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Segeberg Landwirtsschüler lernen jetzt auch öko
Lokales Segeberg Landwirtsschüler lernen jetzt auch öko
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16:56 07.10.2019
Von Harald Becker
Die Neue Öko-Klasse des Berufsbildungszentrum (BBZ) und die Entscheidungsträger aus dem Kreis Segeberg ließen sich Neverstavener Dependance des Demeter-zertifizierten Betriebs "Kattendorfer Hof" zeigen. Quelle: Harald Becker
Kreis Segeberg

Seit Mitte August ist die neue Klasse in Betrieb. Unterrichtet werden angehende Landwirte im dritten Ausbildungsjahr.

Auf einer Außenstelle in Neverstaven (Gemeinde Travenbrück) an der Grenze Stormarn/Kreis Segeberg wurde die neue Öko-Klasse mit seinen 15 Azubis der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie gehört zum Kattendorfer Hof, der vom Bioverband Demeter zertifiziert ist.

Öko-Standard auf neun Prozent der landwirtschaftlichen Fläche

„Mit der Gründung der Öko-Klasse wollen wir die Öko-Landwirtschaft stärken“, erklärte BBZ-Leiter Heinz Sandbrink. „Neun Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland wird nach Öko-Standard von zwölf Prozent der Betriebe betrieben, mit steigender Tendenz.“

Sandbink dankte Landrat Jan Peter Schröder für seine Hilfe. Er hatte sich in einem Bewerbungsvideo an das Land vehement für den Standort des BBZ Bad Segeberg eingesetzt. Denn ursprünglich sollte nur in Rendsburg an der Landwirtschaftsschule eine Öko-Klasse eingerichtet werden. Nun gibt es die Klassen auch in Husum und Bad Segeberg

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„Unser Bewerbungsvideo hat wohl den entscheidenden Kick dazu gegeben“, freute sich Sven Jantzen, Abteilungsleiter Agrarwirtschaft am BBZ. „Gleich 15 von 58 Berufsschülern haben sich für die Öko-Klasse im dritten Ausbildungsjahr entschieden.“

Überdurchschnittlich: 50 Prozent Frauen in der Öko-Klasse

Darunter seien auffällig viele weibliche Azubis. „50 Prozent der Schüler in der Öko-Klasse sind junge Damen. In den anderen Klassen sind es höchstens 20 Prozent“, berichtete der Leiter der Landwirtschaftsschule des BBZ. 

Für Landrat Schröder ist die Gründung der Öko-Klasse nur folgerichtig. Sie trage der gesellschaftlichen Entwicklung Rechnung. Außerdem stärke sie das BBZ und damit den Standort Bad Segeberg, und nicht zuletzt die Wirtschaftsentwicklung im Kreis.

Ein Selbstläufer ist die Ökoklasse aber nicht. Die Schülerzahlen müssen hoch bleiben. Denn in zwei Jahren überprüft das Land die Anmeldungen. 

Geschäftsführer Mathias von Mirbach vom Kattendorfer freute sich über den Berufsnachwuchs. Diese Berufsschulklasse sei für den ökologischen Landbau wichtig. „Unsere Auszubildenden bekommen dadurch ein besseres Fundament. Allgemein sind Landwirte neugierig und das ist gut so. Die Öko-Klasse muss ein Erfolgsmodell werden!“ 

Besichtigung auf Demeter-Hof

Seit 1995 ist der von Mathias von Mirbach federführend geleitete Kattendorfer Hof eine Betriebsgemeinschaft nach Demeter-Richtlinien. Mehr als 50 Menschen, darunter vier Auszubildende, arbeiten auf 435 Hektar, mit Kühen und Angler Sattelschweinen.

In der Hofkäserei wird die Milch zu Käse, Quark, Yoghurt und Butter verarbeitet. Auf dem Feld wachsen Dinkel, Kartoffeln und andere Feldfrüchte, in der Gärtnerei werden verschiedene Gemüse angebaut.

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Der Betrieb wird nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft geführt. Das ist eine Form der Betriebsgemeinschaft, bei dem es keinen einzelnen Hofeigentümer gibt. Die Mitglieder ermöglichen die gemeinsame Bewirtschaftung des Hofes mit der Außenstelle in Neverstaven

Zustimmung von der Landesvereinigung Ökologischer Landbau

„Die Landesvereinigung Ökologischer Landbau mit dem Mitglied Verein Bioland hat sich seit vielen Jahren für ein besseres Berufsschulangebot zum Ökolandbau eingesetzt“, sagte Annette Stünke, Geschäftsführerin des Vereins Bioland Schleswig-Holstein. "Sie freut sich, dass es nun soweit ist." 

BBZ-Abteilungsleiter Sven Jantzen hoffte auf motivierte, wissbegierige junge Menschen: „Außer einer dreitägigen Projektfahrt und Schulunterricht wird es auch fünf Besichtigungen von Öko-Bauernhöfen geben.“

Darauf und auf alle anderen Lerninhalte sowie die Umsetzbarkeit ist die Schwerinerin Jule Gast, die einmal den elterlichen Betrieb übernehmen wird, ganz gespannt. „Die Einführung der Öko-Klasse ist ein tolles Projekt“, sagte sie im Namen ihrer Mitschüler.

Björn Studtfeld (Bad Segeberg) kommt der Standort Bad Segeberg sehr gelegen. „Nach Rendsburg wäre es ein weiter Weg gewesen.“

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