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Segeberg Neue Pläne nach Kahlschlag im Biotop
Lokales Segeberg Neue Pläne nach Kahlschlag im Biotop
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21:17 22.01.2020
Von Einar Behn
So sah das Biotop im Frühjahr 2019 aus. Die Stadt hatte fast die gesamte Vegetation beseitigt. Der Teich war über 100 Jahren angelegt worden, indem der Graben (im Vordergrund) gestaut wurde. Hierhin leitet die Stadt nun Regenwasser aus einem Neubaugebiet. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Zur Erinnerung: Vor knapp einem Jahr hatte die Stadt fast die gesamte Vegetation an dem früheren Karpfenteich des Gutes Bissenmoor beseitigen lassen. Sie wollte dadurch einem Bagger Zugang zu dem Gewässer verschaffen, denn es sollte zum Regenrückhaltebecken für ein kleines Neubaugebiet auf dem ehemaligen Gelände des Gartenbaubetriebes Wandrey umfunktioniert werden. Von dort gibt es eine Regenwasserleitung zu einem Graben, der in den Teich mündet und auf der Nordseite wieder austritt. Der Teich ist nur ein Staugewässer dieses Grabens.

Ausbaggern zerstört Flora und Fauna

Doch es hagelte Proteste nach dem Kahlschlag. Das Problem daran: Die Stadt selbst hatte den Teich bereits 1992 in einem Landschaftsplan zum geschützten Biotop erklärt. Es war ein Idyll mit Seerosen und zahlreichen Amphibien entstanden. Das Ausbaggern würde die gesamte Flora und Fauna in dem Gewässer zerstören. Auf Anfrage der Segeberger Zeitung hatte auch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) des Kreises Segeberg das Gewässer als geschütztes Biotop nach dem Bundesnaturschutzgesetz eingeordnet, erklärt, allerdings noch keine Stellungnahme an die Stadt geschickt. Sie wollte zunächst noch das Landesamt für ländliche Räume und Umweltschutz (LLUR) in Flintbek als übergeordnete Behörde um eine Stellungnahme bitten. Ein Ergebnis liegt der Stadt bisher nicht vor.

Steinwälle leiten Regenwasser

Bauamtsingenieurin Telse Witten präsentierte dem Ausschuss nun einen neuen Plan. Das Ausbaggern sei geplant gewesen, weil der Teich schon sehr stark versandet, kaum mehr als 1,20 Meter tief sei, zu wenig, um als Staubecken für Regenwasser zu dienen. Stattdessen soll nun mit Steinwällen am Rande des Teiches ein Durchfluss für den Graben geschaffen werden. Dadurch, so Witten, würde dann nicht mehr so viel Sand in den Teich fließen. Nur bei starken Regenfällen könnte das Wasser über den Wall in den Teich überlaufen, der dann als Puffer dient. Ob er dafür noch stellenweise ausgebaggert wird, müsse noch mit der Kreisnaturschutzbehörde abgestimmt werden, so Bauamtsleiterin Maike Voß. Der gesamte Teich soll zudem durch Wälle abgeschirmt werden, damit von den benachbarten Äckern keine Gülle hineinfließen kann. 

UNB ins Boot geholt

Auch bei dieser Lösung werden jedoch erhebliche Baggerarbeiten in dem Naturareal nötig sein. Witten erwartet dafür aber keine Genehmigungsprobleme: „Wir haben die Untere Naturschutzbehörde bei der Planung mit ins Boot geholt.“

Der Ausschuss stimmte dem Plan zu, der aber dennoch der offiziellen Genehmigung der Kreisbehörden bedarf. Einen Alternativvorschlag hatte Hartmut Müller, der als Vertreter des Seniorenbeirates in der Sitzung saß. Die Stadt sollte den Regenwasserkanal aus dem Neubaugebiet doch besser gleich in den Graben nördlich des Teiches leiten, dann könnte das Biotop unangetastet bleiben. Darauf ging in der Sitzung aber niemand ein. 

Kosten trägt der Bürger

Die Kosten für die Umgestaltung des Teiches stünden noch nicht fest, sagte Witten. Sie werden den Gebührenhaushalt der Stadtentwässerung belasten und damit alle Bürger. Auch das ist nicht unproblematisch. Eigentlich ist die Erschließungsgesellschaft des Neubaugebietes für die ordnungsgemäße Ableitung des Regenwassers verantwortlich. In anderen Neubaugebieten mussten die Investoren große Regenrückhaltebecken bauen. Doch das sahen die Verträge in diesem Fall nicht vor. 

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