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Segeberg Mehrweg-Musikusse begeisterten Zuhörer
Lokales Segeberg Mehrweg-Musikusse begeisterten Zuhörer
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17:42 21.12.2018
Von Michael Stamp
Die Gruppe GlasBlasSing begeisterte das Bad Segeberg beim Gastspiel in der Reihe K1,5: David "Möhre" Möhring (von links) und Frank Wegner machen Flaschen-Blasmusik, während die Spezialität von Jan "Fritze" Lubert und Andreas "Endie" Lubert das Spielen der Plopp-Flaschen mit dem gut angefeuchteten Daumen ist. Quelle: Michael Stamp
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Bad Segeberg

Der Abend gehörte zur Kleinkunstreihe „K1,5“, die Lehrer Wolfram Schmidt seit mittlerweile zehn Jahren eigenverantwortlich organisiert. Zweimal waren die Leergut-Musiker schon dabei – und nun kehrten sie mit ihrem Weihnachtsprogramm „Süßer die Flaschen nie klingen“ zurück. 

Aus dem einstigen Quintett ist ein Quartett geworden. Die Gruppe ist vor einem Jahr ihres Leadsängers Jens Tangermann verlustig gegangen. Insofern war es spannend, wie sich die vier verbliebenen Mehrweg-Musikusse ohne die markante Stimme schlagen würden – und man kann sagen: Tangermanns Fehlen fiel praktisch nicht auf.

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Nur neunmal hat die Gruppe ihre Weihnachtsshow in diesem Herbst gespielt – und in Bad Segeberg ging die letzte Vorstellung vor den Feiertagen über die Bühne. Neben klassischen Weihnachts- und Winterliedern („Schneeflöckchen, Weißröckchen“) gehörte auch ein Menuett von Johann Sebastian Bach („Lasst uns ein bisschen barocken!“) zur stets überraschenden Show. Dass sich Jan „Fritze“ Lubert samt Konfetti-Schnee eine kleine Privatfehde mit Schüler Nikita in der ersten Sitzreihe lieferte, gehörte zum augenzwinkernden Charme, mit dem GlasBlasSing die Show auf die Bühne bringt. 

So ziemlich allem, in das man eine Flüssigkeit füllen kann, können die vier Künstler Töne entlocken. Die Spezialität der beiden Lubert-Brüder sind die Plopp-Flaschen, auf denen sie mit gut angefeuchteten Daumen auch den kompliziertesten Marsch spielen können. Das hat die Gruppe sogar einst zu „Wetten, dass...?“ ins ZDF gebracht. 

Auch mit Wasserspritzen wurde musiziert

David „Möhre“ Möhring hingegen ist der Percussionist der Band und bearbeitet neben dem erwähnten Wasserspender und einer mit Reis gefüllten Plastikflasche auch in virtuoser Weise das so genannte „Flachmanninov“-Xylophon. Die Klöppel fliegen nur so über die Jägermeister-Flaschen. Frank Wegner wiederum hat aus einem Wasserspender einen veritablen Bass gebaut. Auch eine Plastikflasche als eine Art E-Gitarre und eine zum Rhythmusinstrument umfunktionierte Blumenspritze sorgten für Verblüffung. Dass man mit letzterer nicht nur markante Zischlaute erzeugen, sondern auch Zimmerpflanzen befeuchten kann, beurteilte Möhring als „sehr abwegige Nebenanwendung“. Einige zur Pan-Flöte zusammengebundene Schnapsflaschen wurden als „Jelzin-Orgel“ vorstellten. Russlands erster Präsident Boris Jelzin war nicht gerade für seine Enthaltsamkeit bekannt, was hochprozentige Getränke angeht.  

Clever getextete Songs wie „Svenhannawald“ mit der Verballhornung etlicher Promi-Namen, ein Song-Memory und eine Variante des Blödelklassikers „Ich liebte ein Mädchen“ rundeten die Show ab. Prost!

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