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Segeberg Geschütztes Haus darf abgerissen werden
Lokales Segeberg Geschütztes Haus darf abgerissen werden
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18:54 06.11.2019
Von Einar Behn
Die alten Aufschriften sind noch zu erkennen. Früher wurde hier mit "Colonialwaren" und "Conserven" gehandelt. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Das frühere Wohn- und Geschäftshaus ist ein typischer Vertreter der historischen Bebauung in dieser Straße. Errichtet wurde es um 1880. Noch heute zeigt eine verblasste Aufschrift, dass hier mit „Colonialwaren“ und „Conserven“ gehandelt wurde. Doch das Gebäude steht seit Jahrzehnten leer. Schon im städtebaulichen Rahmenplan von 1989 wird es als marode beschrieben. Die Offen Immobilien GmbH in Wiemersdorf kaufte es vor einigen Monaten, mit der Absicht es durch einen Neubau zu ersetzen – obwohl das Gebäude im Dezember 2017 unter Denkmalschutz gestellt worden war. 

Wirkungsloser Denkmalschutz

Doch es war absehbar, dass der Schutz wirkungslos bleibt. Diana Härtrich vom Landesamt für Denkmalpflege erklärte gegenüber der Segeberger Zeitung, dass der Erhaltungszustand unerheblich sei. „Wenn ein Gebäude die gesetzlichen Kriterien für den besonderen Denkmalwert erfüllt, ist es laut geltendem Denkmalschutzgesetz in die Denkmalliste einzutragen. Bei der Entscheidung über die Eintragung besitzt das Landesamt kein Ermessen, auf den Erhaltungszustand kommt es in diesem Zusammenhang nicht an“, so die Denkmalschützerin. „Das Gebäude besitzt einen anschaulichem Dokumentationswert für die Stadt- und Wirtschaftsgeschichte Bad Bramstedts im späten 19. Jahrhunderts“, heißt es in der Begründung der Unterschutzstellung. 

Fäulnis und Holzwurmbefall

Dennoch musste auch ihre Behörde erkennen, dass der Gemäuer nicht mehr zu retten ist. Firma Offen hatte einen Gutachter durch das Haus geschickt. Der bescheinigte, dass das Gemäuer von Fäulnis und dem Holzwurm befallen ist, aus Sicherheitsgründen das obere Stockwerk nicht mehr betreten werden kann. Aus dem kaputten Dach wächst bereits eine Birke. Auch Bauamtsleiterin Maike Voß sagt: „Das Haus ist ein Sicherheitsrisiko.“ 

Neubau lehnt sich an alte Fassade an

So blieb dem städtischen Bauausschuss nichts anderes übrig, als sich der Entscheidung der Denkmalbehörde anzuschließen. Das Haus steht nämlich auch unter dem Schutz der städtischen Erhaltungssatzung, aus dem es nun entlassen wurde. Firma Offen hat aber schon ein paar Vorschläge für einen Neubau beim Bauamt eingereicht. Bürgermeisterin Verena Jeske sagte der SZ: „Der Eigentümer zeigte sich sehr bereitwillig, dort etwas Passendes zu bauen, das sich auch an die Optik der alten Fassade anlehnt.“ Das habe der Bauausschuss in seinem Beschluss auch zur Bedingung gemacht. Der Bauantrag für den Neubau werde dem Bauausschuss dann zur Abstimmung vorgelegt, so Jeske

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