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Segeberg Geld sprudelt für viele Projekte
Lokales Segeberg Geld sprudelt für viele Projekte
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11:22 18.07.2019
Von Sylvana Lublow
Hans-Jürgen Kütbach (Vereinsvorsitzender), Verena Jeske (Bürgermeisterin Bad Bramstedt) und Katharina Glockner (Regionalmanagerin) stehen vor dem Fontänenfeld auf dem Bleeck in Bad Bramstedt, für das es auch eine Förderung der Aktivregion gab. Quelle: Sylvana Lublow
Bad Bramstedt

Aktivregionen fördern mit EU-Geldern Projekte, Ideen oder Bauten von Kommunen, Vereinen und sogar Privatpersonen. Einzige Bedingung: Es muss für die Gemeinschaft von Nutzen sein.

Die Aktivregion Holsteiner Auenland, die als Verein 2007 gegründet wurde, fördert seitdem Projekte in Bad Bramstedt, Bad Bramstedt-Land, Kaltenkirchen-Land, Kellinghusen-Land und Stadt, in den Ämtern Rantzau und Hörnerkirchen sowie im Amt Boostedt-Rickling. Die aktuelle Förderperiode (2014 bis 2020) läuft im kommenden Jahr aus. „Es gibt aber noch einen Übergangszeitraum von zwei Jahren. Wenn noch Gelder übrig sind, kann auch noch bis 2022 gefördert werden“, erklärt Regionalmanagerin Katharina Glockner. Sie ist die erste Ansprechpartnerin, wenn es um förderfähige Projekte geht.

Noch 700000 Euro Fördergelder sind zu vergeben

Für den Förderzeitraum standen der Aktivregion 2,9 Millionen Euro zur Verfügung. Rund 700 000 Euro sind noch zu verteilen. Und Geld von der Aktivregion zu bekommen, ist gar nicht so schwer, sagt Glöckner, die es wissen muss. Immerhin bearbeitet sie alle Anträge, bevor sie in den Projektbeirat gehen, wo dann entschieden wird, ob gefördert wird, und wenn ja, mit welcher Summe. „100 000 Euro ist unser Höchstbetrag, den wir vergeben“, sagt Glockner. So viel Geld wurde zuletzt zum Beispiel dem Verein K.206 aus Hasenmoor zugesprochen. „Der Verein hat in Hartenholm einen alten Gasthof gekauft, um darin ein kulturelles Zentrum aufzubauen. Der Verein arbeitet auch mit behinderten Menschen zusammen“, erklärt die Regionalmanagerin: „Der Beirat muss das Projekt dann mit einem bestimmten Punktesystem bewerten. In diesem Fall gab es eine sehr hohe Punktzahl, weshalb der Verein den Höchstbetrag erhält.“

Projekte aus fünf Kernbereichen werden gefördert

Denn, und das ist wichtig, das Projekt spricht sogar alle Kernthemen an, die von der Aktivregion als Förderbedingungen aufgestellt wurden : Land-und Naturerlebnis, Ortskernerlebnis, Gemeinsam nachhaltig, Starke Gemeinschaft und Gemeinschaft bildet. In der Regel reicht es, wenn ein Projekt mindestens eines der Kernthemen anspricht. Weiterhin werden auch Modellhaftigkeit, Außenwirkung, Nachhaltigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen bewertet. „Wichtig ist das Ziel. Was soll mit dem Projekt erreicht werden? Und wie groß ist der Beitrag für die Gemeinschaft?“, so Glockner. Um alle formellen Genehmigungen muss sich der Antragsteller selbst kümmern, der Förderantrag wird zusammen mit Katharina Glockner ausgearbeitet. „Es reicht ein Anruf oder ein Termin mit mir und die erste Hürde ist schon genommen“, sagt sie. Glockner findet es schade, dass viele noch davon ausgehen, es wäre zu kompliziert. „So viele Ideen sind toll. Und durch eine Anschubförderung können sie Realität werden.“ Verbunden mit der Förderung ist lediglich eine fünfjährige Zweckbindungsfrist.

