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Segeberg Bürger begehren gegen Neubaugebiet auf
Lokales Segeberg Bürger begehren gegen Neubaugebiet auf
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08:00 26.04.2019
Von Gunnar Müller
"Nahe bleibt Dorf" heißt die Bürgerbewegung, die sich gegen das angedachte Neubaugebiet in Nahe richtet. Frank Reher (von rechts) und Rainer Bela sind Sprecher der Bürgerbewegung, in der auch Sonja Reher aktiv mitmacht. Quelle: Gunnar Müller
Nahe

Rainer Brela und Frank Reher sind sauer auf die Naher Kommunalpolitik im Allgemeinen und auf Bürgermeister Holger Fischer im Besonderen. Dieser hatte Anfang des Jahres in einer Einwohnerversammlung rund 200 anwesenden Nahern im Bürgerhaus ein angedachtes Neubaugebiet vorgestellt, auch in der Gemeindevertretung wurde das Thema noch einmal heiß diskutiert. Aus dem Publikum kamen immer wieder unliebsame Fragen an Fischer, unter anderem von Brela und Reher.

Bürgerbewegung mit prominenter Unterstützung

Inzwischen ist daraus eine BürgerbewegungNahe bleibt Dorf“ entstanden. Mehr als 14 Aktivisten lassen sich namentlich auf der eigens geschalteten Bürgerbewegungs-Homepage nennen. Einer der prominentesten darunter: Ortwin Peters. 15 Jahre, von 1998 bis 2013, war der Christdemokrat Bürgermeister von Nahe und Fischers Amtsvorgänger.

Breite Mehrheit gegen das Konzept?

„Bei unserer vergangenen Sitzung waren aber schon 44 Besucher anwesend“, erklärt Sonja Reher, die wie ihr Mann ebenfalls in der Bürgerbewegung aktiv ist. Für den Anfang eine stolze Zahl, so Brela, und Frank Reher ergänzt: „Das breitet sich aus wie ein Lauffeuer, mit wem man auch spricht, eine breite Mehrheit ist dagegen.“ Man bekomme auch Angst bei der Karte.

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Die Karte, die Reher meint, ist die Skizze, die Planer Horst Kühl vom BSK Bau- und Stadtplaner Kontor in Mölln bereits in der Einwohnerversammlung zeigte: Auf einer Fläche von 471 000 Quadratmetern könnte über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren, an der Bundesstraße 432 in Richtung Itzstedt ein Neubaugebiet mit 210 Wohneinheiten in Ein- und Zweifamilienhäusern, 320 Wohneinheiten in Mehrfamilienhäusern sowie ein Misch- und Gewerbegebiet entstehen.

Angedachtes Neubaugebiet in Nahe

Wurden die Bürger zu wenig einbezogen?

Planer und Bürgermeister gingen von rund 1400 neuen Naher Bürgern aus – sollte dieses Konzept zustande kommen.

Das zu verhindern, hat sich jedoch die BürgerbewegungNahe bleibt Nahe“ auf die Fahne geschrieben. „Es wird als Konzept verkauft, aber die Planungen sind doch schon konkret,“ sagt Rainer Brela, selbst der Investor werbe bereits mit dem Vorhaben. Und das, so Frank Reher, ohne dass ein Landwirt, dem dort Fläche gehöre, vorher informiert worden sei. Die Gemeindevertretung empfanden beide als „Einnordung“ der Bürger. „Spätestens jetzt müssen sie aber anfangen, darüber nachzudenken.“

Auch Gemeindevertreter unter den Unterstützern

Und obwohl die Gemeindevertreter das Konzept offiziell einhellig billigten, hätten sich bereits einige intern als Unterstützer zu erkennen gegeben. „Wir wollen den Politikern ja auch die Hand reichen“, erklärt Reher.

Der Zuwachs zuzüglich des Neubaugebietes Rodelberg ergebe rund 68 Prozent – zu viel aus Sicht der Bürgerbewegung, die den dörflichen Charakter Nahes unbedingt erhalten wolle.

„Gegen diese Kernbotschaft sind wir auch nicht kompromissbereit,“ betont Diplom-Kaufmann Reher – ein Wachstum von 20 Einwohnern pro Jahr sei hingegen noch akzeptabel.

Basisdemokratische Verhinderer

Sie wollten die Bürger Nahes nicht spalten und sehen sich sogar als basisdemokratische Verhinderer – auch gegebenenfalls mit Bürgerbegehren und Bürgerentscheid gegen das Vorhaben vorzugehen. „Die wenigen Befürworter kommen aus der Ecke Geschäftsleute“, ist sich Brela sicher. Profitieren würden nur Stadtplaner und Investor – die Bürger Nahes und Itzstedt jedoch hätten das Nachsehen, auch durch die Verkehrsinfrastruktur an der B432. Die Versorgung, etwa durch ein Ärztehaus, das nach den Skizzen im Zentrum entstehen könnte, sehen die besorgten Bürger auch problematisch. „Es würde ein Dorf im Dorf entstehen“, sagt Rainer Brela.

Der Kaiserweg, ergänzt Frank Reher, sei, das Vorhaben jetzt noch zu stoppen: „Wir sind uns über dieses Ziel einig – momentan diskutieren wir aber noch den Weg dorthin.“

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