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Segeberg Drei Fahrstühle für eine Schule?
Lokales Segeberg Drei Fahrstühle für eine Schule?
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19:52 07.07.2019
Von Einar Behn
Die Grundschule Am Bahnhof steht unter Denkmalschutz. Das macht es schwer, sie modernen Bedürfnissen anzupassen. Quelle: Archiv Schadendorf
Bad Bramstedt

Der Schulverband hat dazu das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen.

Alle drei Bad Bramstedter Grundschulen beklagen Raummangel, vor allem für die Nachmittagsbetreuung. Jedoch nur die Schule am Bahnhof bekommt Mittel aus dem Kommunalinvestitionsgesetz des Bundes, weil die Umbauten hier besonders aufwendig sind. Das Haus, in dem früher das Jürgen-Fuhlendorf-Gymnasium beheimatet war, steht unter Denkmalschutz. Die Stadtverwaltung hatte bereits mehrere Pläne entwerfen lassen, wie die Schule zu besseren Betreuungsräumen kommen kann. Doch das Untere Denkmalpflegeamt des Kreises Segeberg erhob Einspruch. An der Vorderfront am Übergang vom Altbau zum Neubau Betreuungsräume anzubauen, wurde verworfen, weil dadurch das Kulturdenkmal zu sehr beeinträchtigt würde. Auch einen außen angebauten Fahrstuhlschacht, durch den das Gebäude behindertengerecht werden sollte, ließen die Denkmalschützer nicht zu. 

Ein Fahrstuhl durchs Dach ist nicht zulässig

„Wir müssen den Fahrstuhl im Gebäude bauen“, berichtete Schulverbandsvorsteherin Verena Jeske vor den Fachausschüssen des Schulverbandes, und das wird aufwendig. Um nicht zu viele Unterrichtsräume zu verlieren und den Fahrstuhlschacht auch nicht durchs Dach bauen zu müssen, was ohnehin unzulässig wäre, gibt es nach Angaben von Jeske nur eine Lösung: „Ein Fahrstuhl, der in den ersten Stock führt und ein zweiter, der an anderer Stelle ins Dachgeschoss führt.“ 

Die fehlenden Betreuungsräume sollen nach dem aktuellen Plan in einem separaten Gebäude entstehen, sodass das Kulturdenkmal überhaupt nicht beeinträchtigt wird. Nach Jeskes Plänen soll das Gebäude auf dem Schulhof gebaut und zweigeschossig werden: unten die Mensa, darüber die Betreuungsräume. Folge: „Damit auch dieses Haus barrierefrei wird, müssten wir einen dritten Aufzug bauen“, so Bad Bramstedts Bürgermeisterin. Was das alles zusammen kosten wird, müsse noch ermittelt werden. 

1,1 Millionen Euro werden nicht ausreichen

Sicher ist aber, dass die bisher geschätzten Ausgaben von 1,1 Millionen Euro auf keinen Fall reichen werden. Sie waren Grundlage für den Förderantrag, das Land hatte als Genehmigungsbehörde 700 000 Euro aus dem Bundesprogramm in Aussicht gestellt.

Stadtverordneter Fritz Bredfeldt (Grüne) erinnerte daran, dass die Grundschule doch erst 2017 im Dachgeschoss eine neue Mensa erhalten habe. Kosten damals: 220 000 Euro. Aber Christina Leonhardt, die als Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes die betreuten Ganztagsschulen organisiert, sagte: „Der Platz reicht einfach nicht aus.“ Von den 220 Kindern in der Schule seien 80 Prozent für die Betreuung und das Essen angemeldet. „Der Raum kann später als Schulküche und für die Betreuung genutzt werden“, so Leonhardt. „Dann müssen wir aber wenigstens so ehrlich sein und gestehen, dass wir einen Fehler gemacht haben“, antwortete Bredfeldt.

Auch Eltern behinderter Kinder haben Recht auf freie Schulwahl

Skeptisch äußerte sich in der Sitzung der Schulverbandsgremien auch Fuhlendorfs Bürgermeister Jürgen Schümann. „Warum werden denn behinderte Kinder nicht in eine der beiden anderen Schulen eingeschult?“, fragte er. Dann könne der Verband auf die kostspieligen Fahrstühle verzichten. Doch davon wollte Jeske nichts wissen. „Barrierefreiheit steht für mich ganz oben“, sagte sie. Eltern behinderter Kinder hätten das gleiche Recht auf freie Schulwahl wie andere auch. Der Schulverband müsse da mit gutem Beispiel vorangehen. 

Als nächstes werden nun die Kosten für den Mensabau und die drei Fahrstühle ermittelt werden. Dann wird das Thema im Schulverband wieder aufgerufen. 

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