Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Segeberg Bürgermeister will den Burger King
Lokales Segeberg Bürgermeister will den Burger King
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
06:05 23.10.2013
Ungewisser denn je ist die Zukunft des alten Kaltenkirchener Bahnhofs.
Anzeige
Kaltenkirchen

Das Thema sei erst dann vom Tisch, wenn die Politiker in den zuständigen Gremien eine abschließende Entscheidung getroffen hätten, betont der Verwaltungschef.

 Der alte Bahnhof, das dazugehörige Grundstück und auch die umliegende Fläche gehören der Wuppertaler Ferox GmbH, die dort in großem Stil Geschäfte, Büros und Wohnungen plant.

 Der erste Bauabschnitt mit dem bereits eröffneten Sky-Verbrauchermarkt ist fertig. Für einen abgespeckten Block, in dem ein Backshop untergebracht werden soll, kann die Ferox - nach heftigen Debatten in den politischen Gremien - mit dem Bau beginnen. Dafür musste die Stadtvertretung eine Änderung beschließen, weil von der ursprünglichen Planung abgewichen wurde.

 Und über die nächste Änderung wird schon wieder heftig diskutiert, obwohl die Ferox noch keinen offiziellen Antrag auf Modifizierung ihrer Pläne gestellt hat. Die Ferox hat nach Informationen der Segeberger Zeitung bereits einen Vorvertrag mit einem Lizenznehmer von Burger King geschlossen, der Filialen in Henstedt-Ulzburg, Bad Bramstedt und Neumünster betreibt.

 Sollten die Burger-King-Pläne scheitern, wäre das ein Rückschlag für die Ferox. Das gibt auch Krause zu. Er spricht von einer „problematischen Situation“. Die Konkurrenz an Gewerbeflächen in der Umgebung sei groß, sagte er. Deshalb müsse Ferox froh über einen guten Mieter wie Burger King sein.

 Der ist offensichtlich bereit, mehr zu zahlen als die Kaltenkirchener Bank. Die hatte Interesse bekundet, nach Um- und Anbau in den alten Bahnhof umzuziehen. Die Verhandlungen scheiterten dem Vernehmen nach an den Miet-Forderungen der Ferox.

 Vehement gegen die Ansiedlung eines Fast-Food-Restaurants kämpft eine Anlieger-Initiative, die bereits rund 600 Protest-Unterschriften gesammelt hat. „Die stammen aus der ganzen Stadt“, erklärte Sprecherin Nicole Maertz. Dass sich die Mehrheit der Stadtvertretung gegen einen Burger King mit Drive-In ausgesprochen hat, ist für sie schon ein Teilerfolg: „Aber einen Fast-Food-Laden ohne Autoschalter befürworten wir an dieser Stelle auch nicht.“

 Bürgermeister Krause steht hingegen trotz gegenteiliger Stimmen aus der Politik hinter den Burger-King-Plänen. Ihn wundert, dass die Politiker schon so früh ihre Ablehnun geäußert haben. „Bis heute liegt noch gar kein Antrag der Ferox auf eine Änderung der B-Planung beziehungsweise eine Befreiung von den Festsetzungen des B-Planes vor.“ Deshalb sei darüber weder in einem Ausschuss noch in der Stadtvertretung gesprochen worden. Sollte der Antrag noch gestellt werden, sei es die Aufgabe der gewählten Vertreter, so Krause, eine „sachgerechte und verantwortungsvolle Abwägung aller Umstände“ vorzunehmen, um „eine gute Entscheidung zugunsten unserer Stadtentwicklung“ vorzunehmen. Diese Entscheidung vorwegzunehmen und damit bereits Fakten zu schaffen, findet Krause nicht in Ordnung.

 Dass die Ansiedlung eines Fast-Food-Restaurants am Bahnhof Diskussionen auslösen würde, sei nicht ungewöhnlich, räumt Krause ein. Die Interessen der Anlieger um den Bahnhof seien ernst zu nehmen. „Aber auch die Interessen der Bürger, die sich bisher nicht geäußert haben.“

 Der Verwaltungschef wehrt sich gegen Aussagen, dass Politiker über die Ferox-Überlegungen nicht rechtzeitig informiert worden seien. Bereits am 11. Juli habe es ein Gespräch zwischen Ferox, Verwaltung und Vertretern der Fraktionen gegeben, wo die aktuelle Planung vorgestellt wurde. Schon damals sei über ein Schnell-Restaurant mit Drive-In gesprochen worden. Da sei es übereinstimmende Meinung gewesen, das alte Bahnhofsgebäude zu sanieren und damit zu erhalten. Auch ein eingeschossiger Anbau für eine Fast-Food-Filiale sei erörtert worden. Immer wieder werde gefordert, so der Bürgermeister, die Innenstadt zu beleben. Dafür sei ein Burger King geeignet. Krause regte eine repräsentative Umfrage unter den Kaltenkirchenern an, um ihre Meinung darüber zu erfahren.

 Am Mittwoch wollen sich Vertreter von Fraktionen, Stadtverwaltung und Ferox noch einmal zusammensetzen, um über die verfahrene Situation zu reden. Ein Kompromiss könnte der Verzicht auf den Autoschalter sein. Damit könnte die FDP zur Zustimmung gewonnen werden. Begeistert wäre CDU-Fraktionschef Kurt Barkowsky davon zwar nicht, sprach aber von einer „annehmbaren Überlegung“. Und auch SPD-Fraktionschef Bernd Schädler könnte damit leben. „Mit einem Drive-In allerdings nicht“, betonte er noch einmal.