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Segeberg Dem Pastorenmangel entgegenwirken
Lokales Segeberg Dem Pastorenmangel entgegenwirken
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08:57 05.09.2019
Von Sylvana Lublow
„Als Kirche gute Gastgeber sein!“ – Pastor Redlef Neubert-Stegemann gab der Altholsteiner Synode Impulse mit. Quelle: Stefanie Rasmussen-Brodersen
Kiel/ Bad Bramstedt

Das hat das Kirchenparlament auf seiner jüngsten Sitzung in Kiel-Holtenau deutlich gemacht.

Die Nordkirche hat errechnet, dass bis zum Jahr 2030 rund 900 Pastoren und Pastorinnen in den Ruhestand gehen, während nur 300 „nachwachsen“. Schon jetzt finden sich in einigen Regionen nicht genügend Bewerber. Deshalb soll die Besetzung von Pastorenstellen solidarisch gesteuert werden. Das heißt: Kirchenkreise wie Altholstein, die überdurchschnittlich gut besetzt sind, werden erst wieder Stellen neu besetzen, wenn schlechter ausgestattete Kirchenkreise einen Teil ihrer Lücken schließen konnten.

In Bad Bramstedt wirken vier Pastor/innen

Laut Berechnung der Nordkirche stehen Altholstein vom 1. Januar 2020 an maximal 113 Pastorenstellen zu, der Kirchenkreis wird dann mit voraussichtlich 116 Stellen im Verhältnis als „überbesetzt“ gelten. Wenn Pastoren wegziehen oder in den Ruhestand gehen, müssen diese Posten deshalb zunächst vakant bleiben. Die Synode Altholstein will hier flexibel und solidarisch handeln können. In Bad Bramstedt, als eine der größten Kirchengemeinden im Kirchenkreis Altholstein mit der Stadt und neun Dörfern im Umland, gibt es derzeit einen Pastor und drei Pastorinnen. Zwei Pastoren sind im letzten Jahr in den Ruhestand gegangen, ihre Stellen wurden neu besetzt. Doch das könnte sich, je nach Lage in den anderen Kirchenkreisen, irgendwann ändern. „Sollte eine Pastorenstelle, aus welchen Gründen auch immer, verlassen werden, könnte sie zeitweilig vakant bleiben, wir nennen es ruhen“, erklärt Jürgen Schindler, Pressesprecher des Kirchenkreises

Mit weniger Personen im Kirchenkreis Altholstein Versorgung sichern

Die bisherige Verteilung der Pfarrstellen auf die Kirchengemeinden soll bis August 2020 überprüft werden, um den Anforderungen der Nordkirche gerecht zu werden. Bis zur Verabschiedung einer neuen Planung für den Kirchenkreis Altholstein wird der Kirchenkreisrat die Besetzung von Pastorenstellen steuern. Propst Stefan Block sagte: „Unsere wesentliche Aufgabe ist es, die pastorale Arbeit so zu gestalten, dass wir mit weniger Personen trotzdem eine flächendeckende Versorgung gewährleisten.“

Bad Bramstedt: Enge Zusammenarbeit der Gemeinden wichtig

Die Synode sieht den Schlüssel dazu in der engeren Zusammenarbeit von Kirchengemeinden, die in sogenannten Kooperationsräumen strukturiert werden soll. Zurzeit wird im Kirchenkreis verstärkt ausgelotet, wo man sich inhaltlich oder organisatorisch unterstützen und ergänzen kann. Pastor Jens Voß aus Kiel-Holtenau berichtete bei der Sitzung beispielsweise, dass seine Gemeinde sich schon jetzt regelmäßig mit den Nachbarn austausche, es Vertretungsabsprachen und gemeinsame Aktionen gebe. Andere Kirchengemeinden sind noch nicht so weit, die Synode verlängerte deshalb den zeitlichen Rahmen für Sondierungen bis zum Sommer 2020. Bis dahin wird der Kirchenkreis, wenn gewünscht, den Gemeinden bei den Kooperationsgesprächen eine professionelle Moderation zur Seite zu stellen.

Menschen wollen Kirche nur besuchen, nicht einziehen

Mut machte ein Impulsreferat von Pastor Redlef Neubert-Stegemann, mit dem die Teilnehmer in den Beratungstag starteten. Er forderte sie auf, gesellschaftliche Entwicklungen anzunehmen und sie in praktische Veränderungen in Kirche und Gemeinde einzubeziehen. Als Beispiel nannte er die Tatsache, dass Menschen sich immer weniger binden möchten oder könnten, ja gar „Angst vor Vereinnahmung“ hätten. „Die Leute wollen bei uns zu Besuch kommen“, verdeutlichte Neubert-Stegemann, „sie wollen nicht bei uns einziehen!“ Wer weiterhin Menschen erreichen möchte, brauche eine angenehme Atmosphäre und eine Kerngemeinde, die sich wohlfühlt und in ihrem Glauben „sprachfähig“ sei. 

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