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Segeberg Baumfällarbeiten: Nabu erstattet Anzeige
Lokales Segeberg Baumfällarbeiten: Nabu erstattet Anzeige
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17:30 10.07.2019
Von Nadine Materne
Auf mehreren hundert Metern entlang des Wardersees wurden Bäume gefällt. Der Nabu vermutet Verstöße gegen das Naturschutzgesetz. Quelle: Nadine Materne
Rohlstorf

Fotos des Nabu dokumentieren Baumhöhlen in den gefällten Holzstapeln – potenzielle Brut- und Niststätten für Vögel und Fledermäuse. Verschiedene Naturschutzbehörden von Kreis und Land sowie die Polizei prüfen den Fall nun.

Nabu dokumentiert abgeholzte Höhlenbäume

„Wir sind ziemlich sauer, dass das in dieser Jahreszeit passiert“, sagt Alfred Ortmann vom Nabu Schleswig-Holstein. Denn von Frühling bis Herbst brüten Vögel und ziehen ihre Jungen auf. Das Waldgebiet am Wardersee ist Landschaftsschutzgebiet und potenzieller Rückzugsraum für Fledermäuse im Sommer.

Der Nabu hat die Schäden auf einer Länge von mehreren 100 Metern auf Fotos dokumentiert. Sämtliche Bäume wurden auf einer breiten Schneise zwischen Ufer und der neuen Waldkante abgesägt und zerteilt. Der Boden ist offensichtlich von schwerem Gerät aufgewühlt. „Es wurden diverse Höhlenbäume umgenietet“, prangert Ortmann an.

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Fotos des Nabu zeigen auf dem Boden liegende Baumteile mit Zugängen zu Hohlräumen. Nachweislich seien damit Brutstätten von Vögeln und Fledermäusen vernichtet worden. Bis zu 50 Brutvogelarten könnten von dem Eingriff betroffen sein, heißt es in einer Mitteilung der Nabu-Landesstelle Fledermausschutz und -forschung in Bad Segeberg.

Abgehängte Nistkästen zeugten zudem von Fledermaus- und Vogelschutzmaßnahmen in der Vergangenheit. „Ob Tiere getötet wurden, wissen wir nicht. Aber es ist unerheblich, ob Tiere zu Tode gekommen sind“, betont Ortmann

Lebensraum für Fledermäuse

Die Waldfläche am Wardersee stellt laut Nabu auch für mehrere Fledermausarten ein geeignetes Wochenstuben- beziehungsweise Sommerlebensraumgebiet dar. Gerade in den alten, hohlen Pappeln seien zahlreiche Quartiermöglichkeiten für mindestens zehn verschiedene Fledermausarten gefunden worden.

Mehrere der Bäume kämen zudem als Winterquartier in Betracht. Der gesamte Wardersee habe zudem eine hohe Bedeutung für die Fledermausarten in den Kalkberghöhlen. Er gehöre zum Jagdrevier für die Fledermäuse, die über die Trave die Höhlen an- und abfliegen.

Für Ortmann gebe es keine vernünftige Erklärung, wie eine Abholzung in diesem Ausmaß hätte genehmigt werden können. 

Behörden prüfen den Fall

Der Kreis teilt auf Nachfrage mit, die Maßnahme nicht genehmigt zu haben. Seit Montag sei der Fall bei der unteren Naturschutzbehörde (UNB) bekannt, teilt Sprecherin Sabrina Müller mit. Eine fachliche Einschätzung sei noch nicht möglich.

Derzeit werde der Fall vom Kreis, der unteren Forstbehörde sowie der Artenschutzbehörde des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) geprüft. Auch die Polizei bestätigt, die Vorgänge in Absprache mit diesen auf eine mögliche Straftat oder Ordnungswidrigkeit hin zu prüfen.

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„Es hat eine Genehmigung unserer Forstbehörde gegeben“, teilt LLUR-Sprecher Martin Schmidt auf Nachfrage der Segeberger Zeitung mit. Grundsätzlich sei die Forstwirtschaft wie die Landwirtschaft privilegiert und dürfe auch im Sommer Bäume fällen. „Was ein Privatmann nicht darf.“ Allerdings gibt es Grenzen, wenn etwa offensichtlich Brutplätze oder Horste vorhanden seien, erklärt Schmidt. Ob hier die Vorschriften eingehalten wurden, werde nun von der Behörde geprüft. Ergebnisse dazu würden voraussichtlich in der nächsten Woche erwartet.

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