Kütbach ist seit Beginn im Vorstand

Einer, der sich bestens damit auskennt, ist Hans-Jürgen Kütbach. Er gehört zu den Gründervätern der Aktivregion Holsteiner Auenland und ist von Beginn an der Vereinsvorsitzende. Mit den zwei gleichberechtigten Stellvertretern Heiko Döpke, Bürgermeister von Barmstedt, und Jürgen Rebien als Amtschef Kellinghusen-Land bildet er den Vorstand. „Allein die Stadt Bad Bramstedt zeigt, welche Vielfalt an Projekten gefördert werden kann“, sagt er. Da wären zum Beispiel der Treppenlift im Schloss, die Fitnessgeräte auf der Osterauinsel, die Kanu-Anlegestelle oder das Fontänenfeld auf dem Bleeck. „Aber auch das Pilotprojekt der Kooperationserziehung wäre ohne die Anschubfinanzierung durch die Förderung nicht möglich gewesen“, sagt Kütbach. Auch für das Konzept zur Umgestaltung der Schlosswiese gab es eine Förderung (11 000 Euro), ebenfalls für das Konzept zur Ärzteversorgung (50 000 Euro). 

Verena Jeske lobt die Unkompliziertheit

Bis vor Kurzem war Kütbach als Vertreter der Stadt Bad Bramstedt auch Mitglied im Projektbeirat. Dieser besteht aus 19 Mitgliedern, neun von ihnen sind Vertreter der beteiligten Kommunen und zehn aus dem Wirtschafts- und Sozialbereich. Diesen Sitz musste Kütbach mit seinem Ausscheiden als Bürgermeister nun räumen, seine Nachfolgerin Verena Jeske wurde im Juni gerade frisch von der Mitgliederversammlung in den Beirat gewählt. Auch sie hat die Fördermöglichkeiten schon genutzt: Für den Anbau an das Jugendzentrum (Juz) gibt es 100 000 Euro Fördermittel. „Für die Kommunen ist die Aktivregion enorm wichtig“, sagt Jeske, die vor allem den kurzen und unkomplizierten Weg lobt. „Ohne die Förderung für das Juz hätten wir vielleicht gar nicht die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung bekommen. Das Geld hilft uns sehr weiter.“ 

Bürgerbus, Grundschule, Pavillon

Aber auch in anderen Kommunen konnten schon viele Projekte angeschoben oder realisiert werden. Ein paar Beispiele: in Großenaspe der Pavillon am Ketelvierth (11 000 Euro), in Hitzhusen die Außenanlage der Grundschule (14 000 Euro), in Groß Kummerfeld gab es 100 000 Euro für die Alte Schule und in Kellinghusen wurde der Bürgerbus eingeführt (15 000 Euro). 

Der Projektbeirat tagt vier Mal im Jahr. Dann werden die eingegangenen Anträge bewertet. Die nächste Sitzung ist im September. Die Antragsteller müssen ihr Projekt nicht selbst vorstellen, das macht Katharina Glockner. „Wir haben das so entschieden, weil es anders unfair wäre. Einige können vielleicht nicht so gut offen sprechen, haben aber ein tolles Projekt, andere sprechen toll, da steckt aber nicht so viel hinter“, erklärt Kütbach dieses Entscheidung. 

In einigen Regionen muss noch ordentlich geworben werden

Neid zwischen den Beiratsmitgliedern gebe es nicht. „Ohne dass wir darauf explizit geachtet haben, ist das Geld nahezu gerecht verteilt worden“, sagt Kütbach. Kontroverse Diskussionen über Projekte habe es hingegen aber schon gegeben. „Es gibt auch Regionen, die stellen kaum Anträge, die werden dann von uns regelrecht genervt“, sagt Glockner: „Wir gehen zum Beispiel in die Ausschüsse und machen auf uns aufmerksam.“ 

Nach der laufenden Förderperiode wird alles wieder neu entschieden. „Dann muss sich die Aktivregion erneut mit einen Konzept bewerben beim Land und der EU“, sagt Kütbach, der hofft, dass auch das neue EU-Parlament die Wichtigkeit der Aktivregionen anerkennt.

Katharina Glockner ist unter Tel. 04821/94963230 zu erreichen. 

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