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Segeberg Wohin mit den Radfahrern im Landweg?
Lokales Segeberg Wohin mit den Radfahrern im Landweg?
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19:23 09.10.2019
Von Einar Behn
Radfahren im Landweg bleibt auch nach dem Straßenumbau ein Problem. An der Kreuzung am Bahnübergang ist kaum Platz für Fahrradstreifen. Quelle: Einar Behn
Bad Bramstedt

Schüler, die morgens in Horden aus der König-Christian-Straße radeln, nutzen vielfach den direkten Weg und fahren entgegen der Einbahnstraße in den Düsternhoop. Korrekterweise müssten sie die zweite Anbindung des Düsternhoop an den Landweg ein Stück weiter westlich nehmen, was aber einen Umweg bedeutet. 

Radverkehr soll neu organisiert werden

Im Verkehrsausschuss wurde nun überlegt, den Fahrradverkehr komplett neu zu organisieren. Radfahrer sollten dann wieder, wie früher schon, die Möglichkeit haben, auch den kürzeren Weg zu nehmen. Nur: Vorgesehen ist, nach Abschluss der Straßensanierung, Fahrradspuren auf beiden Seiten der Fahrbahn zu markieren. Da aber auch eine Rechtsabbiegespur für Autofahrer zur König-Christian-Straße geplant ist, müsste die Fahrradspur für Linksabbieger und Geradeausfahrer an dem Abbieger vorbei führen. Folge: Radfahrer könnten links und rechts gleichzeitig von Autos überholt werden. Nicht jedem behagt das, obwohl solche Verkehrsregeln in anderen Städten längst üblich sind. Auch wird daran gedacht, eine Aufstellfläche zu schaffen, wie es sie in der Glückstädter Straße gibt. Darauf können sich dann Radfahrer bei roter Ampel vor den Autos aufstellen, die nach links in den Düsternhoop einbiegen wollen. 

Die Ausschussmitglieder vertagten die Angelegenheit. Am 25. Oktober wollen sie eine Radtour unternehmen und sich dabei auch diesen neuralgischen Punkt ansehen. 

Breite Mehrheit für Tempo 30

Die CDU hatte im Ausschuss zudem beantragt, in der gesamten Stadt als Höchstgeschwindigkeit Tempo 30 einzuführen. Fraktionsvorsitzender Stefan Brumm sagte: „Ich höre immer wieder, dass sich Fußgänger und Radfahrer als schwächere Verkehrsteilnehmer auf Bad Bramstedts Straßen nicht sicher fühlen.“ Die Stadt sei zu sehr vom Autoverkehr dominiert. Dafür fand er Unterstützung. „Sie laufen bei mir offene Türen ein“, sagte Cornelia Schönau-Sawade. Klaus-Dieter Hinck (SPD) ging der Antrag zu weit. Er sprach sich für die Temporeduzierung in einem engeren Radius um die Innenstadt herum aus, im Maienbeeck beispielsweise bis zur Abzweigung Schäferberg. „Danach sollten die Autofahrer den Ort auch zügig verlassen können“. 

Schlechte Erfahrungen mit dem Kreis

Beate Albert (FDP) wollte aufgrund der Erfahrungen mit der Kreisverkehrsaufsicht gleich den Landesverkehrsminister mit ins Boot holen. „Mit dem Kreis Segeberg haben wir ja ganz schlechte Erfahrungen gemacht.“ Die Kreisverkehrsaufsicht muss nämlich die Temporeduzierung genehmigen und hatte erst kürzlich Tempo 30 im Maienbeeck abgelehnt.

Soweit wollte Brumm aber nicht gehen. Er will allerdings auch die Umweltbeauftragten des Kreises einbeziehen. „Es geht ja hier schließlich auch um Klimaschutz.“ Beschlossen wurde, das Thema auf der Einwohnerversammlung im Dezember mit Experten zu diskutieren. Danach sollen dann weitere Schritte eingeleitet werden. 

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