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Segeberg Blasen für Wacken
Lokales Segeberg Blasen für Wacken
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06:00 30.07.2015
Von Jann Roolfs
Die Heavy-Metal-Band U.D.O. probt mit dem Musikkorps der Bundeswehr in der Mensa des Bad Bramstedter Gymnasiums. Quelle: Müller
Bad Bramstedt

Auf dem Schulhof des Bad Bramstedter Gymnasiums stehen weiße Lkw, Busse und Pkw mit dem Y-Kennzeichen der Bundeswehr. Auf der Heckscheibe eines zivilen Bundeswehr-Transporters ist aus schwarzem Klebeband das Logo geformt, das zurzeit in Schleswig-Holstein Hochkonjunktur hat: W:O:A, das Zeichen fürs Wacken Open Air, das weltgrößte Festival des Heavy Metal. Dorthin wollen die knapp 90 Musiker des Musikkorps der Bundeswehr, und zwar auf die große Bühne. Sie absolvieren ihre letzte Probe vor dem Auftritt; zwischen den vielen Uniformierten fallen einige Zivilisten auf, sie tragen schwarze T-Shirts und Turnschuhe. Das sind die Mitglieder der Heavy-Metal-Band U.D.O., sie werden mit den Militärmusikern zusammen spielen.

 Die Probe im Atrium der Jürgen-Fuhlendorf-Schule geht glatt über die Bühne. „Auf beiden Seiten Profis, sehr gute Vorbereitung“, lobt Christoph Scheibling, Oberstleutnant und Leiter des Musikkorps. Udo Dirkschneider, Namensgeber und Sänger von U.D.O., ist vom Erfolg des gemeinsamen Auftritts überzeugt: „Es ist eine andere Welt, aber es passt zusammen, es verschmilzt miteinander.“

 24 Stunden nach der Probe in Bad Bramstedt werden die Metal-Musiker und das sinfonische Blasorchester in Wacken erfahren, ob die 75000 Festival-Besucher das auch so sehen. Die Chancen stehen gut, schließlich genießt auch der Musikzug der Wackener Feuerwehr mit seinem alljährlichen Auftritt schon lange Kultstatus bei den Metal-Fans.

 Udo Dirkschneider, der Initiator des Crossover, will mit seinem Projekt allerdings keine witzige Randepisode beim WOA abgeben; er meint es musikalisch ernst. Die Zusammenarbeit mit anderen Musikern habe er schon lange gesucht, erzählt der kleine Mann mit der markanten Stimme. Erste Versuche mit einem Sinfonieorchester überzeugten ihn nicht: „Das passte nicht so ganz.“ 2011 hörte er dann in einer Kirche das – inzwischen aufgelöste – Marine-Musikkorps Nordsee: „Das war es, wonach ich gesucht hatte.“

 Die Bundeswehr-Hierarchie ins Boot zu holen, gelang nur mit Hartnäckigkeit. Nach einigem Bohren hatte er immerhin Martin Pfeifer auf seiner Seite, den Marine-Schlagzeuger, der mit Dirkschneiders Bruder in einer Band spielte. Für die höheren Ebenen brauchte es allerdings noch Überzeugungsarbeit: „Wacken? Nur über meine Leiche“ zitiert Pfeifer die Reaktion eines Vorgesetzten. Immerhin, ein Konzert in Tuttlingen wurde genehmigt: „Der Erfolg dieser Sache war Grundlage für Wacken.“ Auch Dirkschneider erinnert sich gern an diesen Auftritt: „Die Reaktion des Publikums war sehr, sehr gut.“

 Über Beziehungen kam der ehemalige „Accept“-Sänger, der 1987 U.D.O. gründete, schließlich ans Musikkorps der Bundeswehr und traf dort einen aufgeschlossenen Dirigenten Christoph Scheibling: „Ja klar, finde ich cool“, erinnert der sich an seine erste Reaktion: „Ich habe zu etwas ja gesagt, was ich nicht kannte.“ Aber die Aussicht, „auf so einem weltbekannten Festival“ zu spielen, überzeugte auch seine Musiker. „Vor so vielen Zuhörern wie noch nie zu spielen, das ist schon eine Aufregung wert“, findet Scheibling. Er freut sich besonders auf den Moment, wenn die ersten Töne erklingen, wenn das Orchester mit Musik aus „Star Wars“ und „Das Boot“ einsteigt und dann zum Heavy Metal überleitet. Dann werden 95 Musiker die True Metal Stage in Wacken füllen und die E-Gitarren bekommen Unterstützung von professionellen Bläsern. Mit-Initiator Pfeifer beschreibt es so: „Das ist ein Blechklangkörper, das sieht nach Metal aus, das ist Metal.“

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