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Segeberg Nur schwer ersetzbar
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12:00 03.01.2017
Von Bernhard M. Domberg
Der Leiter der Bundespolizeidirektion, Präsident Bodo Kaping, überreichte dem scheiden Oberregierungsrat Burkhard Müller (rechts) die Pensionsurkunde. Quelle: Bernhard-M. Domberg
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Bad Bramstedt

In die Wiege war es dem heute 65-Jährigen Verwaltungsbeamten allerdings nicht gelegt, dass er es einmal vom Verwaltungslehrling beim Kreis Segeberg zum Oberregierungsrat schafft. Dieser Weg, war „alles andere als bequem“, erinnert sich der in Rederstall (Dithmarschen) geborene Müller. Er ist kein Mann, der sich gerne im Rampenlicht sieht, auch wenn seine vielen Ämter etwas anderes glauben machen. Fleiß, Zuverlässigkeit, Beharrlichkeit – diese Tugenden charakterisieren Müller und ihnen verdankt der rührige Mann auch seinen beruflichen Erfolg.

 Am Anfang stand die Verwaltungslehre beim Kreis Segeberg. Obwohl der junge Mann danach im Jahr 1970 nur noch ein Jahr beim Kreis arbeiteten sollte, nahm er in dieser kurzen Zeit bereits drei verschiedene Tätigkeiten wahr. Beim Fleischbeschauamt Bad Bramstedt hatte er dafür zu sorgen, dass beanstandete Tiere auch wirklich aussortiert wurden, „was nicht immer einfach war,“ wie er sich erinnert. „Da gab es schon mal Ärger mit dem Schlachtpersonal.“

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 Bald darauf wurde Müller zur unteren Jagdbehörde versetzt, wo er Jagdscheine ausstellte, und schließlich wechselte er zum Schul- und Ausgleichsamt. Doch der junge Mann hatte Höheres im Sinn und strebte die gehobene Verwaltungslaufbahn an. „Da mir der Kreis Segeberg diesen Aufstieg verwehrte, ging ich 1971 als Inspektoranwärter zur Verwaltung des Bundes nach Köln, wo auch die zukünftigen Mitarbeiter des damaligen Bundesgrenzschutzes ausgebildet wurden“, erzählt Müller.

 Beim Bundesgrenzschutz, der 2005 in Bundespolizei umbenannt wurde, schlug Müller dann seinen beruflichen Weg ein. Waren es zunächst die Sachgebiete Gebührenwesen, Bekleidung und Verpflegung, die Müller an der Grenzschutzstelle Gifhorn bearbeite, so wurden die Aufgaben, die der Beamte ab 1976 in Bad Bramstedt wahrzunehmen hatte, immer anspruchsvoller. Besoldung, Tarifwesen, Bau- und Liegenschaften und schließlich Personal- und Organisation waren die Arbeitsfelder, die ihm anvertraut wurden.

 1999 hatte er als Oberamtsrat den höchsten Grad des gehobenen Dienstes erreicht. Aufgrund besonderer Leistungen wurde er 2002 in den höheren Dienst berufen und bereits drei Jahre danach zum Oberregierungsrat befördert. Es folgten Führungsaufgaben in verschiedenen Sachgebieten. 2008 schließlich wurde Müller Sachbereichsleiter für das Ressort Personalverwaltung des mittleren und gehobenen Dienstes für den Gesamtbereich der Bundespolizeidirektion, wo er Vorgesetzter von etwa 30 Mitarbeitern wurde. „Es gibt in der Bundespolizeiverwaltung kaum eine Aufgabe, die ich nicht wahrgenommen habe“, blickt Müller stolz zurück.

 Gerne erinnert sich der Neu-Pensionär an große Logistik-Aufgaben, die er anlässlich der niedersächsischen Waldbrände 1975, während der Schneekatastrophe 1978/79 und 2007 beim G8-Gipfel in Heiligendamm bewältigte. „Mit Burkhard Müller geht ein langjähriger verdienter Mitarbeiter in den Ruhestand, der die Verwaltungsaufgaben von der Pike auf gelernt hat", sagte der stellvertretende Direktionsleiter Willy Kösling: „Jeder ist ersetzbar, mancher aber schwerer. Herr Müller gehört zu denen, die auch in menschlicher Hinsicht eine Lücke hinterlassen.“

 Nur einmal hatte Müller vor, der Bundespolizei den Rücken zu kehren. Das war vor 15 Jahren. Die CDU hatte ihn als Kandidaten für die damalige Bürgermeisterwahl aufgestellt. Doch er unterlag im zweiten Wahlgang seinem Kontrahenten Hans-Jürgen Kütbach. „Obwohl wir bei den Wahlen Gegner waren, verhielt sich Burkhard Müller mir gegenüber ausgesprochen fair“, erinnert sich Kütbach heute. Müller wurde sein erster Stellvertreter, ein Ehrenamt, dass er bis heute inne hat

 Lehrersohn Müller fing schon früh an, sich ehrenamtlich zu engagieren, mit 15 in der Deutschen Jugend des Ostens, eine Jugendorganisation der Heimatvertriebenen. Müller wurde aktives Mitglied beim DRK und verpflichtete sich für elf Jahre beim Katastrophenschutz.

 Als Teenager trat er in die Junge Union ein, führte eine Zeitlang den JU-Ortsverband Bad Bramstedt. Die Eröffnung des Jugendzentrums reklamiert er für sich. Die habe er auch gegen Widerstände in der eigenen Partei durchgesetzt. Seit 1981 ist Burkhard Müller Stadtverordneter, wo er zurzeit den Hauptausschuss leitet. Im Jahr 2002 wurde Müller die silberne Ehrennadel der Stadt Bad Bramstedt verliehen. 2012 schließlich erhielt er die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 Der verheiratete Vater dreier erwachsener Kinder möchte sich zukünftig mehr um Ehrenämter, Familie, Haus und Garten kümmern. „Der Chefsessel ist zu Hause allerdings schon besetzt,“ sagt er schmunzelnd.

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