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Segeberg Zu wenig los im Kurhaustheater
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13:30 11.01.2020
Von Einar Behn
Till Demtroeder, bekannt unter anderem aus der Serie Großstadtrevier, stellte das zurzeit im Kurhaustheater laufende Abo-Programm mit sieben Vorstellungen vor. Zu wenig, finden die Grünen. Quelle: Uwe Straehler-Pohl
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Bad Bramstedt

Die Kritik der Grünen ist nicht neu. Schon 2012 hatten sie in der Haushaltsdebatte vorgerechnet, dass jede Theaterkarte durchschnittlich mit 20 Euro subventioniert wird und damals betrug der Zuschuss nur 71.000 Euro. Sie wollten den Förderbetrag um 20.000 Euro kürzen, fanden dafür aber keine Mehrheit.

In der Stadtverordnetenversammlung im Dezember letzten Jahres beantragten die Grünen nun, den Vertrag mit dem Theaterverein ganz zu kündigen, zogen den Antrag aber wieder zurück. Mit den anderen Fraktionen wurde vereinbart, einen Runden Tisch voraussichtlich noch in diesem Monat einzuberufen, an dem Verein, Stadtverwaltung und Kommunalpolitik über die Zukunft des Theaterbetriebes diskutieren.

Verpflichtungen mit Hamburger Bühnen

Vorsitzender des Theatervereins ist Ex-Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach. Er war erst im Herbst letzten Jahres für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt worden. Kütbach sagt: „Ich bin dankbar, dass von der Kündigung abgesehen wurde.“ Der Verein sei Verpflichtungen mit Hamburger Bühnen eingegangen, die als Abo-Programm in Bad Bramstedt gastieren. „Da können wir nicht so einfach raus.“ 

Dass es in der Kommunalpolitik Unzufriedenheit über das die meiste Zeit ungenutzte Theater gibt, sei natürlich auch bei ihm angekommen. „Manche vertreten die Auffassung, man könnte lieber die HVV-Karte nach Hamburg bezahlen, damit die Leute dort ins Theater gehen. Das wird billiger.“ Die Kommunalpolitik müsse sich schon entscheiden, ob sie weiterhin ein Theater in der Stadt haben möchte. 

Verein muss Miete bezahlen

Die Finanzlage des Theatervereins sei schon immer prekär gewesen und in letzter Zeit noch schlechter geworden, so Kütbach. Früher hatte das Klinikum Bad Bramstedt als Eigentümer nur die angefallenen Betriebskosten in Rechnung gestellt. „Nun bezahlen wir aber bereits in der zweiten Spielzeit des Abo-Programms eine Jahresmiete von 40.000 Euro.“ Der Verein lebe im Wesentlichen nur von dem Zuschuss der Stadt über 81.000 Euro. Das sei der Betrag, den die Stadt durch ihre Kurabgabe einnimmt. Im letzten Jahr gab es zudem einen Zuschuss des Kreises Segeberg von 9000 Euro. 

Von den Einnahmen müssen neben Miete und Betriebskosten auch der in Teilzeit beschäftigte Geschäftsführer Jürgen Laatsch bezahlt werden. Das Abo-Programm, das gemeinsam mit dem Altonaer Theater und den Hamburger Kammerspielen organisiert wird, sei mittlerweile weitgehend kostendeckend, so Kütbach. „Früher war es defizitär, doch es ist uns gelungen, durch attraktive Stücke mehr Publikum zu bekommen.“ Bezahlt werden vom Theaterverein auch die Honorare für Orchester und Chöre, die regelmäßig Kurkonzerte geben, für das Bad Bramstedter BT-Orchester eine wesentliche Einnahmequelle. Kütbach: „Unser Haushalt ist auf Kante genäht.“

Grüne: Vermarktung ist schlecht

Für Grünen-Fraktionssprecher Dr. Gilbert Sieckmann-Joucken leistet der Theaterverein zu wenig. „Das kulturelle Angebot muss besser werden“, sagt er. 81.000 Euro für ein Theater, das kaum genutzt werde, seien zu viel, so der Stadtverordnete. Auch die Vermarktung sei schlecht. 

Tatsächlich wird das 1958 gebaute Theater nur an wenigen Tagen im Jahr geöffnet. Das Abo-Programm umfasst sieben Vorstellungen. Die Volkshochschule nutzt das Theater gelegentlich für Fotoreportagen. Hin und wieder gastieren auch Bühnen, Einzelinterpreten oder Bands dort, beispielsweise der US-amerikanische Rockmusiker Michael McDermott, „Baumann und Clausen oder auch niederdeutsche Bühnen wie die Wiemersdorfer Theatergruppe. Sie müssen einen Teil ihrer Einnahmen an den Verein abführen. Oder eben die Kurkonzerte. Rund 300 Tage im Jahr steht das Theater leer. 

Mehr Programm, mehr Defizit?

Sieckmann-Joucken versichert: „Wir wollen das Theater nicht aufgeben, wir wollen es nur attraktiver machen.“ Kütbach ist allerdings skeptisch: „Wenn wir mehr Programm anbieten, beispielsweise Filmvorführungen, kann das zu mehr Einnahmen führen. Genauso gut ist aber auch das Gegenteil möglich, was die Erfahrung mit einem Kinobetreiber in früheren Jahren gelehrt hat.“ Dann gerate der Verein in finanzielle Schieflage. 

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