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Segeberg Über 100.000 Euro Spenden für Witwe Dani
Lokales Segeberg Über 100.000 Euro Spenden für Witwe Dani
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14:56 31.01.2019
Von Jann Roolfs
Janin Feger (vorn, von links), Nadine Irez, Ina Jargstorf (hinten, von links) und Ines Jöhnke haben für ihre Freundin Dani Geld- und Sachspenden gesammelt. Quelle: Jann Roolfs
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"An einem Donnerstag hatten wir uns getroffen, am Sonnabend war es in der Zeitung, und am Montag sind wir hintenüber gefallen.“ Ina Jargstorf und ihre Freundinnen hatten einen Spendenaufruf gestartet, dessen Resonanz sie schier überwältigt: Mehr als 100.000 Euro sind inzwischen zusammengekommen. Mit dem Geld wollen sie Dani helfen. Der Ehemann der 33-Jährigen war am 2. Januar  an den Folgen eines Unfalls gestorben. Dani hat nicht nur vier Kindern und ist mit Zwillingen schwanger, ihr Vater ist auch noch pflegebedürftig.

Anfangs Spenden für Beerdigung gesammelt

„Wenn man befreundet ist, dann hilft man“, stellt Janin Feger aus Bad Bramstedt klar: Als erstes überlegten die Freundinnen, wo das Geld für die Beerdigung herkommen soll. Dabei wurde die Idee geboren, um Spenden zu werben. Mit Zeitungsartikeln und einem Flyer starteten sie das Geldsammeln und waren von dem Echo „total überfordert“, sagt Ines Jöhnke aus Hagen.

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Vereine, Firmen und das DRK halfen

Die Freundinnen bekamen Unterstützung aus Schleswig-Holstein und Hamburg: Das Bad Bramstedter DRK sammelte Geld, der Fußballklub in Hasenmoor akquirierte Spenden bei einem Turnier. Sport- und andere Vereine aus der Umgebung trugen ebenfalls Geld zusammen. Ein Frisör schenkte Gutscheine, ein Bad Bramstedter Supermarkt will die Familie kostenlos einkaufen lassen. Der Sohn, der im Sommer eingeschult wird, bekam seinen gewünschten Spiderman-Schulranzen geschenkt. Babybetten, eine Wickelkommode und ein Kleiderschrank wurden von Händlern kostenlos geliefert, bei den Kleiderspenden mussten die Freundinnen inzwischen die Notbremse ziehen: „Es geht nicht mehr“, sagt Ines Jöhnke.

Schon vor drei Jahren eine Tochter verloren

Danielle St. hat im Alltag schwer zu kämpfen. Ihre Kinder – vier Jungen im Alter von 2, 6, 11 und 14 Jahren – waren krank, sie selbst erholt sich gerade von einer Bronchitis. „Es zehrt an den Nerven, dass die Beisetzung immer noch nicht war“, berichtet Ina Jargstorf. Danielle St. verlor schon vor einigen Jahren eine Tochter, die am plötzlichen Kindstod starb.

Aber es gibt auch Lichtblicke: Inzwischen kommt ein Pflegedienst ins Haus und kümmert sich um ihren Vater. Und natürlich helfen die Freundinnen: „Mein Mann ist Handwerker, der war am vergangenen Wochenende da“, sagt Ines Jöhnke; er hilft bei der Einrichtung des zusätzlichen Kinderzimmers für die Zwillinge.

Mit dem gespendeten Geld soll jetzt die Bestattung bezahlt, ein Auto für die ganze bald siebenköpfige Familie angeschafft und einige nötige Umbauten am Haus finanziert werden. Außerdem wird Danielle St. von den Spenden zunächst leben müssen und will Rücklagen für die Kinder anlegen. Einen Wunsch wird sich die Witwe auch erfüllen: eine neue Schlafcouch. „Sie kann im Ehebett nicht mehr schlafen“, sagt ihre Freundin Ines Jöhnke.

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