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Segeberg Rückblick in revolutionäre Zeiten
Lokales Segeberg Rückblick in revolutionäre Zeiten
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06:00 11.01.2019
Von Einar Behn
Der Arbeiterrat um Gustav Schatz (links, sitzend) agierte 1918/19 in Bad Bramstedt. Quelle: Archiv
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Bad Bramstedt

Im November 1918 löste der Matrosenaufstand in Kiel deutschlandweit revolutionäre Bewegungen aus. Auch an Bad Bramstedt gingen diese Entwicklungen nicht vorbei. Hunger, Krankheiten wegen Mangelerscheinungen, die Ausbreitung der Spanischen Grippe und akuter Brennstoffmangel machten den Menschen das Leben schwer.

Tausende von Kriegsgefangenen arbeiteten auf Bauernhöfen oder waren in den beiden großen Lagerkomplexen in Bimöhlen und Springhirsch bei Nützen interniert. Der revolutionäre Funke aus Kiel zündete laut dem Kaltenkirchener Historiker Braas zuerst bei den Wachmannschaften dieser beiden Lager, die einen Soldatenrat bildeten und setzte sich bald fort.

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Diebstähle und Alkoholexzesse

In Bad Bramstedt entstand ein Arbeiterrat um den Sozialdemokraten Gustav Schatz. Es waren turbulente Zeiten, hat Braas recherchiert. Die Gefangenen konnten sich nach Kriegsende frei bewegen. „Es gab zunehmendes Hamstern von Lebensmittel, eine ausufernde Kleinkriminalität und wochenlange öffentliche Alkoholexzesse von Einheimischen und Kriegsgefangenen“, weiß der Historiker

Die SPD Bad Bramstedt hat Braas eingeladen, am Donnerstag, 17. Januar, einen Vortrag unter dem Titel „100 Jahre Novemberrevolution – als Deutschland Demokratie wurde“ im „Kaisersaal“ zu halten. Eigentlich sollte die Veranstaltung im November letzten Jahres stattfinden, musste aber aus Termingründen ins neue Jahr verlegt werden. 

Die Vortragsveranstaltung beginnt um 19.30 Uhr, nach dem Vortrag besteht Gelegenheit, Fragen zu stellen und zu diskutieren.

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