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Segeberg Die Opernsängerin vom Bauamt
Lokales Segeberg Die Opernsängerin vom Bauamt
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18:22 10.10.2019
Von Einar Behn
Maike Voß leitet seit Anfang des Monats das Bad Bramstedter Bauamt. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Bürgermeisterin Verena Jeske und der kommissarische Bauamtsleiter Erich Dorow waren von der Bewerberin sofort angetan. Maike Voß hatte sich zwölf Stunden lang in Bad Bramstedt umgesehen. Zum Bewerbungstermin kam sie dann mit einer Karte der Stadt und diversen Pergamentpapieren, die sie dann über die Karte legte. Darauf hatte sie ihre Ideen für die Zukunft der Stadt skizziert. „Das hat uns beeindruckt“, sagte die Bürgermeisterin. Die Entscheidung sei dann schnell zugunsten von Maike Voß gefallen.

Im Kinderchor begann die Leidenschaft

„Ich habe vorher noch nie in einer Verwaltung gearbeitet und eigentlich auch gar nicht damit gerechnet, dass ich die Stelle bekomme“, erzählt die neue Abteilungsleiterin. Und überhaupt hatte sie ursprünglich ganz andere Pläne. Mit sieben begann sie in ihrer Heimatstadt Hamburg im Kirchenchor zu singen. „Daraus entstand eine große Leidenschaft fürs Singen.“ Vom Kirchenchor ging es zum Kinderchor der Staatsoper Hamburg. Mit 16 bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule in Hamburg, studierte Gesang, im Hauptstudium dann Operngesang. „Durchs Singen konnte ich mir auch mein Studium finanzieren“, berichtet sie.

Berufssängerin: Ein Leben aus dem Koffer

Doch das Dasein als Berufssängerin im Chor der Staatsoper Hamburg war ein unstetes. Bis nach Japan kam sie mit einem kleineren Ensemble. „Es ist ein Leben aus dem Koffer“, sagt Maike Voß. Eine Familie zu gründen, daran war nicht zu denken. So reifte der Gedanke, doch lieber einen Beruf zu ergreifen, der ein normales Leben zulässt. Hinzu kam, dass sie ihren heutigen Ehemann kennenlernte, ein Landwirt in Heidmühlen. Das Paar hat eine einjährige Tochter und lebt nun auf dem Bauernhof. „Vorher habe ich auf dem Kiez in St.Pauli gewohnt“, so Maike Voss. Der Umzug in das 700-Seelen-Dorf sei schon ein großer Schritt gewesen. „Aber mein Mann konnte den Stall ja schlecht mit nach Hamburg nehmen“. Doch sie gewöhne sich an das Landleben.

Es sollte es Kreatives sein

Das Abitur hatte die Hamburgerin schon während des Musikstudiums nachgeholt. So konnte sie Architektur an der Hafen-City-Universität Hamburg studieren. „Es sollte schon etwas Kreatives sein“, erinnert sie sich. Aber, in einer Behörde sitzen, ein Bauamt leiten – darunter stellen sich die wenigsten einen kreativen Beruf vor. „Doch, das ist kreativ“, widerspricht die neue Amtsleiterin. „Es ist sogar kreativer, als als Architektin zu arbeiten.“ Die müssten Pläne nach den Wünschen der Auftraggeber zeichnen. Ein paar Jahre hatte sie den Beruf in Hamburger Architektenbüros kennengelernt.

Stadtplanung findet im Rathaus statt

„Als Bauamtsleiterin kann ich aber die Stadt entwickeln“, sagt sie. Und genau das erwartet auch die Bürgermeisterin von ihr. „Wir wollen die Stadtplanung ins Rathaus zurückholen“, so Verena Jeske. In den letzten Jahren sei die gesamte Bauleitplanung an externe Stadtplanungsbüros vergeben worden, damit soll nun Schluss sein. Und auch Geld gespart werden.

Eine große Aufgabe wartet bereits auf die Neue. Die Stadt muss in den nächsten Jahren einen neuen Flächennutzungsplan erarbeiten. Der bestehende ist über 20 Jahre alt und abgearbeitet. Der F-Plan ist das zentrale Instrument in der Zukunftsgestaltung der Stadt, weil darin festgelegt wird, welche Gebiete wie genutzt werden sollen. „Ich habe dafür schon ganz viele Ideen“, versichert die junge Architektin.
Bauamtsleiterin ist sogar kreativer, als als Architektin zu arbeiten.

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