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Segeberg Radler geben ihrer Stadt eine 4 minus
Lokales Segeberg Radler geben ihrer Stadt eine 4 minus
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18:20 10.04.2019
Von Einar Behn
Radfadahren in Bad Bramstedt ist ein zweifelhaftes Vergnügen, wie hier an der Kirchenkreuzung. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Der vom Bundesverkehrsministerium geförderte Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) findet alle zwei Jahre Stadt. Einen Anspruch auf Repräsentativität kann der ADFC nicht erheben. Die Teilnahme ist freiwillig und läuft ausschließlich über das Internet. Am Test 2018, der nunmehr ausgewertet ist, nahmen 78 Bad Bramstedter teil – vermutlich Bürger, die regelmäßig das Fahrrad als Verkehrsmittel benutzen. Ein Trend lässt sich aber ablesen: Die Unzufriedenheit wächst.

2016 hatte Bad Bramstedt erstmals an dem Klimatest teilgenommen und erhielte die Note 3,9. Mit der nunmehr erzielten Note 4,5 habe sich Bad Bramstedt deutlich verschlechtert, so der ADFC. Von bundesweit 186 teilnehmenden Städten mit bis zu 20.000 Einwohner liegt Bad Bramstedt auf Platz 183, also ganz weit unten. Aus Schleswig-Holstein ist nur Bad Segeberg mit dem vorletzten Platz (Note: 4,7) noch schlechter. 

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Radwege schnitten beim ADFC besonders schlecht ab

Die Teilnehmer mussten zu insgesamt 27 Fragen Schulnoten vergeben. Die schlechtesten Noten gab es für die Breite der Radwege und die Oberfläche der Radwege, für beides 5,3. Eine glatte 5 bekamen beispielsweise die Ampelschaltungen für Radfahrer in Bad Bramstedt, ebenso die Verkehrsführung an Baustellen. Das Fahren auf Radwegen und Radfahrstreifen wurde mit 4,9 ähnlich schlecht bewertet. Das Sicherheitsgefühl bekam die Note 4,8. Konflikte mit Fußgängern sind mit 4,4 bewertet, was nicht verwundert, weil viele Bürgersteige einfach zu kombinierten Rad- und Fußwegen erklärt wurden.

Radverkehr ist für Kommunalpolitiker nur ein Randthema

Die Benotung deckt sich mit den Erfahrungen des ADFC-Vorsitzenden. „Die Radwege in Bad Bramstedt sind eine einzige Flickschusterei“, meint er. Es gebe kein durchgängiges Radwegenetz. Die Oberflächen der Radwege seien zum Teil unzumutbar. Als Beispiel führte er die Hamburger Straße an, wo großflächig der Asphalt an den Baumwurzeln der Asphalt entfernt wurde. „Die Stadt verweist auf den Bund, weil es ja eine Bundesstraße ist. Die Verwaltung findet immer einen Grund, warum etwas nicht geht, sie verweist auf andere Behörden und unternimmt nichts“, so Strübing.

Die Kommunalpolitik sei auch nicht besser. „Der Radverkehr wird nur als Randthema angesprochen.“ In den Beratungen, die er als Stadtverordneter der Grünen kenne, gehe es darum, für fast nur darum, für den Autoverkehr befriedigende Lösungen zu finden.

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