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Segeberg Der Reichspräsident ist schon wieder weg
Lokales Segeberg Der Reichspräsident ist schon wieder weg
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15:35 26.09.2019
Von Einar Behn
Schon wieder wurde das Friedrich-Ebert-Denkmal am Liethberg vermutlich Opfer von Kupferdieben. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Wann genau die Kupferplakette gestohlen wurde, ist nicht bekannt. Es liegt aber wohl schon einige Wochen zurück. Die Täter gingen mit brutaler Gewalt vor, wie die Schäden am Denkmal zeigen. „Wir müssen nun sehen, wer uns die Plakette nachbildet“, sagt Erich Dorow vom städtischen Bauamt. Eine Mitarbeiterin sei beauftragt, ein geeignetes Unternehmen zu finden. Es ist bereits das vierte Mal, dass das Denkmal beschädigt wird. 

1931 wurde das Denkmal vom Reichsbanner aufgestellt

Der am 28. Februar 1925 im Alter von nur 54 Jahren an einer verschleppten Blinddarmentzündung gestorbene Reichspräsident bekam 1931 sein Denkmal in Bad Bramstedt auf Initiative des Reichsbanners, eines überparteilichen Demokratie-Bündnisses. Der SPD-Politiker war 1919 zum Reichspräsidenten der Weimarer Republik gewählt worden. Doch ein Denkmal für einen Sozialdemokraten fanden viele Bad Bramstedter damals unpassend. 

Eine große politische Mehrheit in der Kleinstadt war konservativ-national gesonnen, haderte mit dem verlorenen ersten Weltkrieg und hätte wohl lieber den Kaiser zurück gehabt. Die Stadtverordnetenversammlung verhinderte, dass der Ebert-Stein auf dem Marktplatz aufgestellt wurde. So bekam das Denkmal seinen Platz vor dem Wohnhaus des damaligen SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Gustav Schatz – bis junge Nazis es im März 1933 am Tag der Reichstagseröffnung nach einer flammenden Rede des bekannten Lehrers und Hitler-Anhängers, Otto Schnepel sen., vom Sockel stießen. Schatz hatte allerdings die Kupferplakette mit dem Konterfei gerettet und bewahrte sie in der Zeit des Nationalsozialismus in seiner Schreibtischschublade auf. 

Denkmalschänder mussten Findling wieder aufstellen

Die namentlich bekannten Denkmalschänder mussten nach dem Krieg auf Geheiß der Engländer den Findling wieder aufstellen und die Plakette wieder daran befestigen.

Weil in den 1960er Jahren dann in der Straße „Unter der Lieth“ ein Hochhaus gebaut wurde, musste das Denkmal weichen. Es fand seinen neuen Platz in der Glückstädter Straße

1997 kam es dann zur zweiten Beschädigung, diesmal wohl ganz unpolitisch. Vermutlich hatten Besucher eines Rockkonzertes auf der gegenüberliegenden Schlosswiese die Plakette mitgehen lassen. Das Original ist seitdem verschwunden. Die Stadt ließ eine Kopie anfertigen, die dann bis vor Kurzem auf dem Stein angebracht war. 

Denkmal störte die Fleckensgilde

2007 musste das Denkmal erneut umziehen. Die Fleckensgilde beanspruchte die kleine Parkanlage für sich, weil dort zum 80. Geburtstag des Gildemeister Otto Schnepel, Sohn des Redners von 1933, ein Baum gepflanzt worden war und nach dem Tod Schnepels daraus nun eine kleine Erinnerungsstätte werden sollte. Auch die SPD war einverstanden, das Denkmal wanderte zum Liethberg unweit seines ursprünglichen Platzes. 

Ob das eine gute Idee war? Dort steht es nun gut sichtbar für den vorbeirauschenden Verkehr und auch für Kupferdiebe. 2014 versuchten Unbekannte die nachgebildete Plakette zu stehlen. Das gelang nicht, sie wurde allerdings stark verbogen. 

Das Schild darunter mit dem Namenszug des bedeutenden Politikers erbeuteten die Unbekannten jedoch. Die Stadt ließ die Plakette wieder gerade biegen, das Namensschild wurde erneuert. 

Anzeige gegen Unbekannt erstattet

Nun der vierte Angriff. Diesmal fehlt das Konterfei während das Namensschild am Stein blieb. Die Stadt hat wiederum Anzeige bei der Polizei gegen Unbekannt erstattet. Ermittlungsergebnisse gibt es bisher nicht. Wahrscheinlich ist das Abbild des Reichspräsidenten längst eingeschmolzen worden. 

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