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Segeberg Einblicke in die 1500-jährige Geschichte
Lokales Segeberg Einblicke in die 1500-jährige Geschichte
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10:33 17.04.2019
Von Einar Behn
Auch der Wiebke-Kruse-Brunnen wird während der Stadtführung besucht. Quelle: Jann Roolfs
Bad Bramstedt

Zehn Leute stehen auf dem zweitgrößten Marktplatz Schleswig-Holsteins. Einer von ihnen, Manfred Jacobsen, erklärt den anderen, wie er aus der Lage von Marktplatz, dem Bleeck, und Kirche auf das Alter Bad Bramstedts schließt: „Wer was zu sagen hat, wohnte hier“, Jacobsen deutet auf die Bebauung am Bleeck. Aber die Kirche, oftmals das zentrale Gebäude eines Ortes, fehlt; sie liegt außerhalb, jenseits der Au. Dass die Kirche im 13. Jahrhundert gebaut wurde, ist bekannt; also muss der Ort viel älter sein, wenn für das Gotteshaus kein zentraler Platz mehr frei war. 

Stadtführer seit 20 Jahren

Manfred Jacobsen führt seit mehr als 20 Jahren Interessenten durch Bad Bramstedt; im Hauptberuf ist der studierte Historiker Bad Bramstedts Stadtarchivar. Jahreszahlen nennt er auch, aber wichtiger ist bei ihm der Blick in den Alltag der Menschen, er zeigt Zusammenhänge auf und lässt seine Zuhörer verstehen, was warum und wie passierte.

Er zeigt auf die Straße neben der Roland-Statue, heute verkehrsberuhigt, bis vor wenigen Jahren als B 206 viel befahren: „Diese Straße ist mehrere Tausend Jahre alt“, eine der wichtigen Nord-Süd-Verbindungen in Schleswig-Holstein. Der Ochsenhandel über diese Strecke brachte Wohlstand in den Flecken; diese Bezeichnung stand für einen Ort, der mehr Rechte als ein Dorf hatte, aber weniger als eine Stadt.

Neun Zuhörer begleiten diesmal Jacobsen auf seinem Weg vom Roland über die Schlosswiese und die Schlossbrücke über die Hudau zum Wiebke-Kruse-Brunnen an der Osterau, weiter zur Kirche und zurück zum Schloss, das eigentlich ein Torhaus ist. Die Zahl ist für den Stadtführer „schon gut“, die Teilnehmerzahl bei den Touren liege zwischen einem und 20.

Wiebke Kruse nicht naturgetreu dargestellt

Am Wiebke-Kruse-Brunnen erklärt der Fachmann, warum die dargestellte Mätresse des Dänenkönigs Christian IV. vor rund 400 Jahren bestimmt nicht so aussah wie dargestellt: „Wenn die Bäuerin sie so erwischt hätte...“, sagt er und zeigt auf die knappe Bekleidung der jungen Frau.

Kirche gehört mit zum Besuchsprpgramm

Die Kirche steht offen, Jacobsen erläutert das mehr als 700 Jahre alte Haus und seine Einrichtung. Dort gibt es auch für Einheimische noch viel zu entdecken. Zum Beispiel bei den Malereien an der Empore; drei der mehrere Dutzend Bilder mit biblischen Motiven fallen bei näherem Hinsehen auf, weil ihre Farben frischer sind und ihr Stil anders. Die Geschichte dazu: 1875 wurde die Kirche umgestaltet, die Jahrhunderte alten Malereien an der Empore wurden überstrichen. 1989, bei einer neuerlichen Sanierung des Gebäudes, wurden die alten Bilder wieder frei gelegt; die drei am nächsten zum heutigen Eingang ließen sich allerdings nicht restaurieren und wurden durch neue Bilder ersetzt. Aus dem gleichen Grund blieben an anderer Stelle drei Rahmen leer.

Die nächsten Stadtführungen ist am Sonnabend 4. Mai. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Roland.

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