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Segeberg SPD hält Kulturhaus für nicht bezahlbar
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17:00 13.01.2020
Von Einar Behn
Das Kurhaustheater wurde 1958 gebaut - eine Bild aus den Anfangstagen. Heute ist es renovierungsbedürftig. Quelle: Archiv Schadendorf
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Bad Bramstedt

„Wir haben da ein Kleinod, das man nicht einfach aufgeben sollte. Wir wissen aus vielen Gesprächen mit Bad Bramstedter Bürgerinnen und Bürgern und auch unsere Meinungsumfragen, dass dieses Theater für viele Menschen in unserer Stadt sehr wichtig ist. Insofern freuen wir uns, dass sich jetzt auch die Bündnis90/Die Grünen öffentlich zum Erhalt des Theaters bekennen. Das klang in den letzten Wochen nicht immer so“, so Bad Bramstedts SPD-Chef Klaus-Dieter Hinck.

Grüne wollten Vertrag kündigen

Die Grünen hatten im Dezember 2019 in der Stadtverordnetenversammlung eine Kündigung des Vertrages mit dem Theaterverein beantragt. Die Fraktionen verständigten sich dann aber darauf, einen Runden Tisch einzuberufen, an dem Theaterverein, Stadtverordnete und Stadtverwaltung teilnehmen sollen.

Hauptvorwurf der Grünen: Der jährliche Zuschuss von 81.000 Euro stehe nicht im adäquaten Verhältnis zum Programm, das der Verein bietet. Dieses beschränkt sich im Wesentlichen auf sieben Theatervorstellungen Hamburger Bühnen im Abo-Programm und ein paar Kurkonzerte. Darüber hinaus nutzen die Volkshochschule den Saal für Bildreportagen, einige plattdeutschen Laienbühnen und hin und wieder auch Künstleragenturen. 

Zu wenig Programm in Bad Bramstedt

Auch die SPD kritisiert den Theaterverein. Das Angebot müsse erweitert werden, so der Ortsvereinsvorsitzende. Ein Jahresdurchschnitt von rund einer Veranstaltung pro Woche sei zu wenig angesichts eines Zuschusses von 81.000 Euro. 

Bürgermeisterin Jeske hatte schon kurz nach ihrer Amtsübernahme im letzten Jahr den Bau eines Kulturhauses ins Gespräch gebracht, das das Theater ablösen soll. Vorzüge aus ihrer Sicht: Ein solches Gebäude ließe sich auch anderweitig nutzen, beispielsweise für die Proben des BT-Orchesters oder als Sitz der Volkshochschule. Das Theater hält die Bürgermeisterin für sanierungsbedürftig. Weil das Klinikum als Eigentümer kaum in den Saal investieren wird, müsste die Stadt für ein Gebäude bezahlen, das ihr nicht gehört. 

Theater wird noch Jahre gebraucht

SPD-Chef Hinck sagt allerdings: „Vor dem Hintergrund der vielen notwendigen Investitionen in Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehr, Bücherei, Ärztehaus und andere sehe ich dafür keine zeitnahe Umsetzungsmöglichkeit. Daher werden wir das Theater im Kurhaus noch diverse Jahre benötigen.“

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Hinck erinnert daran, dass auch Kurtaxe und Tourismusabgabe nur unter der Bedingung rechtens sind, dass Bad Bramstedt anerkannter Kurort ist und entsprechende Angebote bereithält. Hinck: „Das Aufkommen aus diesen Abgaben muss zweckentsprechend verwendet werden. Eine der Verwendungen ist bislang der Zuschuss für das Theater des Kurhauses.“

CDU erwägt auch Kulturhausbau

CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Brumm kann dagegen der Idee eines Kulturhauses einiges abgewinnen. „So etwas wird auch an anderen Orten erfolgreich betrieben.“ Ihm schwebt eine kleinere Spielstätte mit „Klubatmosphäre“ vor. Die Stadt erarbeite ja gerade ein Daseinsvorsorgekonzept als Grundlage für das Städtebauförderprogramm. Darin sollte auch das Kulturhaus geprüft werden.

Zunächst sollte aber mit dem Klinikum gesprochen und dabei auch dessen wirtschaftliche Situation berücksichtigt werden. Geklärt werden müsse, ob das Klinikum das Theater überhaupt bestehen lassen will. Zurzeit bezahlt der Theaterverein 40.000 Euro pro Jahr an Miete für das Kurhaustheater. 

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