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Segeberg BBZ setzt auf Technik im Unterricht
Lokales Segeberg BBZ setzt auf Technik im Unterricht
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18:27 31.01.2019
Von Detlef Dreessen
Foto: Digitalisierung am Berufsbildungszentrum in Bad Segeberg: Marc-Andre Sack (links) und Henning Falk arbeiten gerne mit den Geräten in der Laptop-Klasse. "Man muss nicht mehr so viele Bücher und Ordner schleppen", sehen beide darin einen Vorteil.
Digitalisierung am Berufsbildungszentrum in Bad Segeberg: Marc-Andre Sack (links) und Henning Falk arbeiten gerne mit den Geräten in der Laptop-Klasse. "Man muss nicht mehr so viele Bücher und Ordner schleppen", sehen beide darin einen Vorteil. Quelle: Detlef Dreessen
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Bad Segeberg

Die Arbeitsplätze der Schüler sehen in der neuen „Laptop-Klasse“ anders aus, als ihre Eltern es noch kannten: Bücher, Hefte und Federtaschen sind ebenso wenig zu finden wie Stapel von Zetteln. „Wir sind auf dem Weg, ziemlich papierlos zu arbeiten“, erklärt Lehrer Marco D’Onofrio. Gerade unterrichtet er Betriebswirtschaftslehre und Personalwesen in der „Laptop-Klasse“. Jeder Schüler hat einen Klapp-Rechner vor sich. Hinter dem Lehrer glänzt eine weiße Tafel, auf der Zahlen, Grafiken und Texte erscheinen. An der Decke hängt ein Beamer, auf dem Lehrerpult steht eine Dokumentenkamera – der digitale Nachfolger des guten alten Overhead-Projektors.

"Digitale Kompetenzen gehören heute zur Grundausbildung"

Bis auf die Außenstelle des BBZ in der Hamburger Straße sind alle Klassenräume mit digitaler Technik ausgestattet, berichtet Schulleiter Heinz Sandbrink. 580 000 Euro hat die Schule in die Digitalisierung inklusive Glasfaseranschlüsse und W-Lan gesteckt. „Wir wollten nicht auf eine Entscheidung aus Berlin warten“, sagt Sandbrink. „Digitale Kompetenzen gehören heute zur Grundausbildung.“

Das sieht auch Landrat Jan Peter Schröder so, der sich am Donnerstag die digitale Schularbeit ansah. „Nur mit einer guten Ausbildung, die den beruflichen Anforderungen entspricht, können wir dem Fachkräftemangel etwas entgegensetzen.“ Die großzügige Ausstattung des BBZ mit Finanzmitteln des Kreises sei aber auch Verpflichtung. Das BBZ soll seine digitalen Erfahrungen mit anderen Schulen teilen.

Die 500 Euro teuren iPads und Windows-Laptops mussten die Schüler selbst kaufen. Dafür können sie sie mit nach Hause nehmen und privat nutzen, so Sandbrink. In Härtefällen habe ein Förderverein geholfen. Die Geräte für die Lehrer stellt die Schule. Fortbildungen sorgen dafür, dass die Lehrer sie pädagogisch sinnvoll nutzen können. „Selbst von den älteren Kollegen bekamen wir wenig Gegenwind“, berichtet Sandbrink.

Technikeinsatz motiviert die Schüler

Daneben gelte es neue Kompetenzen zu vermitteln. So müssen die Schüler lernen, wie sie die Dateien so ablegen, dass sie sie in der nächsten Stunde wiederfinden. Dafür müssen sie sich an eine einheitliche Ordnungsstruktur halten. Auch Datenschutz ist ein wichtiges Thema. Technik allein macht keine klugen Schüler, weiß auch Dominik Keller, Lehrer in der Tablet-Klasse. „Sie lernen nicht besser. Sie sind aber motivierter und engagierter. Und egal ob man die neuen Medien mag oder nicht: „Wir müssen die Schüler auf ihre berufliche Zukunft vorbereiten und zu mündigen Bürgern machen.“ Ein Teil davon sei der versierte Umgang mit Facebook und Twitter.

580.000 Euro hat das BBZ in die digitale Ausstattung investiert.
31.01.2019
Jann Roolfs 31.01.2019