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Segeberg Stolpersteine für Vater und Sohn
Lokales Segeberg Stolpersteine für Vater und Sohn
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08:04 04.11.2019
Von Einar Behn
Fritz Bredfeldt bemühte sich darum, in der Oskar-Alexander-Straße einen Stolperstein ins Straßenpflaster zu bringen. Er soll an den im KZ umgekommenen Klinikgründer Oskar Alexander erinnern. Quelle: Anna Maria Persiehl
Bad Bramstedt

Sie wurden wegen ihrer jüdischen Abstammung verfolgt. Oskar Alexander kam im KZ zu Tode, sein Sohn musste auswandern.

An die Opfer der Nazis erinnern

Stolpersteine gibt es mittlerweile in vielen Städten in Deutschland. Die circa 10 mal 10 Messingplatten gehen auf eine Initiative des Künstlers Gunter Demnig in den 1990er-Jahren zurück. Sie werden im Straßenpflaster verlegt und sollen so Passanten an die Menschen erinnern, die der mörderischen Ideologie des Nationalsozialismus zum Opfer gefallen sind. 

Oskar Alexander ist im KZ gestorben

Oskar Alexander, Jahrgang 1881, hat nach dem Ersten Weltkrieg die Rheuma-Heilstätte in Bad Bramstedt erweitert und damit die Stadt zu einem bedeutenden Klinik-Standort und Kurort gemacht. Als erster Direktor war er maßgeblich am Aufbau und am wirtschaftlichen Erfolg beteiligt. Doch unter dem Nationalsozialismus wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung systematisch aus dem Betrieb gedrängt und aller seiner Ämter enthoben. „Auf einer Reise nach Skandinavien wurde er 1938 unter entwürdigenden Umständen für mehrere Wochen inhaftiert. Er musste seine Wohnung im Klinikbereich verlassen“, berichtet Fritz Bredfeldt. Im Herbst 1941 wurde er während einer Bahnfahrt mit der AKN – möglicherweise von Mitbürgern – denunziert, verhaftet und ins Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt. Dort starb er im Januar 1942. Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt. 

Sohn floh nach Kolumbien

Sein Sohn Robert, geboren 1914, floh 1938 nach Kolumbien, da er um sein Leben fürchten musste. Er überlebte so den Zweiten Weltkrieg, gründete in diesem Land eine Familie und baute sich eine neue Existenz auf.  

In der heutigen Zeit, in der erneut Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus um sich greifen, sei es der Zeit an die beiden Verfolgten des Nazi-Regimes zu erinnern, meint Bredfeldt. „Mit den Stolpersteinen soll ein Zeichen gesetzt werden, welch schreckliche Konsequenzen die Diskriminierung von Minderheiten haben können“, so der Kommunalpolitiker. „Alle Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, diesen Kräften entgegen zu wirken und sich an der Gestaltung einer toleranten und offenen Gesellschaft zu beteiligen.“ Bredfeldt will die Stolpersteine nicht nur als Erinnerung an eine ferne Vergangenheit verstanden wissen, „sondern als eine Stellungnahme zugunsten einer humanen Entwicklung unserer Gesellschaft.“ 

An der Setzung der Stolpersteine kann jeder Interessierte teilnehmen. Neben Vertretern der Stadt und des Klinikums Bad Bramstedt (früher Rheumaklinik) werden auch zwei Töchter von Robert Alexander anwesend sein.

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