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Segeberg Segeberger Fischsterben bleibt mysteriös
Lokales Segeberg Segeberger Fischsterben bleibt mysteriös
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10:10 30.01.2019
Von Michael Stamp
Die Ursache des Fischsterbens im Großen Segeberger See bleibt rätselhaft. Quelle: Michael Stamp
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Bad Segeberg

Am Sonntag hatten Spaziergänger eine Vielzahl toter Fische in der Nähe des Seeufers in Bad Segeberg entdeckt. Die Zahl der rund fünf bis sieben Zentimeter langen Jungtiere dürfte in die Tausende gehen, zumal sich auch in einem Zulauf des Großen Segeberger Sees noch viele Fische befanden. Dort - so scheint es - waren sie einen für sie tödlichen Stoff ausgesetzt.

"Was immer es war, ist inzwischen aber so verdünnt, dass es nicht mehr nachweisbar ist", erklärt Antje Langethal von der Stadtverwaltung Bad Segeberg. Nicht nur der Zulauf und der Große Segeberger See wurden von der Wasserbehörde des Kreises Segeberg und dem Umweltschutztrupp der Polizei untersucht; auch im Städtischen Klärwerk wurden Proben gezogen, um Hinweise auf mögliche Gefahrstoffe im Wasserkreislauf zu bekommen.

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Tote Fische in Bad Segeberg: Untersuchung ohne Ergebnis

"Wir haben in Absprache mit der Wasserbehörde alles untersucht, was geht", berichtet die Amtsleiterin. So wurde nach dem Säurewert geschaut, nach Ammoniak, Phosphaten und der Sauerstoffsättigung. Kein einziger Wert war ungewöhnlich - und doch trieben die toten Fische im Großen Segeberger See.

Antje Langethal befürchtet, dass sich das Rätsel nun nicht mehr lösen lassen wird. Denn nicht nur das Wasser gibt keinen Aufschluss über die Ursache des Massensterbens; auch die kleinen Kadaver seien durch Fäulnisprozesse bereits so angegriffen, dass kein Nachweis mehr geführt werden könne.

Gefundene Fische wurden aus dem Großen Segeberger See geholt

Am Seeufer hat Dieter Struck als Vorsitzender der örtlichen Sportfischer mit dem Kescher die toten Tiere aus dem Wasser geholt. Aber auch der Bauhof Bad Segeberg war zweimal vor Ort, um Fische abzusammeln. Inzwischen ist ein Großteil von ihnen entfernt.

Das Wasser hat nach Worten von Antje Langethal offenkundig keine schädliche Wirkung mehr. In dem Bereich, in dem die Rotaugen und Brassen gestorben sind, schwimmen mittlerweile wieder Fische munter und ohne jede Beeinträchtigung durch die Gegend.

Die Amtsleiterin hat so etwas im Großen Segeberger See noch nicht erlebt - und auch Sportfischer-Vorstand Struck, der das Gewässer seit Jahrzehnten kennt, kann sich an nichts Ähnliches erinnern. Der von der Segeberger Zeitung öffentlich gemachte Fall hat mittlerweile bundesweit Schlagzeilen gemacht.

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