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Segeberg Ein Erfolg, der wiederholt werden soll
Lokales Segeberg Ein Erfolg, der wiederholt werden soll
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18:42 02.06.2019
Von Klaus J. Harm
Reges Treiben herrschte am Wochenende auf der Kirchwiese. Gutes Essen und Getränke sowie ausreichend Sitzmöglichkeiten von der Holzbank bis zum Strandkorb luden zum Verweilen ein. Quelle: Klaus J. Harm
Bad Segeberg

Die Kirchwiese, der Platz zwischen Marienkirche und Markt, wurde von Freitag bis Sonntag zum Schauplatz der ersten „Segeberger Marientage“. 

Asmus Hintz und seine Mitstreiter eröffneten am Freitag, Schlag 6 Uhr abends, den mittelalterlichen Markt. „Das ist jetzt eine Weltpremiere“, sagte er, „in diesem Jahr haben wir das 12. Jahrhundert als Schwerpunkt, in den Folgejahren werden wir immer ein Jahrhundert jünger.“ 

Auftakt durch "Second Take"

Den Auftakt übernahm die Band „Second Take“ aus Ratekau. Vormann Helmut Grote als Sänger und an der Bassgitarre bot mit seinen Musikern von allem das Beste. Handgemachte Musik aus Rock, Country oder Blues – die Band hatte alles drauf, was in den letzten 40 Jahren gern gehört wurde. Ob Buddy Holly, Roy Orbinson, Bill Hayley oder die Stones – stets trafen sie den Sound der Originalgruppe und brachten die zahlreichen Zuhörer zum Schwofen.

Da auch das Wetter mitspielte, konnten die Zuhörer auf den Bänken unter der romantisch beleuchteten Blutbuche die Getränke der stilechten Taverne genießen oder bei Einbruch der Dunkelheit die Feuershow der Lübecker Artistin und Jongleurin Janet vom Theater Liebreiz verfolgen. Wirbelte sie zunächst stilecht mit brennenden Fackeln und Ketten über den Rasen vor der Bühne, erschien sie wenig später in einem von tausenden separat ansteuerbaren LEDs besetzten Kleid, die dann zum akrobatischen Tanz im Takt der Musik aufleuchteten.

Feldschmiede beeindruckte

Doch auch abseits der Showbühne gab es für die Besucher der Marientage vieles zu entdecken und auszuprobieren. Örtliche Händler boten für Zunge und Gaumen vielerlei, sodass niemand darben musste – um in der Sprache des Mittelalters zu bleiben. Auch „Thomas, der Schmied“, Thomas Hentschke aus Wienhausen, hatte seine mittelalterliche Feldschmiede aufgebaut und zeigte mit Elle und Amboss, wie damals Pfeilspitzen und Messer geschmiedet wurden. Mit seinen selbst gefertigten Damaszener-Klingen, aus 168 Lagen Stahl geschmiedet, bewies er, dass auch im Mittelalter scharfes Schneiden möglich war; und der Geruch seines Schmiedefeuers trug viel zum mittelalterlichen Flair bei. 

Ganz in der Ecke hatte sich Zauberer und Märchenerzähler Gerhard Kabus mit seinem „Lüginsland Märchenzelt“ niedergelassen und fesselte Jung und Alt mit seinen Geschichten und seiner Fingerfertigkeit. Doch obwohl er freimütig einige seiner Tricks erklärte, gelang es seinen Zuhörern nicht, sie nachzumachen. „Üben und Ablenken“, munterte er seine Lehrlinge auf. 

Placebo-Effekt im Mittelalter

Doch nicht nur Gaukler und Händler bot der Markt, auch Vorträge für Wissbegierige waren zu hören. So klärte Professor Dr. Hartmut Graßl über die „Chronologie des globalen CO2“ auf und Prof. Dr. Peter Zabel erläuterte, wie man ein guter Heiler wird. Der Lungenfacharzt, der jahrelang über Placebo-Effekte bei Asthma geforscht hatte, erklärte, dass auch heute noch 30 bis is 40 Prozent des Behandlungserfolges auf Placebo beruhe, und das auch damals im Mittelalter funktioniert habe, trotz teils lebensgefährlicher Behandlungsmethoden wie dem Aderlass. 

Einen weiteren mittelalterlichen Schwerpunkt bildeten am Sonnabendnachmittag „Frölich Geschray“, eine Musikgruppe um Thore Stoye aus Rellingen. „Thore von der Bürgerwiese“, wie er sich nennt, hat Schäferpfeife und Dudelsack selbst gebaut und bot zusammen mit Ben, dem gallischen Tiger, Jonni, dem Unbetuchten und Trommler Rux mittelalterlichen Marktgesang. „Minnegesang ist das nicht“, erklärte er, „Minne ist schwärmerische, unerfüllte Liebe; wir singen von der bürgerlichen mit Saufen und Raufen und von dem, was danach kommt.“ 

Marientage jetzt jedes Jahr

Abends übernahm dann die Alexander Blume Band mit Jazz, Blues, Boogie und Soul die Bühne. Bei angenehmen Abendtemperaturen  lockten auch sie wieder Hunderte nach draußen auf die Kirchwiese. Nach dem sonntäglichen Gottesdienst im Freien bot auch der Nachmittag noch einiges an Spiel, Show und Informationen. „Wir haben ein Jahr lang an den Vorbereitungen gearbeitet und sind überwältigt von dem Erfolg“, freute sich Asmus Hintz. „Von nun an werden wir in jedem Jahr um diese Zeit Marientage veranstalten und so das Flair der alten Zeiten in die Stadt zurückholen.“ 

Premiere der Segeberger Marientage sind ein Erfolg.

Für das Werner-Rennen vom 29. August bis 1. September 2019 auf dem Flugplatz Hartenholm (Kreis Segeberg) gibt es erstmals Tagestickets. Der Vorverkauf für das limitierte Kartenkontingent beginnt am 3. Juni 2019 um 10 Uhr, kündigte der Veranstalter an.

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