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Segeberg Eltern auf Probe
Lokales Segeberg Eltern auf Probe
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10:37 14.05.2019
Von Detlef Dreessen
Während Jaqueline Kleiber und Svea Pohl (von links) das "Baby" wickelten, stöberte Marc Dambrowski im Internet nach Informationen zum Kindergeld. Lions-Präsident Peter Meier lobte das Projekt der Franz-Claudius-Schule, das von Daniela le Grand geleitet wurde. Quelle: Detlef Dreessen
Bad Segeberg

„Probezeit Eltern Kompetenz“-Training hieß das Projekt, das von Daniela le Grand angeleitet wurde. Teilnehmen durfte die Förderschulklasse. Die Kursleiterin hatte eigentlich sieben Babysimulatoren mitgebracht. Dolch die fünf Jungs in der Klasse hatten offenbar keine Lust oder keine Möglichkeiten, sich mit einer solchen Puppe abzugeben, die alle paar Stunden schreit und dann gewickelt, gewiegt oder mit einer Flasche gefüttert werden muss. Das ist auch bei einem Simulator nicht ohne. „Es schrie um 2 Uhr, um 4 Uhr und um 6 Uhr und musste dann versorgt werden“, berichtete Svea Pohl. Zwar rochen die Windeln nicht, aber gewechselt werden musste. Ein Computerchip registrierte, ob die „Mütter“ ihre Verantwortung wahrnahmen. Am nächsten Morgen waren sie in der Schule entsprechend müde.

Jungs mussten Preise ermitteln

Auch für die Herren der Schöpfung hatte Daniela le Grand allerdings Aufgaben: Sie mussten in Bad Segeberger Läden nach den Preisen für Wickeltische, Babykleidung und Pflegeprodukte schauen. Außerdem recherchierten sie im Internet nach finanziellen Fördermöglichkeiten wie Kindergeld und Elterngeld.

Neben der Beschäftigung mit dem „Kind“ setzten sich die 16-Jährigen mit Themen wie Verhütung, Schwangerschaft, Geburt und Adoption auseinander. Sie wissen nun wie eine Kupferspirale aussieht und wie ein abgetriebener Fötus.

Lions Club als Sponsor

Angetan von der Aktion war Peter Meier, Präsident des Lions Clubs Segeberg. Der Serviceclub hatte die Kursgebühren und Materialkosten spendiert. „Hier werden die Jugendlichen seriös auf das Thema vorbereitet“, erklärte Meier. Informationen zu Tabu-Themen wie Verhütung, Babyklappe und Adoption sei wichtig. Das von vielen Jugendlichen genutzte Internet trage wenig zu einer wirklichen Aufklärung bei.

Fazit für die Jugendlichen: „Ein eigenes Kind möchte ich, aber erst wenn ich älter bin“, sagte Svea Pohl. Jaqueline Kleiber stimmte zu: „Irgendwann, aber nicht so bald.“

Eltern erfahren nichts

„Sie sei auch künftig für die Jugendlichen ansprechbar“, versprach le Grand. Denn wenn es um Sexualität geht, seien die Eltern oft nicht Gesprächspartner der ersten Wahl. Nicht einmal Klassenlehrerin Ursula Puschka werde erfahren, was in diesen Stunden besprochen wurde, versprach sie. 

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