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Segeberg Baldikin rappt gegen Rechts
Lokales Segeberg Baldikin rappt gegen Rechts
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08:54 13.11.2019
Von Sylvana Lublow
 Auch Baldikin aus Sülfeld möchte ein Zeichen gegen Rechts setzen.  Quelle: Sylvana Lublow
Sülfeld

„Ich hatte von den Tumulten mit den Neonazis hier in Sülfeld gelesen, das hat mich auch persönlich angegriffen“, sagt Baldinkin, der seinen echten Namen nicht öffentlich nennen möchte: „Meine Frau ist farbig.“ Das Paar hat zwei Kinder, acht und zehn Jahre alt. „Ich will nicht in einem Dorf leben, in dem ich Angst um meine Familie haben muss“, sagt der Sülfelder. „Also habe ich mich hingesetzt und angefangen zu schreiben.“

Pastor möchte bei Videodreh dabei sein

„Wir sind mehr“ heißt der Song und, ganz klar, es geht darin gegen die Rechtsradikalen. Zeilen wie: „Aryan Circle hier bei uns aufbauen/ eure Parolen wollt ihr hier raushauen/ und Unbeteiligten am liebsten draufhauen/ geht doch lieber bei euch staubsaugen“. Der Refrain ist eingängig und lautet „Ein Dorf, eine Einheit, ein Hort unabhängiger Freiheit“. Bevor er den Rap-Song in seinen Youtube-Kanal veröffentlicht, möchte Baldikin noch ein Video zum Lied drehen. Dafür sucht er freiwillige Sülfelder, die in dem Video-Clip mitspielen wollen. Einen konnte er schon gewinnen: Pastor Steffen Paar. „Ich hatte ihn auf der Demo am Sonnabend in Bad Segeberg getroffen und mit ihm darüber gesprochen“, erzählt Baldikin. Der Songs habe dem Pastor gefallen. Über Facebook sollen sich nun alle melden, die mitwirken wollen. „Den Termin des Drehs will ich lieber nicht öffentlich machen, wer weiß, was dann passiert.“ 

Nichts zu tun, ist keine Lösung

Keine Namen, nicht unnötig viele persönliche Informationen – die Angst bei den Sülfeldern schwingt ständig mit. „Nicht alle meine Bekannten finden gut, dass ich ein Lied geschrieben habe. Sie denken, dass das zu gefährlich ist“, sagt Baldikin. Doch nichts zu tun, aus Angst, sagt er, mache alles nur noch schlimmer. „Wenn man etwas erreichen will, muss man etwas machen“, sei sein Motto in jeder Lebenslage. Und: „Mich haben Ungerechtigkeiten schon immer gestört.“ Der 35-Jährige hofft, mit seinem Song Mut zu machen, auch Menschen in anderen Orten, „wo sich vielleicht keiner traut, etwas zu sagen“. 

Initiativen der Sülfelder sind großartig

Baldikin lebt seit 25 Jahren in Sülfeld, und das gerne. „Es kam für mich nie in Frage, hier wegzuziehen.“ Von den Sülfeldern ist er begeistert. „Sie verhalten sich sehr gut, die bisherigen Initiativen gegen die Neonazi-Szene sind großartig“, findet er. Auch seine Frau stehe voll hinter ihm und seinem Song. „Sie hat schon ihr Leben lang mit solchen Nazi-Pöbeleien zu tun und geht damit ganz anders um als ich, gelassener.“ Doch Baldikin will es nicht einfach lassen, er singt lieber gegen Rechts.

Wer beim Video-Dreh mitmachen möchte, kann sich bei dem Rapper unter seinem Künsterlernamen „Baldikin“ auf Facebook melden. 

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