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Lokales Segeberg Bad Segeberg plant Behindertenbeirat
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09:18 13.06.2019
Von Michael Stamp
Sie wollen am 14. August zur Gründung eines Behindertenbeirats in Bad Segeberg aufrufen: Dr. Wolfgang Arnhold von der Lebenshilfe (von links), Bürgervorsteherin Monika Saggau, Vorsitzende Kirsten Grundmann vom Sozialverband und die städtische Behindertenbeauftragte Marianne Böttcher. Quelle: Michael Stamp
Bad Segeberg

Dr. Wolfgang Arnhold von der Lebenshilfe verweist auf die vor zehn Jahren in Kraft getretene Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die darin garantierten Rechte, die behinderten Menschen eine vollständige Teilhabe ermöglichen sollen, seien leider bis heute nicht Realität geworden. „Das wird in Deutschland nur sehr zögerlich umgesetzt.“

Stadt Bad Segeberg ist in diesem Thema vorn

Aktuell werde im Kreis Segeberg in neun Ort modellhaft versucht, die entsprechenden Strukturen zu schaffen. „Die erste Kommune, die aktiv mitarbeitet, ist die Stadt Bad Segeberg“, lobt Arnhold. Daher solle nun nach der Ausrichtung eines Zukunftsworkshops und der Einrichtung einiger Arbeitsgruppen nun ein Behindertenbeirat ins Leben gerufen werden, der die Kommunalpolitiker bei ihren Entscheidungen unterstützt.

Grundlagen für den Beirat sind erarbeitet

Die Grundlagen dafür haben Bürgervorsteherin Monika Saggau und Vorsitzende Kirsten Grundmann vom Sozialverband bereits erarbeitet. Auch wurden Plakate und Flyer als Werbung für die Auftaktveranstaltung gedruckt. „Alles aus Bordmitteln“, betont Monika Saggau. Man sei sehr sparsam und zugleich effektiv gewesen. „Ziel ist, dass man all die Menschen anspricht, die es betrifft.“ 

Kommunalpolitiker unterstützen die Idee

Doch im Grunde sei jeder willkommen, der bei diesem sensiblen Thema mitgestalten möchte. „Es dürfen nicht nur Lippenbekenntnisse sein“, erklärt die Bürgervorsteherin. Die Behinderten müssten „als Experten in eigener Sache“ in die Kommunalpolitik eingebunden werden. Wichtig sei, dass die Stadtvertretung diese Bemühungen mitträgt, sagt Kirsten Grundmann. Sie ist froh, dass die Politiker bereits Unterstützung signalisieren. 

Dokumente zum Vorlese für Sehbehinderte

Nach Einschätzung von Wolfgang Arnhold ist aber ein weiter Weg zu gehen. Schließlich müssten alle Arten der Behinderten einbezogen werden. Beim Workshop war der nahezu blinde Sascha Lang empört, dass manche Informationen als Power-Point-Grafiken an die Wand geworfen wurden und er sie nicht wahrnehmen konnte. Inzwischen habe er Unterlagen in digitaler Form erhalten, so dass er sich die Schriftstücke von einem speziellen Gerät vorlesen lassen kann. „Das ist schon die halbe Miete.“ Auch die Internetseite der Stadt soll demnächst vorgelesen werden können.

100-prozentige Teilhabe ist nicht immer möglich

Doch auch psychisch Kranke sollen in die Arbeit einbezogen werden; ebenso Menschen, die taub, stumm oder geistig behindert sind. Dass jeder vollständig teilhaben kann, glauben allerdings auch die Initiatoren nicht. „Es wird immer Grenzen geben“, sagt Marianne Böttcher. Und Monika Saggau ergänzt: „Wo man es mal nicht auf 100 Prozent Barrierefreiheit schafft, ist es doch wichtig, dass man als Mensch gleichwertig ist.“

Freiwillige zur Mitarbeit gesucht

Bei der Auftaktveranstaltung, die am 14. August ohne Anmeldung besucht werden kann, soll ein möglichst positives Meinungsbild zum Behindertenbeirat abgeben werden, so dass die Stadtvertretung das Gremium dann aus vollem Herzen einrichtet. Auch würden sich die Organisatoren über Freiwillige freuen, die mitmachen wollen. 

"Keine Sterne vom Himmel holen"

Monika Saggau: „Ich hoffe, dass da aber auch ganz viele Zweifler kommen, die dann wichtige Fragen stellen. Man darf auch kritisch sein. Wir wollen keine Sterne vom Himmel holen. Wir wollen das erreichen, was jedem Menschen zusteht.“

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