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Segeberg Mitmachen war Besucherpflicht
Lokales Segeberg Mitmachen war Besucherpflicht
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07:47 30.01.2017
Von Jann Roolfs
Als „Rathaus-Amigos“ animierten Jens Lehrich (links) und Frank Bremser das Bad Bramstedter Publikum zum Mitsingen. Quelle: Jann Roolfs
Bad Bramstedt

Jens Lehrich und Frank Bremser, die Autoren, Produzenten und Darsteller hinter den fiktiven Beamten Hans Werner Baumann (Pass-Amt) und Alfred Clausen (Oberamtsrat), sangen in ihrem Abschlusslied auf die Melodie von „My Way“, worum es ihnen bei ihrer Bühnenshow geht: „Wir ham’ viel gelacht und Quatsch gemacht“. Dem Publikum gefiel es. Viele kannten die beiden schon von anderen Auftritten, die tägliche Radio-Comedy ist fast schon Allgemeingut.

 Es geht bei dem Duo darum, Spaß zu haben. Sie wollen mit ihrem Publikum feiern. Dafür ist ihnen jedes einfache Mittel recht: Witze über Kleinwüchsige (Baumanns Frau Gertrud) und über Dicke (Clausens Frau Ella), absurd riesige Sombreros und einfach gestrickte Lieder wie ein Rap auf „Hackbraten“. Ihre Stärke ist es, das Publikum einzubeziehen: Refrains mitsingen, klatschen, kollektives „Oooh“ oder als Running-Gag der Chor: „Keine Witze über Ella!“ – Mitmachen war am Sonnabend Besucherpflicht.

 „Alle zwei Jahre, wenn die hier sind, sind wir auch hier“, bekannte sich Roswitha Hartmann aus Kisdorf zu ihrer Treue. „Die Witze der beiden sind voll aus dem Leben gegriffen“, lobte sie. Eine Bad Bramstedterin äußerte sich in der Pause zurückhaltender: „Sonst sind sie witziger, spritziger“, beurteilte sie ihren dritten Besuch bei Baumann und Clausen. Sehr gut gefiel der Auftritt Jean-Pierre Beyer aus Bad Bramstedt: „Man wird aus dem Alltag herausgerissen.“

 Zusammengehalten wurde das zweistündige Programm nur sehr locker von einer Rahmengeschichte: Baumann und Clausen werden wegen Bestechlichkeit gefeuert und starten als „Rathaus-Amigos“ eine Musikerkarriere. Das Video zum gleichnamigen Lied wird während der Vorstellung auf die Leinwand im Bühnenhintergrund projiziert und ist auch auf der Homepage verlinkt: Mädchen in Bikinis tanzen mit Baumann und Clausen inklusive roter Anzüge und Sombreros am norddeutschen Strand. Zum Schluss werden die beiden wieder in ihrem Rathaus eingestellt.

 Aber die Geschichte ist nebensächlich und wird im zweiten Teil auch fast völlig ignoriert. Es geht darum, Witze zu erzählen und Lieder zu singen. Kleine oder dicke Frau, die nicht Auto fahren kann, faule Beamte: Das reicht als Mikrokosmos mit hohem Wiedererkennungswert. Als Höhepunkt mit langem Vorlauf kommt dann ein Lied darüber, wie schlimm es sonnabends bei Ikea ist.

 Den Spaß daran nimmt man den beiden durchaus ab. Ob auf der Bühne wirklich so viel spontan passiert, wie behauptet, bleibt unklar: Fällt Jens Lehrich nun wirklich immer wieder vor Lachen aus der Rolle oder gehört das zu seiner Bühnenfigur?

 Aus der Rolle fällt die Zugabe. Lehrich und Bremser nahmen Brillen und Mützen ab und präsentierten sich als „echt“. Sie erzählten ihre Erfolgsgeschichte: Start der Radioserie vor 24 Jahren, inzwischen knapp 7000 Folgen, knapp 20 Radiostationen senden die Kurzdialoge. Als Probe seines Könnens schrieb Jens Lehrich einen Baumann-und-Clausen-Dialog innerhalb weniger Minuten live auf der Bühne. Inzwischen sang Bremser vom „Besen, der deinen Namen trägt“.

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