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Segeberg Schöner Stadteingang trotz Gewerbe?
Lokales Segeberg Schöner Stadteingang trotz Gewerbe?
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06:00 21.11.2018
Von Einar Behn
Sie wurden erst 2011 gepflanzt, nun sollen die noch jungen Alleebäume wieder verschwinden. Quelle: Einar Behn
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Bad Bramstedt

Stadtplaner Martin Stepany von der AC-Planergruppe Itzehoe hatte am Montagabend über eine Reihe von Auflagen berichtet, die Firmen auf dem Areal zwischen Lohstücker Weg, Bundesstraße 206 und Segeberger Straße zu beachten haben. Doch eine fehlte: Außer der maximalen Gebäudegröße gibt es so gut wie keine Auflagen, was die Gestaltung der Gebäude anbelangt. Das rief SPD-Fraktionschef Jan-Uwe Schadendorf auf den Plan: „Es handelt sich hier um unseren Stadteingang. Wir wollen ein Kurort sein.“ Nach dem B-Plan-Entwurf sei praktisch alles möglich, auch Hallen aus Blech oder Eternit.

Hinzu kommt, dass auch die erst nach der Fertigstellung der Umgehungsstraße Ende 2011 gepflanzten Alleebäume am Lohstücher Weg wieder verschwinden sollen. Grund dafür ist, dass die zurzeit quer über die Wiese verlaufenden Hochspannungsleitungen durch am Straßenrand verlegte Erdkabel ersetzt werden.

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Neu gepflanzte Bäume werden weggehauen

Auch das gefiel nicht allen Ausschussmitgliedern. Gerhard Schönau (Bündnis 90/Grüne): „Da wurde extra eine schöne Eingangssituation geschaffen und nun wird sie gleich wieder weggehauen“. Er plädierte dafür, den Streifen für die Leitungen etwas weiter von der Straßen weg zu legen, „auch wenn die Stadt dann ein paar Quadratmeter weniger Gewerbeland verkaufen kann.“

Es gab allerdings auch kritische Stimmen. CDU-Fraktionssprecher Stefan Brumm plädierte dafür, die ansiedlungswilligen Firmen nicht einzuengen. „Es handelt sich schließlich um ein Gewerbegebiet. Ich tue mich schwer mit damit.“

Fassaden Fenstern vorschreiben

Stepany bekam den Auftrag, den B-Plan-Entwurf zu ändern. Die Fassaden entlang der beiden Hauptstraßen sollten zu mindestens 30 Prozent aus Fenstern bestehen, das Mauerwerk verklinkert werden, schlug Schadendorf vor. Über das Ergebnis soll am 10. Dezember in der Stadtverordnetenversammlung abgestimmt werden. Die Zeit drängt. Der Hamburger Krankenhauskonzern Asklepios will Mitte 2019 sein Zentrallager bauen. Wenn das Gebiet bis dahin nicht erschlossen ist, kann er vom Kaufvertrag zurücktreten, was für die Stadt den Ausfall erheblicher Gewerbesteuereinnahmen bedeuten könnte.

Jann Roolfs 20.11.2018
Gerrit Sponholz 20.11.2018
20.11.2018