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Segeberg Kulturdenkmal droht der Abriss
Lokales Segeberg Kulturdenkmal droht der Abriss
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20:10 08.10.2019
Von Einar Behn
Das Haus ist in einem dramatisch schlechtem Zustand. Ein Sachverständiger bescheinigt ihm Einsturzgefahr. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

 Früher gab es hier „Colonialwaren“ und „Conserven“, wie verblichene Schriften an der Fassade verraten, heute sind hier Holzwurm und Schimmel zuhause. Die Offen Immobilien GmbH in Wiemersdorf hat das über 100 Jahre alte Gebäude erworben und will es nun abreißen. In dem Antrag an die Stadt verweist das Unternehmen auf die Einsturzgefahr des alten Gemäuers, das schon seit Jahrzehnten leer steht.

Eine Birke wächst aus dem Dach des Hauses am Maienbeeck

Marc Oliver Offen ließ das Gebäude auch von einem Sachverständigenbüro für Holzschäden untersuchen. Das Ergebnis war vorherzusehen: die Balken sind komplett durchfeuchtet, Schimmel und Fäulnisschäden haben dem Haus so zugesetzt, dass das obere Stockwerk nicht mehr betreten werden kann. Sichtbares Zeichen für den Verfall nach außen: Aus dem Dachgeschoss wächst eine Birke. 

Offen will das alte Haus durch einen Neubau ersetzen, doch dafür muss er gleich zwei Genehmigungen haben. Die Untere Denkmalschutzbehörde des Kreises Segeberg muss den Schutzstatus als im Denkmalbuch des Landes eingetragenes Kulturdenkmal aufheben, die Stadt eine Befreiung von der Erhaltungssatzung genehmigen. Die Satzung schützt sämtliche Gebäude in der Bad Bramstedter Innenstadt vor dem Abriss.

Stadt Bad Bramstedt wartet auf Votum der Denkmalschützer

Nun lag der Antrag dazu dem Bauausschuss vor, der aber keine Entscheidung fällen wollte. „Wir sollten zunächst abwarten, was die Denkmalbehörde sagt“, so der vertretungsweise amtierende Ausschussvorsitzender Ralph Baum (SPD). So beschloss es auch das Gremium. Doch glücklich waren nicht alle Kommunalpolitiker darüber. „Man muss solch ein Haus nur 20 Jahre leer stehen lassen, dann erledigt sich das mit dem Denkmalschutz von selbst“, sagte Cornelia Schönau-Sawade (Bündnis 90/Grüne). Jaochim Behm (FDP) meint dagegen: „Das ist eine Bruchbude, der man nicht nachweinen sollte.“ 

Stilelemente der Fassade im Maienbeeck beibehalten

Das Bauamt wurde beauftragt, mit den Antragstellern einen Vertrag zu schließen. Darin soll festgelegt werden, in einem Neubau Stilelemente der alten Fassade wieder aufzunehmen. Dieses Verfahren hatte die Stadt bereits im Schlüskamp praktiziert. Dort wurde ein Wohnhaus mit Jugendstilfassade abgebrochen.Der Bauherr verpflichtete sich, die Jugendstilelemente im Neubau wieder aufzunehmen. Zurzeit wird dort noch gebaut.

Das alte Haus im Maienbeeck gilt als ein typischer Vertreter der historischen Bebauung in dieser Straße. Gebaut wurde es um 1880. Laut Heimathistoriker Jan-Uwe Schadendorf hatte es der Kaufmann Heinrich Schmidt 1899 gehörte dem Drechsler J. Rumohr übernommen, der 1891 in seiner Werkstatt als erster am Ort einen 3-PS Dampfmotor einsetzte. 

1899 war Geschäftseröffnung in Bad Bramstedt

Heinrich Schmidt der aus Blankenese stammte, eröffnete am 1. April 1899 sein „Colonialwarengeschäft“, auf das noch heute die verblichene Schrift an Straßenfront hinweist. Das Haus wechselte mehrfach den Besitzer. Im frühen 20. Jahrhundert wurde es aufgestockt. Das Satteldach wich einem Obergeschoss, darüber wurde ein Walmdach gebaut. Noch in den 1970er Jahren wurde in dem Gebäude ein Lebensmittelgeschäft von der Familie Kiekbusch betrieben. Als sie es aufgab, blieb das Haus leer und verfiel mit den Jahren. 

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Bilder vom Haus am Maienbeeck in Bad Bramstedt

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