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Segeberg Neue Regeln für die gute Stube
Lokales Segeberg Neue Regeln für die gute Stube
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09:17 07.12.2019
Von Einar Behn
Das Schloss in Bad Bramstedt, vor dem zurzeit wieder der Weihnachtsbaum steht, ist der zentrale Veranstaltungsort der Stadt. Quelle: Bernhard-M. Domberg
Bad Bramstedt

Es ist der Treffpunkt von Vereinen, Verbänden, die Kommunalpolitik tagt hier, Ehen werden hier geschlossen, Konzerte und Ausstellungen gibt es, kurz: Das Schloss ist die gute Stube der Stadt. Wer sie nutzen darf und zu welchen Bedingungen hat nun der Kulturausschuss neu geregelt. Für einige wird es teurer.

Die bisher gültigen „Richtlinien für die Benutzung der Räumlichkeiten des Schlosses“ stammen aus dem Jahr 1997, noch unterzeichnet von Bürgermeister Udo Gandecke. Ina Koppelin (FDP), Vorsitzende des Kulturausschusses, meinte, es sei an der Zeit, die Richtlinie zu modernisieren. „Das hier früher mal geraucht wurde, können wir uns gar nicht mehr vorstellen.“ Das alte Regelwerk sah aber kein Verbot vor. Nun steht es in den neuen Richtlinien.

Religiöse Treffen verboten

Die hatte eine Arbeitsgruppe im Vorwege ausgearbeitet. Ihr Vorschlag wurde vom Kulturausschuss ohne Abstriche angenommen. Neu ist beispielsweise, dass auch die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung zu ihren Sitzungen im Schloss zusammenkommen dürfen. Bisher war die Kommunalpolitik auf die Sitzungen der Gremien beschränkt. Ausdrücklich verboten sind jetzt Veranstaltungen, die sich „gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“ richten, die die öffentliche Sicherheit gefährden sowie religiöse Veranstaltungen. 

100 Euro für Konzerte

Was aber wohl noch für einige Diskussionen sorgen wird, sind die neuen Nutzungsentgelte. In den alten Richtlinien hieß es lediglich, das für den Einsatz eines Hausmeisters oder auch eines Mitarbeiters des Bauhofes jeweils 50 D-Mark pro Stunde zu bezahlen sind. Die Praxis wich davon allerdings ab. Der Veranstaltungssaal wurde in der Regel an den Veranstalter vermietet, wenn dieser Eintrittsgeld erhob. Nun gibt es klare Regeln: Für Konzerte, Dia- und Filmvorführungen, Tagungen und Konferenzen werden 100 Euro pro angefangenen Tag erhoben, für die anderen Räume im Schloss 30 Euro. Ausstellungen werden einmalig mit 100 Euro berechnet, pro Ausstellungstag zusätzlich 10 Euro erhoben.

 Für den Hausmeister oder Bauhofkräfte wurden 35 Euro pro Stunde festgesetzt, an Wochenenden 50 Euro. Eine kommerzielle Nutzung des Schlosses kostet 25 Euro pro Stunde für den Schlosssaal und 10 Euro für die anderen Räume.

Örtliche Vereine haben keine Kosten

Örtliche Vereine, die als gemeinnützig anerkannt sind, dürfen auch weiterhin kostenlos das Schloss benutzen, beispielsweise die Chöre. Auch wenn sie für ein Konzert Eintrittsgeld erheben, müssen sie nichts davon an die Stadt abführen. Güde Callsen (Bündnis 90/Grüne) sagte, allein durch die Anerkennung als gemeinnützig sei klargestellt, dass sie keine Gewinne erzielen dürfen, es sich also auch nicht um kommerzielle Veranstaltungen handele. Auf Antrag darf die Bürgermeisterin einige Veranstaltungen zu „im überwiegend öffentlichen Interesse“ erklären und damit von den Gebühren befreien. 

Dennoch könnte die neue Satzung für einige problematisch sein. Das Schloss wird auch regelmäßig vor einer Puppenbühne genutzt. Wenn der Puppenspieler künftig 25 Euro Miete pro Stunde bezahlen soll, könnte es wohl bald vorbei sein mit Kasper und dem Krokodil. 

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