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Segeberg Keine Stadt für Radfahrer
Lokales Segeberg Keine Stadt für Radfahrer
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07:00 21.02.2015
Von Thorsten Beck
Bei einer gemeinsamen Fahrradtour durch Bad Segeberg haben Mitglieder der ADFC-Ortsgruppe Mitarbeitern der Stadtverwaltung aus ihrer Sicht potenzielle Gefahrenpunkte gezeigt. Jetzt können sich die Aktivisten zumindest in Teilen bestätigt fühlen.
Bad Segeberg

„Diese Zahlen belegen: Die Kreisstadt ist eines der Schlusslichter beim Fahrradverkehr“, resümiert Andreas Teegen von der Bad Segeberger Ortsgruppe. Nachholbedarf bestehe besonders bei der Sicherheit der Radfahrer.

 An der bundesweiten Befragung hätten sich 68 Segeberger beteiligt und ihren Ort bewertet. „Entnervt sind sie demnach vor allem von den schlechten Wegen und der fehlenden Förderung des Fahrradverkehres“, sagt Teegen. Im Durchschnitt erhalte die Kalkbergstadt zwar die Note „ausreichend“ für die allgemeine Fahrradfreundlichkeit, besonders erschreckend sei jedoch: „Bei der Frage nach der Sicherheit wird sowohl für die Radwege als auch für das Verhalten der Autofahrer die Bewertung ,mangelhaft’ gewählt - ein klares Signal für die schlechte Infrastruktur und generell aggressives Verhalten im Verkehr.“

 Die kürzlich vom ADFC angestoßene Diskussion um das Fahrradfahren auf der Kurhausstraße lasse sich demnach durchaus auf Bad Segeberg als Ganzes übertragen, meint Teegen. Der ADFC musste viel Kritik dafür einstecken, dass er die Zweiradfahrer angesichts der schlechten Radwege-Situation dort dazu aufgefordert hatte, lieber die Fahrbahn zu nutzen - zumal das ohnehin seit Langem ausdrücklich erlaubt ist. Um die daraufhin von der Stadtverwaltung veranlasste Beschilderung entlang der Kurhausstraße gab es allerdings Ärger - sie musste auf Geheiß des Kreises Segeberg wieder entfernt werden; die Gefahr einer Verwechslung mit offiziellen Hinweistafeln sei wegen der Ähnlichkeit zu groß.

 Mit über 100000 Teilnehmern bundesweit - laut ADFC eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem letzten Test im Jahr 2012 - sei der ADFC-Fahrradklima-Test die größte Befragung dieser Art weltweit. Das Projekt werde gefördert vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020.

 Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ist nach eigenen Angaben mit über 145000 Mitgliedern die größte Interessenvertretung der Radfahrer in Deutschland und weltweit. Die Aktiven in Bad Segeberg setzen sich laut Teegen insbesondere für mehr Aufklärung zu den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung und für eine bessere Infrastruktur ein. „Gerne stehen wir Politik und Verwaltung mit Fachwissen zum Fahrradverkehr helfend zur Seite.“

 Die detaillierten Ergebnisse der einzelnen Städte stehen in einer interaktiven Deutschland-Karte bereit (www.adfc.de/fahrradklima-test/adfc-fahrradklima-test-1). Weitere Informationen zu dem Test 2014 und bundesweite Trends auf www.adfc.de/presse.