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Segeberg Tödliches Szenerio in Bad Segeberg
Lokales Segeberg Tödliches Szenerio in Bad Segeberg
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19:35 10.07.2019
Von Michael Stamp
Ein Opel Corsa ist laut Feuerwehr-Drehbuch gegen einen Güterzug mit Baumstämmen geprallt. Ein Stamm erschlägt zwei Insassen des Autos. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

In der Feuerwehr nennen sie diese Arbeit mit schwarzem Humor „ein Cabrio machen“ – wenn bei einem verunglückten und deformierten Auto das Dach entfernt werden muss, um die eingeklemmten und meist schwer verletzten Menschen zu befreien. Auch bei der Großübung an den Bahngleisen hinter dem Que-Danceclub musste ein „Cabrio gemacht“ werden. Die Feuerwehr zeigte Hand in Hand mit dem Rettungsdienst eindrucksvoll, wie leistungsstark sie ist und welche mitunter grausigen Strapazen sich die Brandschützer in ihrer Freizeit antun.

Ursprünglich sollte ein Personenzug beteiligt sein

Wehrführer Mark Zielinski hatte das Szenario für die Übung mit Zugführer Sven Ehmke von der Feuerwehr Wahlstedt ausgearbeitet – und das sogar gleich zweimal. „Ursprünglich wollten wir zeigen, was passiert, wenn ein Pkw gegen einen Personenzug geprallt ist“, schildert Zielinski. „Da wollten wir die Evakuierung des Zuges auf freier Strecke üben.“ Doch zuletzt habe es in der Region zwei echte Bahnunfälle gegeben; und die Ersatzzüge, von denen einer in Bad Segeberg zur Übung kommen sollte, werden nun im regulären Verkehr gebraucht.

Illegale Raserei führte zu angeblichem Doppel-Unfall

So strickten Zielinski und Ehmke die Ausgangslage notgedrungen um: Auf dem Gelände am Que hat ein illegales Autorennen stattgefunden; und weil das an dieser Stelle allein schon wegen des unebenen Untergrunds und der Bahngleise absoluter Wahnsinn ist, kommt es so, wie es fast zwangsläufig kommen muss: Beide Autos verunglücken bei der illagalen Raserei. 

Baumstamm stürzt auf Opel und tötet zwei Insassen

Ein blauer Opel Corsa prallt gegen einen mit Baumstämmen beladenen Güterzug. Einer der Stämme stürzt auf den Wagen und zerquetscht dessen vorderen Teil. Ein roter VW Golf gerät außer Kontrolle und kracht neben einem Gas-Tank an eine Mauer. Daraufhin beginnt es am Tank bedrohlich zu zischen.

Fast 90 Einsatzkräfte zeigten ihr Können

51 Feuerwehrleute und 36 Kräfte der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH) und des Roten Kreuzes waren im Einsatz. Zehn Kameraden von umliegenden Wehren hatten sich als Darsteller der Opfer in der Kreisfeuerwehrzentrale vom DRK aus Bad Bramstedt furchtbare Platz- und Schnittwunden ins Gesicht und an den Körper schminken lassen. Auch innere Verletzungen wurden simuliert. Allerdings gab es auch zwei Dummy-Puppen. Sie stellten die vorderen Insassen des Opels dar, die von dem Baumstamm getroffen worden sind. „Sie haben so schwere Verletzungen erlitten, dass sie im Laufe der Übung verstorben sind, weil ihnen nicht mehr zu helfen war“, berichtet Zielinski. Auch mit so etwas müssen die Retter umzugehen wissen. Unter anderem sollten die Einsatzkräfte trainieren, in welcher Reihenfolge sie sich um die Verletzten kümmern. Die Schnelleinsatzgruppe des Roten Kreuzes war ebenfalls vor Ort - mit sage und schreibe 17 Fahrzeugen.

Sechs "Verletzte" in seitlich liegendem VW Golf

Aus dem auf der Seite liegenden Golf mussten sechs Verletzte geholt werden. „Die lagen da drin wirklich übereinander“, berichtet Zielinski. Wegen der Verletzungen durften sie nur durch die Front und das Heck des Wagens befreit werden. Ein Umdrehen des Autos war ausdrücklich verboten. Der Gas-Tank wurde mit einem Wassernebel abgesprüht und gekühlt. 

Bürgervorsteherin und Hauptausschussvorsitzender begeistert

Zielinski war sehr angetan. „Das war schon anspruchsvoll. Das Zusammenspiel der Kräfte hat funktioniert. Es wurde alles gut abgearbeitet.“ Davon konnten sich auch Kommunalpolitiker überzeugen, die eingeladen worden waren. Hauptausschussvorsitzender Olaf Tödt (CDU) war äußerst beeindruckt, wie reibungslos die Arbeitsteilung der Einsatzkräfte abgelaufen ist. Bürgervorsteherin Monika Saggau war emotional aufgewühlt. „Was von der Feuerwehr alles in so professioneller Weise geleistet wird, war mir in dieser Form gar nicht klar. Ich kann sagen, ich fühle mich jetzt wesentlich sicherer, weil ich weiß, dass so gut ausgebildete und engagierte Menschen auf uns aufpassen.“

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