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Segeberg Zum Tschüß-Sagen war die Kirche voll
Lokales Segeberg Zum Tschüß-Sagen war die Kirche voll
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16:00 01.07.2019
Von Einar Behn
Bei seiner Verabschiedung saß Pastor Rainer Rahlmeier (2. von links.) noch einmal neben seinen Kollegen: Propst Kurt Riecke und den Pastorinnen Lisa Schwetasch und Petra Fenske. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Die Kirchen in Deutschland verlieren rapide an Mitgliedern, doch die Pastoren haben offenbar trotzdem eine hohe gesellschaftliche Bedeutung. Diesen Eindruck konnten Besucher der Verabschiedung von Pastor Rainer Rahlmeier am Sonntag gewinnen. Wie schon im Januar, als Pastor Bernd Hofmann ging, war die Anteilnahme riesengroß. Beim Empfang gab es eine lange Liste von Rednern, die sich bei Rahlmeier bedanken wollten.

Ende 1985 hatte Pastor Rahlmeier seinen Dienst in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde angetreten. Eine der ersten Termine: eine Weihnachtsfeier in Hitzhusen. „Hans Hauschildt kam auf mich zu und fragte, ob ich auch Platt spreche?, erzählte Rahlmeier auf der Kanzel. Der damals 29-Jährige Mann mit Bart und wildem Haarschopf musste verneinen. Ob er denn verheiratet sei, war die nächste Frage, die Rahlmeier wiederum mit Nein beantwortete. Hauschildts Ratschlag: „Dann suchen Sie sich man erst Mal eine Frau.“

Rahlmeier deutet die Fragen so: Er wollte wissen, ob der neue Pastor die Sprache der Menschen in der Gemeinde spreche und so lebe wie sie. „Hans Hauschildt wird sich gedacht haben: Das kann ja was werden mit dem neuen Pastor“, erinnert sich Rahlmeier.

34 Jahre in der Kirchengemeinde

 Aber der Pastor gewann die Herzen der Menschen, gerade auch auf den Dörfern, mit Gottesdiensten in Hitzhusen an der Bramau, mit Arbeitskreisen in Hagen und Hitzhusen, die recherchierten, welche Schicksale sich hinter den Namen auf den Gefallenendenkmälern verbergen. 34 Jahre blieb er der Kirchengemeinde treu und bekam nun von Propst Kurt Riecke die Entlassungsurkunde, die ihn entpflichtet, Gottesdienste abzuhalten. Pastor bleibt er dennoch, ein Leben lang.

Der Kindergarten Hitzhusen war zum Gottesdienst gekommen, die Kleinen sangen noch einmal mit dem Pastor vor dem Altar und sagten reihum ihre Ratschläge auf: „Schlaf gut in deinem neuen Haus!“, „Bleib mal sitzen!“oder „Iss mal ein Eis!“ Das alles, versicherte Rahlmeier, in seiner neuen Heimat Glücksburg zu befolgen. Und auch den musikalischen Rat des Posaunenchores zum Schluss des Gottesdienstes: „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit.“ 

Dankesworte von Propst Riecke

Die großen Lobesreden auf den am 1. August offiziell pensionierten Pastor folgten dann beim Empfang im Gemeindesaal, der sich als deutlich zu klein erwies. Propst Riecke charakterisierte Rahlmeiers Amtsführung mit den Worten: „Ganz dicht an den Menschen sein“ und hatte auch Zahlen parat: 1356 junge Menschen hat er konfirmiert, einige saßen auch im Saal, und 1273 beerdigt. Taufen und Eheschließungen hat Rahlmeier nicht gezählt. 

Blumen hatte Gemeinderatsvorsitzender Jochen Schölzke-Baumann für Rahlmeiers Ehefrau Ulrike Suhr dabei, denn auch auf sie muss die Gemeinde künftig verzichten. Die Theologie-Professorin hatte stets Weihnachten in der Maria-Magdalenen-Kirche gepredigt.

Rahlmeier schob einige Initiativen an

Die frühere, langjährige Gemeinderatsvorsitzende, Ina Koppelin, erinnerte an die vielen Initiativen des Pastors: an die Brötchentüten, mit denen 1997 für den Volksentscheid für einen arbeitsfreien Buß- und Bettag geworben wurde, an die Bilderbibel, an ein Geschichtsbuch zum 700-jährigen Bestehen der Maria-Magdalenen-Kirche, einen Rundfunkgottesdienst, an die Gottesdienste mit Jägern, die auch zu Protesten der Tierschützer führten. Am Ende konnte die frühere Synodenpräsidentin die Tränen nicht unterdrücken.

Bilder vom Abschiedsgottesdienst von Pastor Rainer Rahlmeier in Bad Bramstedt.

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