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Segeberg Bauamt: Biotop ist eine Abwasseranlage
Lokales Segeberg Bauamt: Biotop ist eine Abwasseranlage
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17:03 05.04.2019
Von Einar Behn
Naturvernichtung im Bissenmoor. Die Stadt spricht von einer Abwasseranlage, die ausgebaggert werden muss. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt.

Nachdem die Stadt schon im Bauausschuss in die Kritik geraten war, gab Dorow nun vor dem Umweltausschuss eine detaillierte und neue Version der Vorgänge im Ortsteil Bissenmoor ab. Danach dient der Wassergraben, aus dem sich der Teich speist, der Entwässerung des Wohn- und Golfparks Bissenmoor. Um dieser Funktion gerecht zu werden, soll er im September dieses Jahres ausgebaggert werden. Wegen der Einhaltung der Schonzeit seien bereits im vergangenen Winterhalbjahr die Bäume gefällt worden. Der Eingriff, so Dorow, sei mit der Unteren Wasserbehörde des Kreises Segeberg abgesprochen worden. Mit der Unteren Naturbschutzbehörde, die für Biotope zuständig ist, aber nicht. 

Biotop ist seit 1992 im Landschaftsplan festgehalten

 Handelt es sich wirklich um eine Abwasseranlage, wäre die Wasserbehörde zuständig. Doch daran gibt es erhebliche Zweifel. Der Teich war vor etlichen Jahrzehnten zur Fischhaltung angelegt worden, laut Bauamt ohne Genehmigung, verwilderte dann aber zusehends, sodass daraus ein Biotop wurde. Das wurde 1992 bei der Erarbeitung des städtischen Landschaftsplanes auch so festgehalten. Detailliert wird hier begründet, warum es sich um ein Biotop nach dem Landesnaturschutzgesetz handelt.

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Und auch die Klassifizierung als Abwasseranlage wirft Fragen auf. Der Wohn- und Golfpark wurde im Jahr 2000 erschlossen. Die Wiese mit dem Teich und Graben befanden sich bis vor Kurzem noch in Privatbesitz, die Stadt hatte also gar kein Anrecht darauf, ihn zur Entwässerung eines Baugebietes zu nutzen.

Bauamt soll rechtlichen Status des Biotops prüfen

Den Ausschussvorsitzenden Bredfeldt überzeugte Dorows Version nicht. „Das macht einen ziemlich ernüchternden Eindruck“, hat er festgestellt. „Offensichtlich wurden hier über die Bedürfnisse eines Baggers hinaus Bäume beseitigt.“ Es sei schon enttäuschend, mit wie wenig Sensibilität hier vorgegangen worden sei. Bredfeldt forderte Dorow auf, den rechtlichen Status des Gewässers zu prüfen.

Die mittlerweile eingeschaltete Untere Naturschutzbehörde hat sich bereits bei der Stadt gemeldet. Sie hat verfügt, dass, bevor der Fall nicht abschließend geprüft sei, „jegliche weitere Maßnahmen in dem genannten Gebiet unterbleiben“ müssen.

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