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Segeberg Pünktlich zum Gildefest kam das Schwert
Lokales Segeberg Pünktlich zum Gildefest kam das Schwert
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16:04 11.06.2019
Von Einar Behn
Die Steinmetze Christian Reinholz und Christian Lorenz bauten das neue Schwert an.  Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

„Ein bisschen aufgeregt bin ich schon“, gestand die Bürgermeisterin angesichts der Herrenriege in „swater Kledage“ und mit Zylinder. Aber ihr zur Seite stand Bürgervorsteherin Annegret Mißfeldt, die das Ritual am „Pfingstdienstag“ im Schloss seit vielen Jahren kennt. „Solch einen Zylinder hätte ich auch gerne“, sagte sie – ein kleiner Seitenhieb darauf, dass der Vorstand der Fleckensgilde von 1560 noch immer eine reine Männergesellschaft ist. 

Auch dieses Jahr hatte sich die Gilde wieder einen Befehl ausgedacht, den nach alter Sitte das Rathausoberhaupt auszuführen hat. Doch die Herren machten es Verena Jeske leicht: „Uns neede Bürgermeistersch de is ja to trocken, kümmt ni ut Bramstedt. Se schall uns mal vertellen, wat se in de erste Tied in Bramstedt beleevt hett und wie se sik dat Gill-Leven so vörstellt.“

Und natürlich musste auch die Bürgermeisterin für einen Tag die Amtsgeschäfte in die Hände der Gilde legen. Ältermann Hans-Otto Reimers nahm auf dem Chefstuhl im Rathaus Platz und wunderte sich über den aufgeräumten Schreibtisch. „Bei Ihrem Vorgänger sah das hier immer ganz anders aus.“ Gildemeister Ansgar Schroedter fragte die Bürgermeisterin, was sie denn nun so mache an ihrem freien Tag. Jeske gab sich schlagfertig: „Was Frauen immer machen, wenn sie frei haben: Einkaufen.“ 

Kaum war der Stadtschlüssel übergeben, rückte die Firma Kolbe an, um den Roland zu reparieren. Um Ostern herum war das Schwert des Roland abgebrochen. Einfach wieder anbauen, ging nicht. „Es fehlt ein rund 60 Zentimeter langes Mittelstück“, erklärte Restaurator Thomas Lorenz von der Firma Kolbe Naturstein aus Itzehoe. So musste in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt ein neues Schwert aus Oberkirchener Sandstein hergestellt werden. Lorenz ist Spezialist für solche Kulturdenkmale und wird künftig auch wieder die Pflege des Roland übernehmen. In den letzten Jahren hatte die Haushaltslage die Stadt gezwungen, dem Bauhof die Arbeiten zu überlassen, der aber keinen Spezialisten für das sensible Denkmal hat. Es steht in seiner jetzigen Form seit 1827 auf dem Marktplatz.

Abends konnte die Gilde also wieder getreu dem Vermächtnis des Fleckensbefreiers Jürgen Fuhlendorf am Dienstag nach Pfingsten bei Sonnenuntergang um einen heilen Roland tanzen.

Immer am Dienstag nach Pfingsten übernimmt die Bramstedter Fleckensgilde von 1560 die Regentschaft in Bad Bramstedt.
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