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Segeberg Jesus machte Ausflug rund um die Kirche
Lokales Segeberg Jesus machte Ausflug rund um die Kirche
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10:26 17.05.2019
Von Michael Stamp
Die 300 Kilogramm schwere Jesus-Figur wurde von der Wand der Bad Segeberger Marienkirche genommen und einmal um das Gotteshaus herum gefahren. Quelle: Günther Gathemann
Bad Segeberg

Geöffnet ist die Kirche aktuell nur bei Gottesdiensten, Trauerfeiern und der Musik zur Marktzeit. Die üblichen Besuchszeiten von 9 bis 16 Uhr fallen vorübergehend weg. Die Marienkirche ist derzeit schließlich eine Baustelle – und statt andächtiger Stille wummert durch das über 800 Jahre alte Gewölbe ein dröhnendes Hämmern, bei dem wohl selbst Martin Luther vor Neid erblasst wäre.

Mächtige Staubwand schützt den Altarraum

Wer durch den Mittelgang schlendert, sieht statt der Kanzel und des gotischen Altars eine gewaltige Staubwand. Sie schützt den Rest der Kirche vor dem Schmutz, der bei der Sanierung des Altarraums entstehen wird. Um den Besuchern der Gottesdienste zumindest einen Hauch der sonstigen Anmutung zu bieten, wurde ein 36 Megabyte großes Foto der goldenen Altarbilder mit der Passionsgeschichte als vier mal zwei Meter große Plastikplane aufgehängt.

Altar ist schon staubsicher verpackt

Davor steht ein eher spartanischer Altartisch – und daneben das historische Taufbecken aus Bronze. Der Altar ist bereits „eingehaust“ worden – sprich: Er wurde staubdicht umzimmert und eingepackt, aber es kann noch Luft zirkulieren. Zudem wurde ein Datenlogger integriert, der Luftfeuchtigkeit und Temperatur misst.

Jesus erwies sich als 300-Kilo-Schwergewicht

Das schwierigste Problem war aber, die gekreuzigte Jesus-Figur aus der Gefahrenzone zu bugsieren. Laut Günther Gathemann vom Renovierungsausschuss der Kirchengemeinde ist die Holzfigur zuletzt bei einer Renovierung im Jahre 1860 abgehängt worden. Daher wusste auch niemand, wie schwer der Jesus ist. „Es ist gute deutsche Eiche“, berichtet Gathemann lachend. „Und das Kreuz ist massiv.“ Man hatte bei Kirchens eigentlich darauf spekuliert, dass das Kreuz hoch ist, um leichter aufgehängt werden zu können – aber: Pustekuchen! 

500 Jahre alte Nägel sind aus Schmiedeeisen

Nur die Jesus-Figur selbst ist hinten ein wenig ausgehöhlt. „Das macht jeder Bildhauer so, weil es sonst Risse gibt“, weiß Gathemann. „So nimmt dadurch die Spannung aus dem Holz.“ Geschaffen wurde die Skulptur um das Jahr 1500 – vermutlich von Künstler Henning von der Heide, wie Pastorin Rebecca Lenz sagt. Zu ihrer Verblüffung bestehen sogar die Nägel, die durch Jesus’ Hände und Füße getrieben sind, aus Schmiedeeeisen.

Gummi-Hamann kam mit dem Hubwagen

Die Füße hängen normalerweise in etwa 6,40 Meter Höhe, der Kopf auf rund 10 Meter. Beim Herunterlassen ergaben sich zwei Schwierigkeiten: das heftige Gewicht – und die Tatsache, dass die bereitgestellten Ketten zu kurz waren. Jesus musste in Etappen zu Boden sinken. Doch da hatte jemand die rettende Idee: „Hat nicht Rolf Hamann einen Hubwagen?“ Hat er. Der Unternehmer wirbt nicht umsonst mit dem Slogan „Gummi-Hamann hat alles.“ Günther Gathemann ist begeistert. „Wir haben angerufen, und - zack! – war er mit zwei Wagen da.“ Rebecca Lenz ergänzt: „Nicht mal eine Stunde hat das gedauert.“ 

Jesus passte mit breiten Armen nicht durch die Tür

Doch dann passte Jesus nicht durch die Tür – weil die nun mal notgedrungen die Arme ausbreitet. „Aber irgendwie haben sie es hingekriegt“, erzählt Pastorin Lenz lachend. Die Figur wurde zum Seiteneingang hinaus geschafft, an der frischen Luft zum Haupteingang transportiert und dort wiederum in das Gotteshaus geschafft. Er liegt, bis die Bauarbeiten im Altarraum gegen Ende Oktober abgeschlossen sind, in einer Ecke des Hauptschiffs, eingehüllt in eine Plastikplane. Damit sich niemand daran vergreift, wird noch ein Bauzaun aufgestellt. Rebecca Lenz durfte einen letzten Blick auf die mächtigen Füße des Heilands werfen. „Das ist mindestens Schuhgröße 52...“  

Die Sanierung der maroden Marienkirche in Bad Segeberg hat begonnen. Im ersten Bauabschnitt wird der Altarraum aufgearbeitet. Am 10. November soll das Gotteshaus (zumindest vorläufig) wieder voll nutzbar sein.
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