstedt so erlebt hat und wie sie sich das Gildeleben vorstellt. Mit Witz und kleinen Spitzen schilderte Jeske ihre ersten Erfahrungen mit den Bad Bramstedtern. Bei ihren Hausbesuchen im Wahlkampf sei sie auch von Mitgliedern der Fleckensgilde hinein gebeten worden. Dabei habe sie viele Menschen und Wohnzimmereinrichtungen kennen gelernt. „Ich habe viel Unterhosen und nackte Bäuche an den Haustüren gesehen, es war ja ein heißer Sommer.“

Auch in Geschäften oder auf dem Wochenmarkt seien ihr die Menschen überwiegend freundlich begegnet. „Ich kann also sagen, die Gilde hat mich von Anfang an in Augenschein genommen, ob ich denn tauglich für diesen Ort bin“, so die Bürgermeisterin. 

Das Rathaus ist schon etwas weiter

Überhaupt sei die Fleckensgilde ja durchaus mit der Stadtverwaltung vergleichbar, angefangen bei den Jüngsten, den Auszubildenden, bis hin zum Ältermann, der im Rathaus allerdings seit Februar eine Frau ist. „Das hat die Gilde noch nicht“ – kurze Pause, dann setzte der Applaus nicht nur der weiblichen Ballgäste ein. 

Volker Ehlers wird neuer Jüngster

Zweiter Höhepunkt des Abends: Thorsten Ehlers, Finanzberater und Eigentümer des Kaisersaals, wurde als neuer Jüngster ausgerufen, was ihn ganz offensichtlich freute.  Ehlers sagte, er freue sich nun mit der Gilde die Tradition pflegen zu können. 

„Außerdem ist die Gilde ja auch eng mit dem Kaisersaal verbunden“, so Ehlers. Über Generationen befand er sich im Besitz der Familie Fuhlendorf, die wahrscheinlich in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu Jürgen Fuhlendorf steht, der im 17. Jahrhundert die Bramstedter vor der Leibeigenschaft bewahrte – der Grund für das alljährliche Gildefest

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