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Segeberg Rundum-Horst-Service für die Weißstörche
Lokales Segeberg Rundum-Horst-Service für die Weißstörche
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10:33 22.03.2019
Von Michael Stamp
Sie alle setzen sich für den Storchenschutz ein: Dieter Rausche (von links), Stephanie Nergenau, Uwe Dzaack, Dennis Schubring, Bernd Kröger, Arno Tiefenbach und Enrico Knie. Quelle: Privat
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Bad Segeberg

Seit über vier Jahrzehnten unterstützen die uniformierten Ehrenamtler den Naturschutzbund bei der Pflege von Storchennestern. Brandmeister Arno Tiefenbach ist schon seit über dreißig Jahren dabei.  Allerdings gibt er den Job jetzt in neue Hände. 

Arno Tiefenbach gibt sein Amt in jüngere Hände

Für Tiefenbach war es dieses Jahr seine letzte Aktion als Verantwortlicher. Die Liste mit den Storchenhorsten überreichte er an seinen Nachfolger Dennis Schubring. Er ist der verantwortliche Gruppenführer der Drehleiter und soll in den kommenden Jahrzehnten den Storchen-Service fortführen. 

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Angelschnüre, Scherben und Plastik bergen Gefahr

Jüngst war die Wehr unterwegs, um in Kükels, Leezen, Fredesdorf, Seth, Todesfelde und Bark die Horste zu kontrollieren. Die Nester wurden nach Fremdkörpern abgesucht. So können Angelschnüre, Scherben, Plastikfolien und Ähnliches zur echten Gefahr für die seltenen Vögel werden. Außerdem wurde die Nistoberfläche spatentief abgetragen, aufgelockert und wieder mit Holzschredder und Stroh verfüllt – ungefähr so, als ob im Hotel das Bett ordentlich aufgeschüttelt und hübsch drapiert wird. Fehlt nur noch das originell zurechtgebastelte Handtuch. Das Nestmaterial wird in den meisten Dörfern bereitgestellt, aber auch die Feuerwehr hat vorsichtshalber etwas Stroh dabei.

2018 wurde ein verletzter Jungstorch aus dem Nest befreit

„Im Jahr müssen wir immer mal wieder zu verletzten und toten Störchen ausrücken, die sich in ihren Nestern befinden“, beklagt Arno Tiefenbach. So rettete die Wehr im Juli 2018 einen Jungstorch aus seinem Nest in Blunk. Er hatte sich verletzt und konnte nicht mehr fliegen. 

Feuerwehrleute werden auf den Dörfern verköstigt

Erfreut sind die Kameraden, dass ihr Storch-Trupp immer und überall herzlich willkommen ist. Um die Verpflegung müssen sich die Feuerwehrleute jedenfalls nicht sorgen. „Ob Frühstück, Kaffee oder Mittagessen – wir werden immer gut vor Ort versorgt“, erzählt Brandmeister Tiefenbach schmunzelnd. 

So frühstückten die Kameraden diesmal nach getaner Arbeit in Kükels bei Familie Kröger. Auch Bernd Kröger als Storchenbetreuer und Ansprechpartner bedankte sich bei Arno Tiefenbach für die gute Zusammenarbeit in all den Jahren. Aber die Störche können sich ja drauf verlassen, dass die Feuerwehr weiterhin zum Aufräumen kommt.

Gerrit Sponholz 22.03.2019
Sylvana Lublow 21.03.2019
Nicole Scholmann 21.03.2019