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Segeberg Chemie mit Asterix’ Zaubertrank erklärt
Lokales Segeberg Chemie mit Asterix’ Zaubertrank erklärt
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06:00 07.12.2013
Von Alexander Christ
Sind begeistert von ihrem beliebten Physik- und Chemielehrer Thomas Münch (Mitte): die Achtklässlerinnen Leonie Zembold (von links) und Maibritt Möck sowie aus der 13. Klasse die angehenden Abiturienten Christopher Lawrence Matz und Lea Zander.
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Bad Bramstedt

„Ich habe den Brief erst einmal zur Seite gelegt und ihn dann vergessen“, erzählt der 31-Jährige. Erst ein Freund klärte ihn dann auf, dass der Brief keine plumpe Werbung sei. „Der hat die Sache gegoogelt und recherchiert, dass ich den Preis tatsächlich gewonnen hatte. Da war die Freude natürlich riesengroß“, so der verheiratete Vater eines Sohnes.

 Ausgezeichnet wurde der gebürtige Hamburger in der Kategorie „Schüler zeichnen Lehrer aus“. Über 7000 Schüler aus allen Teilen Deutschlands hatten Bewerbungen für die ihrer Meinung nach besten Lehrer des Landes bei der Jury der Stiftung eingereicht. In der Kategorie, in der Münch ausgezeichnet wurde, überzeugte die Expertenkommission die von dessen ehemaligem Schüler Sebastian Selchow verfasste Lehrerbeurteilung am meisten. „Herr Münch steht für innovativen und herausfordernden Unterricht, Motivation und Förderung der individuellen Fähigkeiten, hohe fachliche und soziale Kompetenz“, schrieb der frühere Schülersprecher, der das Gymnasium inzwischen mit dem Abitur verlassen hat, und legte nach: „Herr Münch brennt für seine Fächer. Wie Sie sich sicher vorstellen können, ist die höhere Physik nicht eines jeden Schülers Lieblingsfach. Trotz unmotivierten Betragens oder gar Fehlens mancher Schüler schaffte es Herr Münch immer, seinen Unterricht mit Spaß und Effizienz zu gestalten.“ Diese Einschätzung teilt auch die Abiturientin Lea Zander (19) aus Wrist. Sie schrieb: „Er erklärt uns beispielsweise die Quantentheorie am Beispiel eines LED-Fernsehers.“ Und ihr Klassenkamerad Christopher Lawrence Matz (18) aus Bad Bramstedt ist ebenfalls begeistert: „Physikalische Gesetze erklärt er anschaulich anhand von Ausschnitten aus Hollywood-Actionfilmen. Bei der physikalischen Analyse umkippender Monster-Trucks ist uns bewusst geworden, wie sehr bei diesen Filmen getrickst wird.“

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 Und auch die beiden 14-jährigen Achtklässlerinnen Maibritt Möck und Leonie Zembold aus Bad Bramstedt loben die lebensnahe Art des Unterrichts ihres Lieblingslehrers. „Im Chemieunterricht haben wir uns einen Asterix-Film angeschaut und danach Experimente durchgeführt, in denen wir verschiedene Zaubertränke herstellten“, erzählt die Schülerin. „Ich liebe ich seine Experimente“, schwärmt Leonie.

 Glücklich über das so gelobte Mitglied seines Kollegiums ist auch Schulleiter Dr. Holger Oertel. „Natürlich freue ich mich über diesen Erfolg, zumal Herr Münch sozusagen ein Eigengewächs unserer Schule ist und bereits seit 2009, ein Jahr nach seinem Staatsexamen, bei uns unterrichtet.“ Sein herausragendes Engagement, unter anderem bei der Einführung digitaler Klassenbücher, sowie sein hoher Beliebtheitsgrad bei den Schülern seien ein echter Gewinn für das Jürgen-Fuhlendorf-Gymnasium.

 Den Deutschen Lehrerpreis nahm Münch im Gebäude des Deutschen Beamtenbundes in Berlin gemeinsam mit 16 weiteren Lehrern und sechs Pädagogen-Teams aus neun Bundesländern entgegen. Überreicht wurde die Auszeichnung vom Präsidenten der Technischen Universität München, Professor Wolfgang Anton Hermann. Die Siegprämie von 1000 Euro bekommt jedoch nicht der ausgezeichnete Lehrer. Sie geht an die Jürgen-Fuhlendorf-Schule.