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Segeberg Wie teuer werden die Kita-Plätze?
Lokales Segeberg Wie teuer werden die Kita-Plätze?
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06:00 15.08.2016
Von Einar Behn
1,7 Millionen Euro kosten die Stadt jährlich die Kitas. Hinzu kommen 75000 Euro als Zuschuss für die Mittagsverpflegung, die hier gerade in der Kita Sommerland mit den beiden Pädagoginnen Tatjana Schmidt und Lina Marie Timm eingenommen wird. Es gab Erbsensuppe. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Die beschlossene Formel hätte bedeutet, dass ein Ganztags-Krippenplatz um 166 Euro im Monat teurer geworden wäre. „Zu viel“, meinten Vertreter aller Fraktionen. Sie wollen sich nun fraktionsintern noch einmal beraten.

 Die Diskussion über die Kita-Beiträge wurde, begleitet von heftigen Elternprotesten, auch schon im vergangenen Jahr geführt. Der damals gefundene Kompromiss hat aber offenbar seine Tücken. Der Kreis Segeberg empfiehlt den Gemeinden, dass die Eltern 40 Prozent aller im Kindergarten anfallenden Kosten mit ihren Beiträgen decken sollen. Bad Bramstedt ist davon weit entfernt. Zurzeit wird ein Deckungsgrad von rund 25 Prozent erreicht – bei Krippenplätzen nicht einmal das. Die 40-Prozent-Quote wäre nur durch drastische Erhöhungen zu erfüllen. Im letzten Jahr verständigten sich die Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung darauf, schrittweise eine Angleichung vorzunehmen: Im Kindergartenjahr 2015/16 sollte ein Deckungsgrad durch Elternbeiträge von 25 Prozent erreicht werden, 2016/17 von 28 und 2017/18 von 30 Prozent.

 Nach der letztjährigen Berechnung, die auf den Kosten von 2014 basierte, wäre das auch noch vertretbar gewesen, doch 2015 sind die Ausgaben der Bad Bramstedter Kitas weiter gestiegen, bei einigen mehr, bei anderen weniger. Unter anderem mussten Tariferhöhungen für die Erzieherinnen aufgefangen werden. Ein Deckungsgrad von 28 Prozent, wie für 2016/17 vorgesehen, würde eine Gebührensteigerung von bis 62 Euro in Elementargruppen (drei bis sechs Jahre) und bis zu 166 Euro für Krippenplätze (bis zu drei Jahre) bedeuten. Ein Ganztagskrippenplatz würde die Eltern dann 462 Euro im Monat kosten, was einer Erhöhung um rund 56 Prozent entspricht.

 Das will aber keiner der Sozialausschussmitglieder den Eltern zumuten. „Die Anhebungen müssen moderat ausfallen“, fordert Sozialausschussvorsitzender Manfred Spies (SPD). Und Paul Cheglov (Grüne) sagte: „Die Höhe der Elternbeiträge darf nicht dazu führen, dass ein Elternteil zuhause bleibt.“ Heidi Meins (CDU) schlug vor, die Angelegenheit noch einmal in den Fraktionen intern zu beraten, im September dann im Sozialausschuss und danach in der Stadtverordnetenversammlung einen Beschluss zu fällen.

 Doch so einfach ist das nicht. Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach wies darauf hin, dass die Stadtverordnetenversammlung den prozentualen Deckungsgrad durch Elternbeiträge im letzten Jahr verbindlich festgelegt hatte, eine Anhebung bereits nach der Sommerpause in Kraft treten müsse. „Der Sozialausschuss kann diesen Beschluss nicht wieder aufheben, das kann nur die Stadtverordnetenversammlung selbst.“ Die tagt aber erst wieder am 27. September, das Kindergartenjahr 2016/17 hat dann bereits begonnen.

 Kütbach forderte deshalb vom Ausschuss „wenigstens ein politisches Signal“, dass der Beschluss der Stadtverordneten vom letzten Jahr am 27. September geändert wird. Nur dann könne er auf die Durchsetzung des alten Beschlusses zum Beginn des neuen Kita-Jahres verzichten. Das bekam er dann auch von allen Fraktionen.

 Die wollen bis dahin überlegen, in welchem Maß die Elternsätze angehoben werden sollen.

 Auf Bitte von Anja Schuppe (FDP) wird Sozialamtsleiter Jörg Kamensky bis zur nächsten Sitzung nun auch ausrechnen, wie hoch der Einnahmeverlust für die Stadt wird, wenn sie auf ihre im letzten Jahr beschlossene Quotenregelung verzichtet. Die Summen, die für die Kinderbetreuung anfallen, sind beträchtlich: 1,7 Millionen Euro muss die Stadt im Jahr dafür ausgeben, hinzu kommen 75000 Euro Zuschuss zur Mittagsverpflegung.

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